# taz.de -- Untersuchungsbericht zu Giftanschlag: Putin verantwortlich für Tod von Britin durch Nowitschok
       
       > Dawn Sturgess starb 2018 bei einem Anschlag auf den russischen
       > Doppelagenten Sergej Skripal in Salisbury. Ein Bericht macht den
       > Kremlchef verantwortlich.
       
 (IMG) Bild: Opfer Putins: Blumen in Gedenken an Dawn Sturgess, in der Nähe von Salisbury, Juli 2018
       
       afp | Russlands Staatschef Wladimir Putin wird in einem am Donnerstag
       veröffentlichten Untersuchungsbericht für den Tod einer britischen Mutter
       infolge des [1][Nowitschok-Anschlags] auf den früheren russischen
       Doppelagenten Sergej Skripal verantwortlich gemacht. Der Kreml-Chef trage
       die „moralische Verantwortung“ für den Tod der 44-jährigen Dawn Sturgess im
       Jahr 2018, heißt es in den Schlussfolgerungen der Untersuchung.
       
       Das Risiko, dass nicht nur das eigentlich geplante Opfer Skripal, sondern
       auch andere durch den Anschlag mit dem Nervengift getötet oder verletzt
       werden, sei „vollkommen absehbar“ gewesen, heißt es in dem
       Untersuchungsbericht weiter. Als Konsequenz wurde der russische Botschafter
       in London, Andrej Kelin, einbestellt. Von ihm wurde unter anderem
       „verlangt, dass Russland seine Kampagne feindlicher Aktivitäten gegen
       Großbritannien und die Nato beendet“, wie das britische Außenministerium
       mitteilte.
       
       Der Untersuchungsbericht habe bestätigt, „was die britische Regierung seit
       langem vermutet, nämlich dass der unverantwortliche Einsatz Russlands eines
       Nervengifts (…) auf britischen Boden“ zum Tod einer britischen
       Staatsbürgerin geführt habe, hieß es zur Begründung der Einbestellung des
       Botschafters. Als weitere Konsequenz kündigte das Außenministerium
       [2][Sanktionen] gegen die „Gesamtheit“ des russischen Militärgeheimdienstes
       GRU an.
       
       Die Mutter dreier Kinder war am [3][8. Juli 2018 in Salisbury gestorben],
       nachdem sie sich mit dem Inhalt einer vermeintlichen Parfümflasche besprüht
       hatte, die ihr Freund in einem Mülleimer gefunden hatte. Wie sich später
       herausstellte, enthielt die Flasche das tödliche Nervengift Nowitschok.
       
       Einige Monate zuvor, im März 2018, war in Großbritannien auf Skripal und
       seine Tochter Julia ein Nowitschok-Anschlag verübt worden. Beide überlebten
       die Vergiftung nach intensiver medizinischer Behandlung.
       
       Großbritannien machte Agenten des russischen Militärgeheimdienstes GRU für
       den Giftanschlag auf die Skripals verantwortlich, was Moskau bestritt. Die
       britischen Behörden vermuteten, dass die Agenten die Parfümflasche
       weggeworfen hatten.
       
       4 Dec 2025
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Skripal-Anschlag-in-Salisbury/!5536333
 (DIR) [2] /Skripal-Affaere-mit-Konsequenzen/!5526953
 (DIR) [3] /Nach-Anschlag-auf-Ex-Doppelagent-Skripal/!5519496
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Russland
 (DIR) Giftanschlag
 (DIR) Wladimir Putin
 (DIR) Sergej Skripal
 (DIR) Fernsehserie
 (DIR) Alexei Nawalny
 (DIR) US-Sanktionen
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Amazon-Serie über Skripal-Anschlag: Gift im Parfümflakon
       
       Eine Miniserie erzählt die Geschichte von Menschen in Salisbury nach dem
       Giftanschlag auf Ex-Agent Skripal. Die Spannung ist teils fast
       unerträglich.
       
 (DIR) Giftanschlag auf Agenten Sergei Skripal: Der Vorläufer
       
       Das Gift Nowitschok wurde schon 2018 beim Anschlag in England vom
       russischen Geheimdienst benutzt. Was lässt sich von Großbritanniens
       Vorgehen lernen?
       
 (DIR) US-Sanktionen gegen Russland: Schlag auf Schlag
       
       Die USA verhängen neue Sanktionen gegen Russland. Begründet werden sie mit
       dem Fall Skripal. Der Kreml streitet weiter alles ab.