# taz.de -- Warnstreik am Hauptstadtflughafen: Am Boden bleiben statt über den Wolken kreisen
> Wegen eines Warnstreiks kommt am Mittwoch der Passagierverkehr am
> Flughafen BER zum Erliegen. Auch der Lufthansa drohen neue
> Tarifstreitturbulenzen.
(IMG) Bild: Verhandlungen festgefahren, jetzt kommt der Warnstreik
dpa/taz | Am Tag vor dem Warnstreik am Flughafen BER hat Berlins
Verkehrssenatorin Ute Bonde die Tarifparteien dazu aufgerufen, aufeinander
zuzugehen. „Der BER trägt maßgeblich dazu bei, dass Berlin wirtschaftlich
prosperiert“, teilte die CDU-Politikerin mit. Die Gewerkschaft Verdi und
die Flughafenbetreiber sollten deshalb zu einem für beide Seiten guten
Ergebnis kommen.
Verdi hat für diesen Mittwoch zu einem ganztägigen Warnstreik am
Hauptstadtflughafen aufgerufen. Der Arbeitskampf sei eine „direkte
Konsequenz der Verweigerungshaltung der Arbeitgeberseite, ein
verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen“, teilte die Gewerkschaft mit. Die
die Betreiberin des BER kündigte daraufhin an, dass für diesen Tag der
gesamte Passagier-Flugverkehr eingestellt werde.
„Am Mittwoch, den 18. März 2026, sind keine regulären Passagierflüge am
Flughafen Berlin Brandenburg möglich“, teilte die Flughafengesellschaft
Berlin-Brandenburg (FBB) mit. Betroffen seien 445 Abflüge und Landungen mit
etwa 57.000 Passagieren. Die FBB rief betroffene Fluggäste dazu auf, sich
bei den jeweiligen Fluggesellschaften über Umbuchungen und alternative
Reisemöglichkeiten zu informieren.
Verdi verhandelt derzeit mit der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg
über mehr Geld für rund 2.000 Beschäftigte. Darunter sind
Mitarbeiter:innen bei der Feuerwehr, der Verkehrsleitung oder dem
Terminalmanagement. Die Aufrechterhaltung des Flugbetriebs gilt deshalb als
nicht möglich, auch wenn viele Bereiche wie die Bodenverkehrsdienste oder
die Sicherheitskontrollen von Dienstleistern erfüllt werden, die vom
Warnstreik nicht betroffen sind.
## Gewerkschaft fordert 6 Prozent mehr
Die Gewerkschaft fordert unter anderem 6 Prozent mehr, mindestens jedoch
250 Euro zusätzlich pro Monat je Gruppe beziehungsweise Stufe. Außerdem
will sie einen zusätzlichen freien Tag für Gewerkschaftsmitglieder
durchsetzen. Die Laufzeit soll 12 Monate betragen.
In der zweiten Runde in der vergangenen Woche hatte die Arbeitgeberseite
ein erstes Angebot vorbereitet, das nach Darstellung der Gewerkschaft
Entgelterhöhungen von jährlich rund 1 Prozent mit einer Laufzeit bis Ende
2028 vorsieht. „Das ist kein ernsthaftes Angebot, sondern eine Provokation
am Verhandlungstisch“, teilte Verdi-Verhandlungsführer Holger Rößler mit.
Es ist der erste Warnstreik in der laufenden Tarifrunde.
Die FBB kritisierte den Arbeitskampf als unverhältnismäßig, „gerade in
einer durch den Iran-Krieg ohnehin sehr angespannten Lage“, wie FBB-Chefin
Aletta von Massenbach mitteilte. „Die nächste Verhandlungsrunde ist bereits
fest für den 25. März angesetzt. Wir sind zuversichtlich, dass eine
Einigung zustande kommt.“
## Der Lufthansa drohen weitere Streiks
Auch bei der Lufthansa steigt die Gefahr neuerlicher Streiks. Nach [1][zwei
Streikwellen der Pilot:innen] machen sich nun die
Flugbegleiter:innen der Kerngesellschaft Lufthansa wie auch der
Regionaltochter Cityline bereit für den Arbeitskampf. Die
Kabinengewerkschaft Ufo hat ihre Mitglieder zu einer Urabstimmung bis
Freitag kommender Woche aufgerufen. Man rechne mit einem sehr eindeutigen
Ergebnis, erklärte Ufo-Chef Joachim Vázquez Bürger.
Die Gewerkschaft hat bei beiden Gesellschaften bereits Warnstreiks
organisiert. Gründe für die Eskalation sind aus Sicht von Ufo die
festgefahrenen Verhandlungen zum Manteltarif bei der Lufthansa und die
weiterhin fehlende Bereitschaft des Unternehmens, bei der Cityline über
einen Sozialtarifvertrag zu verhandeln. Daran hingen rund 800 Existenzen.
Der Flugbetrieb der Regionaltochter soll nach Aussagen des Managements im
kommenden Jahr beendet werden. An ihre Stelle tritt eine neue Gesellschaft
mit dem ähnlichen Namen Lufthansa City Airlines.
Man habe zunächst den Weg über Gespräche gesucht und die Forderungen
jeweils mit Warnstreiks unterstrichen, erklärte Ufo-Verhandlungsführer
Harry Jaeger. „Wenn ein Arbeitgeber dennoch stumpf mauert – sei es durch
blankes Ignorieren wie bei CityLine, oder durch rigorose inhaltliche
Verweigerung wie bei Lufthansa, bleibt einer Gewerkschaft am Ende nur der
Schritt, ihre Mitglieder über weitergehende Maßnahmen abstimmen zu lassen.“
Die Piloten und das Kabinenpersonal hatten bereits vor rund vier Wochen
die Lufthansa am gleichen Tag bestreikt. Das Unternehmen hatte rund 800
Flüge streichen müssen und von fast 100.000 betroffenen Passagieren
gesprochen.
17 Mar 2026
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