# taz.de -- momentaufnahmen: Wenn das Glas Quitten-gelee 5 Euro kostet
       
       Ich gehe nach einem Frühkaffee in meinem Frühkaffeelieblingsladen die
       Friedensallee entlang, sehe von Weitem eine Gruppe SchülerInnen auf mich
       zukommen; 12, 13 Jahre alt, plus minus. Eines der Mädchen trägt eine Art
       Bauchladen vor sich her. „Jetzt bist du dran, Frank“, sage ich zu mir. Und
       schon stellen sie sich mir in den Weg. „Schulprojekt … dafür Geld sammeln …
       alles selbst gemacht, wirklich“, listet das Bauchladenmädchen auf.
       
       Ich weiß: Unser Sohn war auf dieser Schule; hat Waffeln für sein
       Schulprojekt gebacken und verkauft, für Kanus mieten, dann die Peene hoch,
       die Peene wieder runter. Lange her, nicht vergessen. Ich schaue in den
       Bauchladen: Topflappen, Lesezeichen, noch mehr Topflappen, ein Glas
       Quittengelee. „Ich nehme das Quittengelee“, sage ich. „Wie viel?“
       
       Die SchülerInnen schauen mich ratlos an, ich bin wohl die Premiere. „Fünf
       Euro?“, kommt es leise von ganz hinten. „Fünf Euro!“, sagt das Mädchen mit
       kräftiger Stimme. Ich hole einen Fünfeuroschein hervor, sie ziehen beglückt
       davon. Nun ist die Heidelbeermarmelade aufgebraucht, gleich werde ich
       wissen, wie das Schulquittengelee schmeckt. Und wenn nicht, auch in
       Ordnung. Frank Keil
       
       20 Dec 2025
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Frank Keil
       
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