# taz.de -- Erfolgreiche Schlichtungen: Weniger Streit zwischen Reisenden und Reiseunternehmen
       
       > Viele VerbraucherInnen fordern Entschädigungen für verspätete oder
       > ausgefallene Reisen ein. Vor allem eine Branche sorgt für Konflikte.
       
 (IMG) Bild: Flugzeug nicht angekommen? Vor allem bei Flugreisen fordern viele Reisende eine Entschädigung, wenn nicht alles nach Plan lief
       
       Menschen, die im Flughafen übernachten, volle Bahnsteige, an denen kein Zug
       mehr einrollen wird: Die Bilder von gestrandeten Reisenden in den
       Nachrichten sind ein wiederkehrender Anblick. Aber immerhin: Im Vergleich
       zum Vorjahr gab es 2025 weniger Streitfälle zwischen Fahrgästen und
       Reiseunternehmen – das gab [1][die Schlichtungsstelle Reise und Verkehr]
       bekannt. Zugleich verzeichnet der Verein so viele Konflikte zwischen
       KundInnen und Unternehmen wie selten.
       
       Für ihr Warten an Bahnhöfen oder Flughäfen, [2][für ausgefallene Reisen]
       oder geänderte Fahrtzeiten können VerbraucherInnen Entschädigung
       einfordern. Die Schlichtungsstelle Reise und Verkehr vermittelt zwischen
       ihnen und den Unternehmen.
       
       Laut der Schlichtungsstelle sanken die Konflikte zwischen Reisenden und
       Reiseunternehmen 2025 um rund 3.600 im Vergleich zum Vorjahr. Dabei konnte
       die Schiedsstelle einen großen Teil der Konflikte schlichten. In 90 Prozent
       der Fälle konnten sich Unternehmen und Reisende einigen.
       
       Die Streitfälle hatten 2024 ihr Rekordhoch erreicht. Sabine Cofalla,
       Geschäftsführerin der Schlichtungsstelle sagt: „Damals kamen einige
       Faktoren wie Streiks, IT-Ausfälle und Extremwetterlagen zusammen.“
       Personalengpässe und [3][Bauarbeiten an der Infrastruktur] kamen obendrauf.
       
       ## Welche Branche die meisten Schlichtungen verantwortet
       
       Laut dem Verein gingen im Flugverkehr die meisten Streitfälle auf
       gestrichene Reisen, Änderungen der Flugzeiten und Verspätungen zurück. Bei
       der Bahn waren größtenteils Zugausfälle und Verspätungen für Konflikte
       zwischen Reisenden und Bahn verantwortlich.
       
       Auch wenn vergangenes Jahr weniger Streitfälle bei der Schiedsstelle
       eingingen, liegt ihre Zahl auf einem hohen Niveau. „Das ist der
       zweithöchste Wert, den wir bisher verzeichnet haben“, sagt Cofalla. Während
       der Coronapandemie ist das Reisegeschäft eingebrochen. In dieser Zeit
       liefen entsprechend wenig Streitfälle bei der Schiedsstelle Reise und
       Verkehr ein.
       
       Laut der Schlichtungsstelle machen Flugreisen vier von fünf der Streitfälle
       aus. Erst dann folgen Bahnreisen. Konflikte, die den Nahverkehr,
       Schiffsverkehr oder Fernbusreisen betreffen, sind dagegen selten.
       
       Cofalla erklärt das damit, dass sich Reisende besonders bei kostspieligen
       Reisen um Entschädigung bemühen. „Flüge sind meistens teurer als das
       ÖPNV-Ticket, deshalb beschweren sich Reisende eher“, so die
       Geschäftsführerin.
       
       ## Immer mehr Menschen nutzen die Hilfe der Schlichtungsstelle
       
       Die Schiedsstelle könne laut Cofalla vermitteln, bevor Reisende die
       Unternehmen direkt verklagen. Voraussetzung sei allerdings, dass
       VerbraucherInnen sich vorab schon beim Reiseunternehmen selbst beschwert
       haben. Und: Das Unternehmen muss Mitglied der Schlichtung Reise und Verkehr
       sein. Das treffe auf über 400 Reiseunternehmen zu.
       
       Seit der Verein seine Arbeit aufgenommen hat, stiegen die Streitfälle bis
       ins erste Coronajahr kontinuierlich an. 2024 überschritt das Niveau das von
       vor Corona. Diese Entwicklung erklärt Cofalla sich dadurch, dass der Verein
       bekannter wurde. Mehr Streitschlichtungen zwischen Reisenden und
       Reiseunternehmen bedeuteten nicht unbedingt, dass Reisen per se anfälliger
       für Störungen geworden sind – sondern vor allem, dass mehr Menschen eine
       Entschädigung über die Schiedsstelle einfordern.
       
       Das könnte dann wieder notwendig werden, wenn nach Februar die
       Friedenspflicht der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) gegenüber
       der Deutschen Bahn endet – und möglicherweise Bahnstreiks drohen. [4][Die
       Tarifverhandlungen starten in wenigen Tagen.]
       
       7 Jan 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.schlichtung-reise-und-verkehr.de/
 (DIR) [2] /Reiseveranstalter-FTI-insolvent/!6011646
 (DIR) [3] /Verkehr-in-Deutschland/!6114667
 (DIR) [4] https://www.gdl.de/aktuelles/news/tarifverhandlungen-gestartet/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Tim Feldmann
       
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