# taz.de -- momentaufnahmen: Wenn das Bier endlich furchtbar schmeckt
       
       Gott sei Dank, das Bier schmeckt scheiße! Man hatte sich schon Sorgen
       gemacht, am Ende doch zu den „aromatisch Blinden“ zu gehören, die sich laut
       Seminarleitung immer mal wieder auf diese Veranstaltungen verirren.
       Angewidert, aber erleichtert, nehme ich noch ein Schlückchen vom
       präparierten Pils und notiere meine Eindrücke: „Faule Eier“ und
       „Hundefurz“. Beide Assoziationen tauchen später auch in den Protokollen der
       etwa 30 anderen Teilnehmer:innen des Braukurses wieder auf. Häufiger
       sind nur die Einschätzungen „Käsefuß“ und „Kotze“.
       
       Sinn dieser Veranstaltung ist aber nicht, die eigenen Ekelgrenzen
       auszuloten, sondern handfeste Fehler beim Brauen zu erkennen und vermeiden
       zu lernen. Schmeckt das Bier etwa nach Pappmaché, ist das ein ziemlich
       sicheres Zeichen für Oxidation im Brauprozess. Die hundefurzige
       Isovaleriansäure hingegen spricht für überlagerten Hopfen.
       
       Nebenan bereitet die Helferin auch schon die nächste Probe vor. Sie riecht
       an der Ampulle, die sie gerade in den Messbecher voller Bier entleert hat,
       würgt kurz – und lacht dann wieder. Sie trinkt hier ja auch nicht mit.
       
       Jan-Paul Koopmann
       
       28 Feb 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Jan-Paul Koopmann
       
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