# taz.de -- IFA in Berlin: Die Roboter rufen
       
       > Anfang September zieht die Internationale Funkausstellung allerlei
       > Technik-Begeisterte zur Berliner Messe. Die Branche scheint das zu
       > brauchen.
       
 (IMG) Bild: Die Berliner IFA: Etwas für „Tech-Enthusiasten“
       
       Berlin taz | Für Berlin ist es das Event des Jahres – die Internationale
       Funkausstellung (IFA). Fünf Tage lang, zwischen dem 5. und 9. September,
       öffnet die international bekannte Messe die Türen. [1][„Tech-Enthusiasten“,
       wie IFA-Chef Leif Lindner am Donnerstag bei einer Pressekonferenz sie
       nennt, können dort allerlei Schnickschnack bestaunen und betatschen:]
       Computer, Game-Konsolen, KI-gesteuerte Haarprodukte, igelfreundliche
       Rasenmähroboter, und, wer sie zu fassen kriegt: Jan Böhmermann und Olli
       Schulz.
       
       Weg also vom reinen „Business to Business“-Programm, mit dem die IFA seit
       1924 Erfinder und Investoren vernetzt hatte. Das Kürzel IFA stehe nun für
       „Innovationen für alle“, sagt Lindner. Damit die Besucher auch die Kassen
       füllen, hat er die Werbestrategie kräftig hochgefahren. Neben Plakaten an
       Bahnhof, Flughafen und Litfaßsäulen sollen dieses Jahr auch doppelt so
       viele Influencer wie sonst Lust machen, zu konsumieren. „Wir schauen, dass
       wir die nächste Generation an uns binden“, sagt Lindner.
       
       Und weltoffen sei man dafür in seinen Partnerschaften gewesen. So fuhr die
       IFA mit dem House of Pride auf dem Christopher Street Day durch Berlin.
       Lindner selbst sei „lustigerweise“ auf einem Wagen gewesen, erzählt er
       vergnügt, „und habe dit Jjanze mal von oben anjeguckt“.
       
       Die Tech-Branche scheint das zu brauchen. Der Hemix Deutschland fällt seit
       2022 jedes Jahr. Das ist ein Index, der unter anderem die Verkaufsmenge von
       Elektrotechnik an Privatkonsumenten misst. Auch im ersten Halbjahr 2025
       sank der Index wieder um 0,9 Prozent. Das sei aber nur ein kleines Minus,
       findet Marktexpertin Sara Warneke. Die Leute seien eben von Zöllen, Krieg
       und Krisen verunsichert. Da würden sie sich öfter fragen, ob was mit den
       Produkten anzufangen sei. Das ist natürlich Gift für jede Branche.
       
       ## Nur noch fünf Tage
       
       Solange die Messebesucher nach in die Stadt strömen, kann das dem Land
       Berlin egal sein. Es ist der alleinige Gesellschafter der Berliner Messe.
       Und Messen jeder Art gehören zu den wichtigsten Einnahmen von Kommunen. Im
       letzten Jahr erzielte die Berliner Messe insgesamt fast 500 Millionen Euro
       Umsatz. Über 50 Millionen blieben als Überschuss übrig.
       
       Hinzu kommt, dass die vielen „Tech-Enthusiasten“ auch die lokale Wirtschaft
       ankurbeln. Etwa, in dem sie Hotelzimmer mieten oder in Restaurants essen
       gehen. [2][Bei angeschlagener Haushaltslage sind das gute Nachrichten.]
       
       Für die Berliner:innen bedeutet das aber auch, vieles ertragen zu
       müssen: Noch mehr Autos, die Autobahnen und Innenstadtbezirke verstopfen.
       [3][Unerträglich viele Touristen, die Berlins Unsehenswürdigkeiten
       begaffen.] Und nicht zuletzt mehr oder weniger erfolgreiche
       Kleinunternehmer, die in Kneipen erzählen, wie sie sich zu „CEOs“ gekrönt
       haben. Es sind ja nur fünf Tage.
       
       29 Aug 2025
       
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