# taz.de -- momentaufnahmen: Wenn nicht alle zu Fuß unterwegs sein wollen
       
       In Nürnberg läuft alles auf die Burg zu. Im wahrsten Sinne: Schon in der
       Altstadt ist das meiste Fußgängerzone. Fußgängerzone im Sinne von: hier
       keine Autos mehr, bitte.
       
       Die Burg thront, wie sich das für mittelalterliche Städte gehört, über der
       Stadt. Ob sie jetzt Nürnburg heißt und auf dem Nürnberg steht, ist nicht
       klar. Später erfährt man, dass es eigentlich zwei Burgen sind, die unter
       Nürnberger Burg zusammengefasst werden: die Burggrafenburg und die
       sogenannte Kaiserburg. Das Wetter an diesem Sommertag in Nürnberg ist
       tatsächlich kaiserlich, der Ausblick burggräflich, die Touristen sind
       zahlreich.
       
       Nach der Burgenbesichtigung ruhen wir uns im Schatten der Burg bei einem
       Kaffee aus, vis-à-vis dem Albrecht-Dürer-Haus, den wir wegen seiner
       betenden Hände ja eigentlich verachten. Auch scheint er privilegiert
       gewohnt zu haben – näher an der Burg geht kaum.
       
       Da kommt ein Mercedes und will in die Burgeinfahrt. Der Wirt springt auf:
       Einfahrt verboten! Großes Geschrei, bis sich der Mercedes rückwärts wieder
       aus der Fußgängerzone entfernt.
       
       Schon irre, diese Autos. Denken immer noch, sie könnten überall hin. René
       Hamann
       
       2 Aug 2025
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) René Hamann
       
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