# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Russland hält an Kriegszielen fest
       
       > Angriffe im Westen der Ukraine und Kämpfe an der Front. China kritisiert
       > das EU-Sanktionspaket. Die Ukraine-Kontaktgruppe berät über Kyjiw-Hilfen.
       
 (IMG) Bild: Zerbrochene Fenster nach einem russischen Angriff in Kyjiw am 21. Juli 2025
       
       ## Mindestens ein Toter in Kyjiw
       
       Ungeachtet [1][möglicher Verhandlungen über eine Waffenruhe hat Russland]
       seine massiven Luftangriffe auf Kyjiw auch in der Nacht fortgesetzt. Die
       Militärverwaltung der ukrainischen Hauptstadt meldete mindestens einen
       Toten infolge der Angriffe. Mindestens zwei weitere Menschen wurden den
       Angaben zufolge verletzt.
       
       Auch in der westukrainischen Stadt Iwano-Frankiwsk nahe der Grenze zu Polen
       gab es laut The Kyiv Independent Explosionen und Einschläge. Bei dem
       kombinierten Angriff mit Drohnen und ballistischen Raketen wurden dem
       Portal RBK Ukraine zufolge mehrere Menschen getötet und weitere verletzt.
       Polen und Verbündete hätten als Reaktion und zum Schutz des polnischen
       Luftraums Kampfjets gestartet, zitierten Medien aus einer Erklärung des
       Einsatzführungskommandos der polnischen Streitkräfte.
       
       Moskau hält vor möglichen neuen Verhandlungen über eine Waffenruhe in der
       Ukraine weiter an seinen Kriegszielen fest. „Das Wichtigste für uns ist,
       unsere Ziele zu erreichen. Unsere Ziele sind klar“, sagte Kreml-Sprecher
       Dmitri Peskow einem Reporter des russischen Staatsfernsehens am Sonntag.
       Gleichzeitig betonte er, dass der russische Präsident Wladimir Putin
       wiederholt seinen Wunsch geäußert habe, den Konflikt in der Ukraine so bald
       wie möglich friedlich beizulegen. „Dies ist ein langwieriger Prozess, der
       Anstrengungen erfordert, und es ist nicht leicht.“ (ap/dpa)
       
       ## Schwere Kämpfe auch an der Front
       
       Russische Angreifer und ukrainische Verteidiger haben sich am Sonntag
       erneut schwere Kämpfe entlang der Front im Osten der Ukraine geliefert. Wie
       der Generalstab in Kyjiw auf Facebook mitteilte, wurden von verschiedenen
       Abschnitten insgesamt 122 russische Angriffe gemeldet, die auch von
       Artillerie und der russischen Luftwaffe unterstützt wurden. Bei den
       Luftangriffen seien 71 gelenkte Gleitbomben auf ukrainische Stellungen
       abgeworfen worden. Die Angaben konnten nicht unabhängig geprüft werden.
       
       Der Schwerpunkt der russischen Angriffe [2][lag demnach einmal mehr bei
       Pokrowsk]. Dort hätten russische Einheiten 36 Angriffe aus verschiedenen
       Stoßrichtungen unternommen, teilte das Militär mit.
       
       Die Stadt Pokrowsk liegt im Westen der ostukrainischen Region Donezk an
       einem strategisch wichtigen Verkehrsknotenpunkt. Sie ist seit Monaten
       schwer umkämpft und inzwischen fast völlig zerstört. Die ukrainischen
       Verteidiger konnten den Vormarsch der russischen Besatzer auf die Stadt
       bremsen. Allerdings ist es den russischen Truppen inzwischen gelungen, im
       Norden und vor allem im Süden der Stadt vorzurücken, sodass der Stadt eine
       Einkesslung droht. (dpa)
       
       ## Kyjiw greift Moskau vor Verhandlungen mit Drohnen an
       
       Die Ukraine hat als Antwort auf den russischen Angriffskrieg Moskau mit
       einer bisher beispiellosen Zahl an Drohnen angegriffen. Die Flugabwehr der
       russischen Hauptstadt war die ganze Nacht zum Sonntag und auch tagsüber
       gegen die Flugobjekte im Einsatz. Der ukrainische Präsident Wolodymyr
       Selenskyj teilte nach einem Militärtreffen mit, dass die Schläge tief im
       russischen Hinterland intensiviert werden sollen. Damit will er den Druck
       erhöhen vor neuen Verhandlungen über eine Waffenruhe mit Russland, die er
       für diese Woche anvisiert.
       
       Ein Datum für die Gespräche gibt es noch nicht. Istanbul solle aber wie
       bisher wieder Ort des Treffens sein, berichtete die staatliche russische
       Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf eine nicht näher benannte Quelle
       aus den Verhandlungskreisen. Zuletzt hatte es Anfang Juni in Istanbul
       direkte Verhandlungen gegeben – allerdings ohne Aussicht auf eine von Kyjiw
       geforderte bedingungslose Waffenruhe. (dpa)
       
       ## Schäden durch Drohnen und Probleme im Flugverkehr
       
       Moskaus vier Hauptstadtflughäfen mussten wegen der Gefahr durch ukrainische
       Drohnen mehrfach ihren Betrieb unterbrechen. Im Stadtbezirk Selenograd
       wurden durch die Drohnenschläge zudem zahlreiche Hochhäuser beschädigt;
       Autos gerieten in Brand, Hunderte Scheiben gingen zu Bruch. Bewohner
       veröffentlichten auch Fotos ihrer verwüsteten Wohnungen, wie im
       Telegram-Kanal „chp_Zelenograd“ zu sehen war.
       
       Bürgermeister Sergej Sobjanin räumte Schäden ein, sie seien aber nicht
       schwer – und würden beseitigt. Wie in der Nacht meldete Sobjanin auch
       tagsüber immer wieder den Abschuss ukrainischer Drohnen, die Kurs auf
       Moskau genommen hätten. Ihre Zahl stieg auf rund 30 bis zum Nachmittag – so
       viele wie noch nie. Die Schäden und Opfer infolge der ukrainischen Angriffe
       stehen in keinem Verhältnis zu den vielen Toten und Verletzten sowie
       schweren Zerstörungen durch die russischen Attacken. (dpa)
       
       ## China droht EU vor Gipfel mit Vergeltung wegen Sanktionen
       
       Wenige Tage vor dem Gipfeltreffen zwischen der Europäischen Union und China
       hat Peking Gegenmaßnahmen auf ein Sanktionspaket Brüssels angedroht. Die EU
       habe trotz mehrfacher Einwände chinesische Unternehmen in [3][das 18.
       Sanktionspaket gegen Russland aufgenommen] und zwei chinesische
       Finanzinstitute aufgrund von „erfundenen Anschuldigungen“ sanktioniert,
       teilte das Handelsministerium in Peking mit. China lehne dies entschieden
       ab und werde Maßnahmen ergreifen, um die Rechte seiner Firmen und
       Finanzinstitute zu schützen.
       
       Brüssel hatte wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine am
       vergangenen Freitag weitere Sanktionen verhängt. Auf der langen Liste von
       Strafmaßnahmen fanden sich auch mehrere chinesische Unternehmen, weil sie
       demnach Russlands Angriffs direkt oder indirekt unterstützen.
       
       Das Vorgehen der EU habe negative Auswirkungen auf die Handelsbeziehungen
       und die Zusammenarbeit im Finanzbereich, erklärte das Handelsministerium.
       China fordere, die Praxis umgehend einzustellen.
       
       Die Äußerung der Behörde kommt vor dem 25. EU-China-Gipfel an diesem
       Donnerstag in Peking. Laut dem chinesischen Außenministerium werden
       EU-Ratspräsident António Costa und Kommissionspräsidentin Ursula von der
       Leyen Staatschef Xi Jinping und Ministerpräsident Li Qiang treffen. (dpa)
       
       ## Ukraine-Kontaktgruppe berät erneut über Hilfen für Kyjiw
       
       Hochrangige Vertreter von rund 50 Ländern kommen am Montag erneut zu einer
       Konferenz der Ukraine-Kontaktgruppe zusammen. Bei dem virtuellen Treffen
       werden ab 13.00 Uhr Statements zur Eröffnung von
       Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), dem britischen
       Verteidigungsminister John Healey und deren ukrainischem Kollegen Denys
       Schmyhal erwartet. Bei dem 29. Treffen geht es wie bei den früheren
       Konferenzen der Ukraine-Kontaktgruppe darum, die Militärhilfen für die
       Ukraine im Kampf gegen Russland abzustimmen und auszubauen. (afp)
       
       ## Frankreichs Außenminister zu Besuch in der Ukraine eingetroffen
       
       Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot ist erneut in die Ukraine
       gereist. Der Minister traf am Montag zu einem zweitägigen Besuch in der
       ukrainischen Hauptstadt Kyjiw ein, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP
       berichteten. Der Besuch zielt nach Angaben des französischen
       Außenministeriums darauf ab, die Ukraine in ihrer Verteidigung gegen den
       russischen Angriffskrieg zu unterstützen.
       
       „Nach den beispiellosen Sanktionen, die Frankreich und die Europäische
       Union gegen Russland verhängt haben, wird der Minister eine Bilanz der
       französischen Unterstützung für die Ukraine ziehen“, teilte das
       französische Außenministerium mit.
       
       Geplant sind demnach unter anderem Treffen mit Barrots ukrainischem
       Kollegen Andrij Sybiga, dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj
       sowie der neuen Regierungschefin des Landes, Julia Swyrydenko. Da die
       russischen Streitkräfte weiterhin regelmäßig die ukrainische
       Energieinfrastruktur angriffen und „damit die Sicherheit der Ukraine und
       des europäischen Kontinents bedrohen“, werde Barrot auch das havarierte
       Kernkraftwerk Tschernobyl besuchen, erklärte das Ministerium. (afp)
       
       21 Jul 2025
       
       ## LINKS
       
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