# taz.de -- Chinesische Soldaten im Ukrainekrieg?: Kein großer Unterschied
       
       > Die Nachricht von chinesischen Soldaten an der Seite Russlands klingt
       > beunruhigend. Doch der wahre Einfluss Chinas zeigt sich auf anderen
       > Gebieten.
       
 (IMG) Bild: Der russische Präsident Wladimir Putin (r) und der chinesische Präsident Xi Jinping während des BRICS-Gipfels 2024 in Russland
       
       Dass nun [1][ein paar chinesische Soldaten auf der Seite Russlands
       kämpfen], wie die Ukraine erklärt, mag auf den ersten Blick wie eine
       bahnbrechende Nachricht wirken. Tatsächlich ändert sie wenig an den realen
       Gegebenheiten. Nicht falsch verstehen: Die Volksrepublik China ist in
       diesem Krieg keine neutrale Macht, sondern steht zweifelsfrei an der Seite
       Russlands.
       
       Die chinesische Wirtschaft liefert Wladimir Putin einen großen Teil an
       Gütern, ohne die seine Kriegsmaschinerie keineswegs so glatt laufen würde.
       Und auch rhetorisch arbeiten die zwei Staaten gemeinsam und beständig
       daran, die westliche Weltordnung umzustürzen.
       
       Doch dies stand bereits seit Langem fest. [2][Die chinesischen Soldaten
       machen insofern kaum einen Unterschied], zumal es bislang keine Hinweise
       darauf gibt, dass sie von der Volksbefreiungsarmee entsandt wurden, also
       reguläre chinesische Soldaten sind. Tatsächlich ist dies nach jetzigem
       Kenntnisstand unwahrscheinlich, wenn auch nicht ganz auszuschließen. Europa
       täte in jedem Fall gut daran, die Entwicklungen weiter mit kritischem Blick
       zu verfolgen.
       
       Aller Voraussicht nach handelt es sich bei den Chinesen um „Freiwillige“,
       die sich auf eigene Faust der russischen Armee angeschlossen haben. Das ist
       natürlich unerfreulich, doch es kommt nun mal vor. Einen Unterschied für
       den Kriegsverlauf werden sie nicht machen.
       
       Und auch wenn die Nachricht also wenig an den realen Gegebenheiten ändert,
       dürfte sie für die mediale Realität schlussendlich doch entscheidend sein:
       Denn plötzlich wird der Fokus stärker auf Chinas Rolle im Ukrainekrieg
       gelegt, wird Pekings Propaganda-Rhetorik, wonach sie selbstlose
       Friedensvermittler seien, kritischer hinterfragt. Und das ist nicht nur gut
       so, sondern auch längst überfällig.
       
       Denn Fakt ist: Xi Jinping möchte nicht, dass Wladimir Putin als Verlierer
       aus diesem Krieg hervorgeht. Dementsprechend tut die Volksrepublik China
       fast alles, um eine Niederlage Russlands zu verhindern. Aber, und das
       bleibt festzuhalten, direkte Waffen- oder Truppenlieferungen gehören nicht
       dazu – zumindest bislang.
       
       9 Apr 2025
       
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