# taz.de -- Jemens Regierung fällt auseinander: Südjemens Separatistenführer zieht in den Krieg
       
       > Jemens Präsidialrat feuert seinen Vizepräsidenten, der mit Unterstützung
       > aus den Emiraten die Sezession Südjemens betreibt. Er ist nun
       > untergetaucht.
       
 (IMG) Bild: Aden, Jeman: Plakat mit dem Bild von Aidarous al-Zubaidi, der laut der von Saudi-Arabien unterstützten Koalition geflohen ist
       
       Jemens international anerkannte Regierung geht verstärkt gegen die Kräfte
       vor, die ein unabhängiges Südjemen wiederherstellen wollen. Am Mittwoch
       früh [1][verkündete der Präsidialrat] – Jemens von Saudi-Arabien
       unterstützte kollektive Staatsführung, die in der größten südjemenitischen
       Hafenstadt Aden residiert – auf einer Sitzung die Absetzung seines nicht
       anwesenden Vizepräsidenten [2][Aidarus al-Zubaidi].
       
       Er ist Gründer und Vorsitzender des [3][„Southern Transitional Council“
       (STC)], der ebenfalls in Aden basiert ist und mit Unterstützung der
       Vereinigten Arabischen Emirate Südjemen als eigenen Staat wiedergründen
       will, wie es von der Unabhängigkeit 1967 bis zur Vereinigung mit Nordjemen
       1990 existierte. Es gibt zur Stunde keine Klarheit darüber, wo Zubaidi sich
       jetzt aufhält.
       
       Auf seiner Sitzung entließ der Präsidialrat auch die Minister für Verkehr,
       Planung und internationale Zusammenarbeit und leitete Ermittlungen gegen
       sie ein. Sie haben die Sezessionsbestrebungen des STC unterstützt.
       
       Dies folgt auf intensive saudische Luftangriffe auf jemenitische
       Militärstellungen in der Provinz Al-Dhalea. Dorthin soll Zubaidi Waffen und
       Kämpfer aus Aden für STC-Kämpfer transferiert haben. Die saudischen
       Militärschläge seien „präemptive“ Maßnahme gegen eine drohende
       Destabilisierung, hieß es [4][in einer Erklärung]. Es wurden auch
       regierungstreue Militäreinheiten in Bewegung gesetzt, um die vollständige
       Kontrolle über die vom STC kontrollierten Stadtviertel in Aden zu
       übernehmen.
       
       Eigentlich hatte der Präsidialrat seine Schutzmacht Saudi-Arabien gebeten,
       einen „südlichen Dialog“ in die Wege zu leiten. Dafür sollte STC-Chef
       Zubaidi in die saudische Hauptstadt Riad reisen. Aber in letzter Minute
       verzichtete er auf die Reise und verzog sich an einen unbekannten Ort.
       Einigen Berichten zufolge hält er sich jetzt in der STC-Hochburg Al-Dhalea
       auf, die jetzt bombardiert wurde. STC-Außensprecher Amr al-Baidh jedoch
       dementierte, dass Zubaidi Aden verlassen habe.
       
       ## Mögliche Kriegsvorbereitungen
       
       Der Präsidialrat geht davon aus, dass der STC-Chef untergetaucht ist und
       Krieg vorbereitet. Gegenüber der taz sagte Thabet al-Ahmadi, Berater des
       Präsidialrats: „Nach unseren Informationen hat Aidarous al-Zubaidi Aden
       verlassen, nachdem er große Mengen Waffen nach Al-Dhalea gebracht hatte,
       und er hat die militärische Befehlsgewalt an zwei junge Rebellen übergeben.
       Mukhtar al-Nubi and Moamen al-Saqqaf. Dies hat Spannungen innerhalb des STC
       herbeigeführt.“
       
       Der Journalist Salah bin Lugbai, der dem STC nahesteht, sagte, Zubaidi habe
       zuvor saudische Vermittler getroffen, aber diese hätten „unmögliche
       Forderungen“ gestellt, etwa die Auflösung des STC. Dies habe Zubaidi
       abgelehnt und daher nur eine Delegation nach Riad geschickt. Zu dieser sei
       nach der Landung der Kontakt abgebrochen.
       
       Die Spannungen im Süden Jemens eskalieren seit einiger Zeit. Saudi-Arabien
       und die Vereinigten Arabische Emirate sind historisch die beiden
       militärischen Verbündeten der international anerkannten jemenitischen
       Regierung gegen die von Iran unterstützten Huthi-Rebellen, die in Jemens
       Hauptstadt Sanaa herrschen. Aber Saudis und Emiratis sind zerstritten, seit
       die Emirate die Abspaltung des Südens unterstützen.
       
       Saudi-Arabien sieht die militärischen Bewegungen des STC, der die Sezession
       betreibt, in den Provinzen Hadramaut und al-Mahrah entlang seiner Südgrenze
       als Bedrohung an. Als der STC eine Aufforderung zurückwies, sich aus diesen
       Regionen zurückzuziehen, flog Saudi-Arabien Luftangriffe auf den Hafen
       Mukalla in Hadramaut, wo militärische Ausrüstung aus den Emiraten für den
       STC gelandet war. Dies veranlasste Jemens Präsidialrat, das bestehende
       Verteidigungsabkommen mit den Emiraten auszusetzen und den Abzug aller
       emiratischen Kräfte aus dem Land zu fordern.
       
       Die in Sanaa im Norden Jemens herrschenden Huthi-Rebellen beobachten all
       diese Entwicklungen mit Sorge, obwohl sich ihre Medien darüber mokieren,
       dass ihre Gegner sich jetzt gegenseitig bekämpfen. Neue kriegerische
       Auseinandersetzungen in anderen Landesteilen könnten auf Dauer auch ihre
       Herrschaft gefährden, ebenso die zunehmenden regierungsfeindlichen Proteste
       in ihrer Schutzmacht Iran.
       
       7 Jan 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://presidentalalimi.net/en/news1502.html
 (DIR) [2] https://en.wikipedia.org/wiki/Aidarus_al-Zoubaidi
 (DIR) [3] https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdlicher_%C3%9Cbergangsrat
 (DIR) [4] https://x.com/CJFCSpox/status/2008741286912946684
       
       ## AUTOREN
       
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