# taz.de -- Doku „Europas Drogenmafia“: Ungehinderter Waren- und Drogenfluss
       
       > Wie Europas Staaten von der Drogenmafia unterwandert werden, zeigt eine
       > zweiteilige Arte-Doku. Besonders im Fokus: die Niederlande.
       
 (IMG) Bild: Internationaler Drogenumschlagplatz: der Seehafen von Antwerpen
       
       Am Wochenende nach Amsterdam zum Kiffen fahren, war noch bis vor Kurzem
       nichts Ungewöhnliches. Die „Coffeeshops“ hatten aus den Niederlanden ein
       Kifferparadies gemacht.
       
       Die Deiche, die Kanäle, die Seefahrt und der koloniale Warenhandel hatten
       die Niederlande allerdings schon in der frühen Neuzeit zu einer globalen
       Supermacht für Waren- und Drogenhandel werden lassen. Das
       Handelsunternehmen Niederländische Ostindien-Kompanie (VOC) ist das erste
       Aktienunternehmen der Geschichte und bringt im 18. Jahrhundert Geschäfte
       mit Opium in Gang.
       
       Diesen Handel übernimmt im 19. Jahrhundert offiziell der niederländische
       Staat, der Opium in staatseigenen Betrieben verkauft – eine Art Vorläufer
       der Coffeeshops. 1900 wird mitten in Amsterdam sogar eine Fabrik gebaut,
       die Kokain als pharmazeutisches Mittel produziert, was die Niederlande im
       Ersten Weltkrieg zum Weltmarktführer von Kokain werden lässt.
       
       Als die [1][Folgen des Konsums] samt Abhängigkeit dem Staat mehr Kosten als
       Nutzen einbringen, wird der Drogenhandel verboten, mit dem Effekt, dass
       sich die organisierte Kriminalität des Geschäfts annimmt.
       
       ## Die Drogenepidemie europäischer Innenstädte
       
       Von der Entstehungen und den Auswirkungen dieser Übernahme erzählt die
       Arte-Doku „Europas Drogenmafia. Der Reichtum einer Nation“ samt bekannten
       und weniger bekannten Folgen wie die Kokainschwemme, die Europas
       Innenstädte [2][eine Drogenepidemie beschert hat], und der Mord am
       niederländischen Journalisten wie Peter R. de Vries, der über die mafiösen
       Hintergründe berichtete.
       
       Dass die [3][Drogenmafia in Europa] Politik bestimmt, müsste viel mehr
       aktuelles politisches Gespräch sein. Erst diese Woche wurden vor Teneriffa
       10 Tonnen Kokain beschlagnahmt, einer der größten Funde jemals. Ein
       ARD-Brennpunkt dazu wäre nicht übertrieben gewesen.
       
       21 Jan 2026
       
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 (DIR) Doris Akrap
       
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