# taz.de -- was für eine woche: „Wen das Wort Apartheid mehr triggert als dieses Gesetz, der zeigt ideologische Verblendung“
Pauline Jäckels
Israel hat die Todesstrafe wiedereingeführt. Und das [1][von der Knesset
verabschiedete Gesetz] ist so formuliert, dass es de facto nur für
Palästinenser*innen gilt, die für einen tödlichen terroristischen
Anschlag verurteilt wurden. Bei derselben Tat etwa durch israelische
Siedler greift das Gesetz nicht. Wen in Anbetracht dessen das treffende
Wort Apartheid und andere scharfe Verurteilungen in Richtung Israel immer
noch mehr triggern, als der Sachverhalt selbst, der offenbart nicht nur die
eigene Unmenschlichkeit, sondern ideologische Verblendung. Wer Israel in
seiner jetzigen Verfasstheit – nach 100.000 getöteten Menschen in Gaza,
Tausenden im Libanon, nach den offen kommunizierten Expansionsfantasien,
für dessen Realisierung Israel nicht mal die Anzettelung eines dritten
Weltkrieges scheut – immer noch idealisiert, verteidigt oder verharmlost,
hat sich nicht nur längst von linken, sondern auch von
liberal-demokratischen Grundwerten entfernt. Von der Bundesregierung ist
ein Umdenken nicht zu erwarten. Längst ist klar, dass die Durchsetzung
ihrer Interessen als Handlungsmaxime für sie relevanter ist als moralische
Erwägungen. Für mündige, der Reflexion und des Fehlereingeständnisses
fähige Menschen aber wäre allerspätestens jetzt der richtige Zeitpunkt
dafür.
4 Apr 2026
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## AUTOREN
(DIR) Pauline Jäckels
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