# taz.de -- das detail: Hochrisikospiel, das
(IMG) Bild: Streng bewacht: Fans von Hertha BSC im Olympiastadion
Das Unterhaus ist das neue Oberhaus. So heißt es bisweilen, wenn sich
wieder einmal besonders viele Menschen aufmachen, um ein Spiel der zweiten
Männerfußball-Bundesliga im Stadion zu sehen. Am Samstag war das bei der
Partie von Hertha BSC gegen Dynamo Dresden in Berlin wieder der Fall. Knapp
71.000 Leute sahen den 2:0-Sieg der Berliner. Und sie sahen jede Menge
Polizei.
An die 1.000 Einsatzkräfte aus mehreren Bundesländern waren zusammengezogen
worden, um das Spiel zu sichern. Der extrem martialische Auftritt, zu dem
auch das Postieren eines Wasserwerfers vor dem Gästeeingang des
Olympiastadions gehörte, hat gewiss manchen Fan ebenso verstört wie das
Aufmarschieren einer Hundertschaft auf der Tartanbahn. Das Gekläffe der
Polizeihunde im Stadion gehörte zu den Begleitgeräuschen dieses Spiels, vor
dem in Boulevardmedien einen regelrechte Hysterie geschürt worden war, auch
weil viele Dresdner Karten außerhalb des für die Gäste vorgesehenen Blocks
gekauft hatten. Die Polizei hatte die Partie, zu der 30.000 Dynomo-Fans
angereist sein sollen, als Hochrisikospiel eingestuft. Am Ende kam es nach
einer Schlägerei im Stadion zu 30 Festnahmen und die Polizei sprach von
einem ruhigen Verlauf des Tages. Die Auseinandersetzung der Fans fand dann
eher mit Worten und Bildern statt als mit Gewalt. „Ob Karten, Levi’s,
Westfernsehen oder doch die DDR zurück. Irgendwas wollt ihr immer!“ war in
der Hertha-Kurve auf einem Transparent zu lesen. In der Dynamo-Ecke hing
eine DDR-Fahne und sowie das Banner „Vopos Rache“. Enge Freunde werden die
Fanszenen wohl nicht mehr. (arue)
3 Nov 2025
## AUTOREN
(DIR) Andreas Rüttenauer
## ARTIKEL ZUM THEMA