# taz.de -- taz🐾lage: Ein paar Tage ohne Strom – und was davon bleibt
       
       Es ist vorbei. Wenn hier jetzt stehen würde: „Fast ein bisschen schade“,
       gäbe es bestimmt Dresche. Aber ganz subjektiv, nicht pflegebedürftig und
       aktuell ohne Kinder im Haus war das schon eine spezielle Erfahrung mit dem
       Stromausfall. Der ist seit Mittwoch nun überraschenderweise einen Tag
       früher als angekündigt vorüber.
       
       Das ganz persönliche Krisenmanagement war nämlich gerade so ins Rollen
       gekommen: Von der warmen taz am Dienstagabend durchs winterliche und gut
       verschneite Berlin zum Training mit der warmen Dusche danach geradelt und
       auf dem Rückweg Pommes-Currywurst für den inneren Wohlfühlfaktor
       eingeworfen. Im kalten Zuhause dann Teelichteer en masse und die Öllampen
       an, in die dicke Decke gekuschelt und die passende Lektüre aus dem Regal
       gezogen: Jack London, „Lockruf des Goldes“, die Stelle mit der Schilderung
       einer 60-Tage-Schlittenfahrt durchs winterlich-eisige Alaska ab Seite 41.
       Und in unserem Sportverein lief ja auch noch die Challenge, wer es am
       längsten zu Hause im Kalten aushält. Na ja, wir fanden es ja selbst auf
       Hochzeitsreise unter 10 Zentimeter Schnee auf dem Zelt kuschelig. Wobei
       dieses Krisenmanagement auch auf den verrenteten netten Nachbarn aufbaute,
       der tagsüber bei uns mal das Wasser laufen lassen konnte, damit nicht doch
       am Ende noch die Leitungen einfrieren würden. Um nun ein letztes Mal das
       Glas halb voll und nicht halb leer zu sehen: Es war ein schönes Gefühl, in
       einer gerade von viel Spaltung und Kälte geprägten Welt spontan so viel
       besorgte Nachfragen und Hilfsangebote zu bekommen. Wenn sich bloß von
       dieser Stimmung etwas bewahren ließe … Stefan Alberti
       
       8 Jan 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Stefan Alberti
       
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