# taz.de -- Australian Open: Die Becker-Graf-Zeiten sind vorbei
       
       > Acht deutsche Tennisspieler:innen sind beim Grand Slam in Melbourne
       > angetreten. Bei den Frauen macht es nur Laura Siegemund kurz spannend.
       
 (IMG) Bild: Laura Siegemund in der zweiten Runde während ihres Matchs gegen die Australierin Maddison Inglis
       
       Im Kicker gibt es die [1][Rubrik „Die Duelle der Deutschen“]. Am Anfang der
       Australian Open herrschte dort noch wunderschöne Parität, wie keine
       Geschlechterbeauftragte es sich besser hätte ausdenken können: Vier Frauen,
       vier Männer traten an. Jetzt, zur Halbzeit des ersten Tennis-Grand Slams
       des Jahres, würde in der Rubrik gähnende Leere herrschen, gäbe es nicht
       wenigstens Alexander Zverev.
       
       Nun ist es von einem bestimmten Standpunkt aus vielleicht auch egal, ob
       sich diese Rubrik einer gewissen Lebhaftigkeit erfreut oder nicht. Also, ob
       Deutsche im Tennis erfolgreich sind oder eher nicht so. Die Glanzzeiten von
       BB und SG, also von Boris Becker und Steffi Graf, sind lange vorbei, die
       richtigen Boomzeiten also, und der „weiße Sport“ ist vom modischen
       Volkssport wieder zu seinen Wurzeln zurückgekehrt, zumindest bei den
       Frauen. Wer die Werbung für das Turnier in Bad Homburg kennt, weiß, was ich
       meine.
       
       Auch an den Namen Michael Stich erinnern sich nur noch die, die sich für
       Tennis interessieren. Und Angelique Kerber, sie war die letzte Deutsche,
       die einen Grand Slam gewinnen durfte (sogar derer drei, der erste in
       Melbourne), dreht mittlerweile lieber Insta-Reels, in denen sich ihr
       Schläger in eine Pulla, eine Babytrinkflasche, verwandelt.
       
       Die Frau, die bei diesen Australian Open, dem Happy Slam, für gute Stimmung
       sorgte, war Laura Siegemund. Sie legte zuerst in Runde 1 [2][eine legendäre
       Aufholjagd hin] – nach 0:6, 2:5, 15:40 gewann sie noch. Dann bot sie auch
       der Lokalheldin Maddison Inglis einen harten, aber fairen Kampf – [3][auch
       gegen die Schiedsrichterin], die sie in einer Szene benachteiligte. Auch
       das Spiel war knapp: 4:6, 7:6, 6:7 – 7:10 im finalen Tiebreak. Das war es
       dann.
       
       ## 37 und 38 Jahre alt
       
       Nun ist Siegemund schon 37; die deutsche Nr. 2, Tatjana Maria, ist mit 38
       Jahren sogar noch älter. Es gibt noch Eva Lys, 24, ohne Zweifel ein Talent,
       aber sichtlich ohne die Qualität, die es braucht, um es jenseits von Mode-
       und Möbelwerbung ganz nach oben zu schaffen.
       
       Alexander Zverev steht unterdessen bereits im Viertelfinale. Der deutsche
       Nachwuchs findet weit und breit nicht statt. Aber wie gesagt, man kann das
       auch egal finden – auch zwischen Graf und Kerber lagen mehr als 15 Jahre.
       
       Und auch andere Länder haben starke Tennisspielerinnen; wobei es scheint,
       dass eine gewisse Beliebigkeit in den Siegerinnenlisten von einer den
       Männern (Sinner/Alcaraz) ähnlichen Bipolarität abgelöst worden ist: Gewinnt
       nicht Iga Swiatek, gewinnt eben Aryna Sabalenka und umgekehrt. Beide sind
       selbstredend auch 2026 noch dabei. Die Zeichen auf ein Finale zwischen
       ihnen stehen gut.
       
       25 Jan 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.kicker.de/die-duelle-der-deutschen-bei-den-australian-open-2026-1080634/artikel
 (DIR) [2] https://www.spiegel.de/sport/tennis/australian-open-laura-siegemund-liegt-0-6-2-5-zurueck-wehrt-zwei-matchbaelle-ab-und-gewinnt-doch-noch-a-6dca85ab-bdda-4134-bde6-2bdf3a2c4477
 (DIR) [3] https://www.eurosport.de/tennis/australian-open/2026/siegemund-legt-sich-bei-niederlage-mit-schiedsrichterin-an-boris-becker-pflichtet-ihr-bei_sto23261955/story.shtml
       
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 (DIR) René Hamann
       
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