# taz.de -- Neuwahlen in Japan: Japans Regierungschefin löst Parlament auf
> Die populäre Ministerpräsidentin Sanae Takaichi hofft, ihrer Partei damit
> wieder Auftrieb zu verschaffen. Die Neuwahl soll am 8. Februar
> stattfinden.
(IMG) Bild: Die Premierministerin ist beliebt, ihre Regierung weniger: Sanae Takaichi
ap/taz | Japans neue Regierungschefin Sanae Takaichi hat das Unterhaus des
Parlaments aufgelöst und damit den Weg für Neuwahlen freigemacht. Die
Wählerinnen und Wähler sind nun aufgerufen, am 8. Februar über die
Besetzung der mächtigen Parlamentskammer abzustimmen. Damit wählen sie
indirekt auch die nächste Regierung des Landes.
Zugleich verzögert die Unterhausauflösung eine Abstimmung über einen
Haushalt, der die angeschlagene Wirtschaft ankurbeln und stark steigende
Preise eindämmen soll. Oppositionsführer kritisierten Takaichi für die
Entscheidung, für Neuwahlen die Verabschiedung des Budgets auf die lange
Bank zu schieben.
Takaichi war im Oktober [1][zur ersten Frau an der Regierungsspitze Japans]
gewählt worden. Obwohl sie erst seit einigen Monaten im Amt ist, kommt sie
auf Zustimmungswerte von rund 70 Prozent.
Bei der vorgezogenen Wahl 2024 hatte die skandalumwitterte regierende
Liberaldemokratische Partei unter dem damaligen Ministerpräsidenten Shigeru
Ishiba herbe Verluste hinnehmen müssen, seitdem verfügen die Partei und
ihre Koalitionspartner nur noch über eine knappe Mehrheit im Unterhaus. Im
Oberhaus hat das Bündnis keine Mehrheit und ist auf Stimmen aus der
Opposition angewiesen, um seine Agenda durchzubringen.
## Für Militär, gegen Migration
Im Wahlkampf dürfte [2][die als Hardlinerin geltende Takaichi] darauf
setzen, die Unterschiede zu ihrem gemäßigten Vorgänger Ishiba
herauszustreichen. Die Wähler sollten ihre Entscheidungen über
Haushaltsausgaben, weitere militärische Aufrüstung und eine strengere
Migrationspolitik bewerten, erklärte sie.
Zwar erfährt sie mit ihrem entschlossenen Auftreten [3][vor allem bei
jüngeren Menschen] viel Zuspruch, doch ist die Regierungspartei wegen eines
Finanzskandals im Volk unbeliebt. Viele ihrer bisherigen Wähler sind zu
aufstrebenden rechtspopulistischen Oppositionsparteien, etwa der
globalisierungskritischen Sanseito, gewechselt. Der Wahlkampf in Japan
startet offiziell am kommenden Dienstag.
23 Jan 2026
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