# taz.de -- Pensionsfonds kündigt US-Investor: Abschied von Blackrock
> Weil der Vermögensverwalter nicht zur nachhaltigen Vision passt, zieht
> der niederländische Pensionsfonds PME seine Anlagen ab.
(IMG) Bild: Der Chef von BlackRock, Larry Fink
PME, der niederländische Pensionsfonds der Metall- und
Technologie-Industrie, beendet nach mehr als zehn Jahren seine
Zusammenarbeit mit dem [1][Vermögensverwalter Blackrock]. Grund ist dessen
mangelndes Engagement für Klima und Nachhaltigkeit. In einer Erklärung, die
der Pensioenfonds Metalektro am Montag veröffentlichte, heißt es, man sei
mit der Zusammenarbeit zufrieden. Eine Evaluation im Hinblick auf den
eigenen „ESG- Rahmen“ – was für environment, social, governance steht –
habe allerdings ergeben, dass Blackrock „nicht zur Vision von PME“ passe.
Der fünftgrößte Pensionsfonds der Niederlande beruft sich auf sein
„Portfolio von morgen“, dessen beteiligte Unternehmen allesamt „auf der
Basis bewusster Entscheidungen, gerichtet auf gute Rendite und eine
lebenswerte Welt“ ausgewählt worden seien. Auch die externen
Vermögensverwalter sollten zu dieser Strategie passen. Daher habe man
„beschlossen, von Blackrock Abschied zu nehmen“. Das PME-Portfolio, vom
Financieel Dagblad auf 5 Milliarden Euro beziffert, wird künftig
ausschließlich von der schweizerischen UBS und der niederländischen MN
verwaltet.
Der Schritt kommt alles andere als überraschend. Schon seit Januar
herrschte bei PME, selbsterklärter „Pensionsfonds von und für
Zukunftsmacher*innen“, offene Verstimmung über den Kurs des weltweit
größten Vermögensverwalters. Damals wiederum hatte Blackrock selbst
Abschied genommen – und zwar von der Net Zero Asset Managers Initiative
(NZAM). Dieser Zusammenschluss von Vermögensverwaltern bekennt sich zu
Investitionen in Übereinstimmung mit einem Netto-null-Ansatz bezüglich des
Ausstoßes von Treibhausgasen.
Als Reaktion fragte PME BlackRock schriftlich um eine Erklärung. Ein Ende
der Zusammenarbeit stand bereits zur Debatte. Daan Spaargaren, bei PME als
Stratege für verantwortungsvolle Anlagen zuständig, skizzierte den
Hintergrund in niederländischen Medien: Blackrock habe unter
Geschäftsführer Larry Fink jahrelang im Sinne der Klimapolitik investiert,
sich aber seit dem Aufkommen Donald Trumps und des Konservatismus in den
USA völlig in die Gegenrichtung entwickelt.
## Richtungswandel bei Blackrock
Eingesetzt habe der Richtungswandel bei BlackRock bereits 2022, wie der
öffentlich-rechtliche TV-Sender NOS Spaargaren zitierte. Seitdem verliefen
Abstimmungen auf Aktionärsversammlungen weniger im Sinne von Nachhaltigkeit
und habe Blackrock sich aus verschiedenen Klima-Initiativen zurückgezogen.
Mit diesem Kurs „treiben sie ab von einem Vermögensverwalter, der dem
gleichen Ziel nachstrebt wie wir“.
Hintergrund der nun vollzogenen Trennung ist zum einen die Frage nach der
Rolle von Investment und Geldanlagen bei Nachhaltigkeits- und Klimapolitik
– ein weltweites Thema, für das es in den Niederlanden ein besonderes
Bewusstsein gibt. Mehrere Gerichtsurteile haben hier in den letzten Jahren
nicht nur die Verantwortung des Staats, sondern auch von (Groß-)
Unternehmen für den Klimaschutz festgestellt. Basierend darauf forderte die
Umweltorganisation Milieudefensie die 29 Top-Emissionäre des Landes auf,
einen Klimaplan vorzulegen.
Im Bereich der Pensionsfonds sorgte im Januar Branchenriese ABP für
internationale Schlagzeilen, als er seinen Ausstieg aus Tesla und den
Verkauf aller Aktien bekannt gab. Auslöser war in diesem Fall die überaus
großzügige Belohnung, die sich Geschäftsführer Elon Musk gönnte.
Jenseits der spezifisch niederländischen Dynamik fügt sich der Fall
PEM/Blackrock aber [2][auch in einen allgemeineren Kontext]: Er steht für
eine Entwicklung, in der Klimapolitik weltweit zunehmend in Bedrängnis
gerät und das Ende des fossilen Zeitalters längst nicht mehr ausgemachte
Sache ist.
16 Dec 2025
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## AUTOREN
(DIR) Tobias Müller
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