# taz.de -- Meme über Trump-Zölle: Pinguine marschieren gen Washington
       
       > US-Präsident Trump hat nicht nur Menschen mit Zöllen belegt, sondern auch
       > Pinguine. Doch die zeigen sich wehrhaft. Wir sollten uns ein Vorbild an
       > ihnen nehmen!
       
 (IMG) Bild: Sie kommen, um sich zu beschweren: Pinguine (wie diese von Dreamworks „Madagascar“)
       
       [1][Trumps Handelszölle] wirbeln den Finanzmarkt auf der ganzen Welt auf.
       Die Aktienkurse fallen, manch eine*r fühlt sich in die globale Finanzkrise
       2008/2009 zurückkatapultiert. Doch neben den naheliegenden Verlierenden bei
       einer solchen Krise, Anzugträger*innen in Frankfurt und Millennials
       mit Microtrading-App, gibt es auch Zoll-betroffene Geschöpfe, die von der
       Mehrheitsbevölkerung wahrscheinlich mehr Mitleid erwarten können:
       [2][Pinguine].
       
       Pinguine, die eine Eisfläche entlangwackeln, um im Weißen Haus über die
       amerikanischen Zölle zu verhandeln, „in ihren besten Anzügen und Krawatten
       übrigens“. Pinguine, die im Smoking und mit Aktenkoffer aus einem Flugzeug
       in Washington aussteigen. Pinguine, die vor dem weißen Haus stehen und auf
       einen offiziellen Termin mit dem Präsidenten warten. Pinguine, die nicht
       zur Verhandlungsdelegation gehörten und in der eisigen Heimat für die
       militärische Verteidigung ihrer Inseln trainieren.
       
       Was sich anhört wie ein Best-of-Zusammenschnitt der Pinguine aus dem
       [3][DreamWorks-Animationsfilm „Madagascar“], ist ein neues Meme-Format, das
       mit Trumps teilweise bizarre Entscheidungen in der Handelspolitik spielt.
       Der belegte nämlich nicht nur neue Einfuhrzölle auf Waren aus Ländern mit,
       na ja, richtigen Menschen, sondern auch auf Gebiete, in denen die einzigen
       Bewohner Tiere sind.
       
       Die Pinguine des zu Australien gehörenden antarktisnahen Gebiets Heard
       Island and McDonald Islands beispielsweise müssen sich in Zukunft mit einem
       zehnprozentigen Exportzoll herumschlagen. Das Internet aber zeigt: Sie
       geben sich nicht kampflos geschlagen und sind bereit, knallhart zu
       verhandeln.
       
       Was Pinguine despotischen Präsidenten, die die die Finanzmärkte in den
       freien Fall treiben, und Finance-Siblings, die jetzt die ersten
       Auswirkungen direkt spüren, allerdings voraushaben, ist ein bestimmtes
       Verhalten, mit dem sie sich vor der Kälte schützen: das „Huddling“.
       
       Beim Huddling, englisch für Zusammenrücken, wärmt eine große Gruppe
       Pinguine Individuen in ihrer Mitte, indem sie eben: zusammenrückt. Die
       Positionen im Kreis werden regelmäßig durchgetauscht. Durch dieses
       Verhalten der Solidarität trotzen sie selbst eisigsten Temperaturen. Eine
       Form des Zusammenhalts, die republikanischen Politiker*innen und
       neoliberalen Trader*innen fremd sein dürfte.
       
       Und nicht nur die könnten sich beim Pinguin-Huddling eine Scheibe
       abschneiden. Obwohl Anleger*innen die erste Welle der jetzt losgelösten
       Verschärfung der globalen Wirtschaftskrise am härtesten zu spüren bekommen,
       wird sie letztendlich alle treffen. Gerade jetzt, wo wegen der
       wirtschaftlichen Lage am laufenden Band Sozialkürzungen beschlossen werden,
       ist es wichtig, zueinander zu stehen. Nicht die Hetze gegen
       Sozialleistungsempfänger*innen mitzumachen, sondern allen einen
       Platz in der warmen Mitte des Huddling-Kreises zu gewähren um zusammen der
       Kälte von Krise, Krieg und dem Aufstieg der globalen Rechten zu trotzen.
       
       Eine gute Sache hat das abgeschiedene Leben für die Pinguine auf Heard
       Island und den McDonald Islands allerdings. Im Südpolargebiet bekommen sie
       trotz der neuen Zölle von den Problemen wahrscheinlich nichts mit. Auch
       wenn ein Blick auf Social Media einen auf gegenteilige Gedanken bringt.
       
       8 Apr 2025
       
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