# taz.de -- Tarifverhandlungen bei der Bahn: Gewerkschaft vorerst nicht auf Krawall gebürstet
> Die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft Deutscher Lokführer beginnen mit
> Tarifverhandlungen. Bis Ende Februar soll es keine Streiks geben.
(IMG) Bild: Aufatmen für Bahnfahrer:innen: Vorerst soll es keine Streiks geben
afp | [1][Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL)] geht nach den
Worten ihres Vorsitzenden Mario Reiß „offen und konstruktiv“ in die
Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn (DB). Entscheidend für die
Gewerkschaft sei, dass die Bahn die Beschäftigten „gehaltstechnisch wieder
in die Mitte der Gesellschaft rückt“, erklärte er am Donnerstag. Ein
„langes, verantwortungsbewusstes Arbeitsleben“ müsse auch „endlich“ zu
einer verlässlicheren Alterssicherung führen.
GDL und DB begannen am Vormittag ihre [2][Verhandlungen] über neue
Tarifverträge. Die Gewerkschaft fordert insgesamt acht Prozent mehr Lohn
bei einer Laufzeit von zwölf Monaten – im einzelnen 3,8 Prozent mehr Lohn,
eine Erhöhung der Zulagen um acht Prozent, die Einführung einer weiteren
Lohngruppe sowie höhere Vergütungen für Ausbilder und Prüfer. Dazu kommt
etwa die Forderung nach einer Fahrtkostenentschädigung und einer Erhöhung
des Mietkostenzuschusses.
„Die vergangenen Jahre waren geprägt von Inflation, explodierenden
Lebenshaltungskosten und einem realen Kaufkraftverlust“, betonte Reiß.
Reallohnzuwächse bei früheren Tarifabschlüssen seien so „vollständig
aufgezehrt“ worden. Gleichzeitig wachse die Verantwortung der Beschäftigten
stetig. Die Bahn soll mehr leisten für Mobilität, Klima und
Versorgungssicherheit. Das funktioniere nur „mit motivierten,
qualifizierten Fachkräfte, die fair entlohnt werden“.
Es ist die erste Tarifrunde mit der DB mit Reiß als Verhandlungsführer; er
ist der Nachfolger von [3][Claus Weselsky]. Die Gewerkschaft hoffe in den
Gesprächen auch auf den neuen Wind, der unter der neuen DB-Chefin Evelyn
Palla „scheinbar Einzug erhalten hat“, erklärte Reiß. Der Ansatz der
Gewerkschaft sei klar: „Kooperativ, wenn möglich – konfrontativ, wenn
nötig.“
GDL und DB hatten bereits im Vorfeld der Tarifverhandlungen eine
zweimonatige Verhandlungsphase mit Friedenspflicht vereinbart – Streiks
sind also bis Ende Februar ausgeschlossen. Insgesamt 14 Verhandlungstermine
sind bis dahin bereits fest vereinbart. Sollte es bis Ende Februar kein
Ergebnis geben, ist angedacht, eine Schlichtung anzurufen. Dies Verfahren
dauert erfahrungsgemäß einige Wochen.
8 Jan 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Kampf-um-die-35-Stunden-Woche/!6007540
(DIR) [2] /Einigung-bei-DB-und-EVG/!6069800
(DIR) [3] /Caesar-der-Antonomasien/!6031319/
## TAGS
(DIR) Tarifverhandlungen
(DIR) GDL
(DIR) Deutsche Bahn (DB)
(DIR) Streik
(DIR) Schwerpunkt Bahnstreik
(DIR) Deutsche Bahn (DB)
(DIR) Schwerpunkt Bahnstreik
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Tarifeinigung GDL und Deutsche Bahn: Drei Stunden weniger Knechtschaft
Die Lokführer der GDL haben sich mit vielen Forderungen gegen die Bahn
durchgesetzt: Arbeitszeitverkürzung, Inflationsausgleich und Lohnerhöhung.
(DIR) Vorerst keine Streiks: Bahn und GDL wieder an einem Tisch
Fahren die Züge rund um Ostern? Gewerkschaft und Deutsche Bahn verhandeln
jetzt doch miteinander – und halten eine Einigung kommende Woche für
realistisch.
(DIR) Tarifstreit zwischen Bahn und GdL: Lokführer-Verhandlungen geplatzt
Bei der Deutschen Bahn drohen weitere Streiks. Die wochenlangen Gespräche
zwischen Konzern und der Gewerkschaft der Lokomotivführer sind gescheitert.