# taz.de -- Fund in Epstein-Akten: Ein deutscher Presseausweis für Epsteins Komplizin?
> In den veröffentlichten Akten gibt es einen Deutschland-Bezug: Ein
> Presseausweis, der vor Jahren auf Ghislaine Maxwell ausgestellt worden
> sein soll.
(IMG) Bild: Im Jahr 2000: Ghislaine Maxwell verlässt gemeinsam mit Prinz Andrew, Herzog von York, in einem Auto eine Hochzeit
dpa | In den Ermittlungsakten zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey
Epstein ist ein Presseausweis aufgetaucht, der dem Anschein nach einen
Bezug zu einem deutschen Journalistenverband hat. Das Dokument ist auf die
aktuell im Gefängnis sitzende Epstein-Vertraute Ghislaine Maxwell mit
Gültigkeit im Jahr 2017 ausgestellt, wie aus zwei Scans in den Akten
hervorgeht, die jeweils die Vorderseite des Ausweises zeigen. Der „Spiegel“
hatte zuerst darüber berichtet.
Einen Presseausweis erhalten Journalistinnen und Journalisten, um sich
Zutritt zu Behörden und Ministerien zu verschaffen. Auch bei
Veranstaltungen oder Notfällen werden Journalisten mit Presseausweis vor
Ort vorgelassen. Warum Maxwell einen Presseausweis beantragt haben soll,
blieb unklar – auch, warum dieser ausgestellt worden sein soll. Bei dem
Dokument handelt es sich um einen internationalen Presseausweis der
Internationalen Journalisten-Föderation. Zugeordnet ist das Dokument der
Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) innerhalb der
Gewerkschaft Verdi.
Verdi teilte mit, dass ein solcher internationaler Presseausweis (IPC –
International Press Card) für zwei Jahre gültig ist, demnach müsste er 2015
oder 2016 ausgestellt worden sein. „Zentral zugängliche Daten liegen uns zu
einem mehr als zehn Jahre zurückliegenden Vorgang aber nicht vor“, hieß es
weiter.
## Verdi: Antragsunterlagen werden regelmäßig vernichtet
Konkret aufklären lässt sich der Fall demnach nicht: „Antragsunterlagen
werden nach unserem Datenschutzkonzept nur zweckgebunden gespeichert und
regelmäßig nach dem Jahr der Antragstellung vernichtet. Daher ist davon
auszugehen, dass auch vor Ort keine Daten oder Nachweise mehr vorhanden
sind, die mit der Gültigkeit der IPC korrespondieren“, so Verdi.
Maxwell wurde im Jahr 2022 verurteilt. Laut Urteil hatte sie eine zentrale
[1][Rolle beim Aufbau des Missbrauchsrings] gespielt, den der
Multimillionär Epstein jahrelang aus New York betrieben hatte. Dem
Missbrauchsring fielen Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer.
2019 starb Epstein mit 66 Jahren im Gefängnis, bevor es zu einer möglichen
weiteren Verurteilung hätte kommen können.
Der Finanzier hatte beste Kontakte in die High Society, was zahlreiche
Spekulationen über die [2][Tragweite des Skandals] mit sich brachte. Per
Gesetz wurde schließlich die Veröffentlichung der Akten verfügt, gegen die
sich [3][US-Präsident Donald Trump lange gewehrt hatte].
8 Feb 2026
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