# taz.de -- Zollstreit mit den USA: Die US-Tech-Konzerne haben sich verzockt
       
       > Trumps Zollpolitik hat schmerzhafte Folgen auch für die USA. Der
       > Präsident bemüht Durchhalteparolen, Elon Musk hat einen überraschenden
       > Vorschlag.
       
 (IMG) Bild: Der Hafen von San Francisco war bislang ein wichtiger Umschlagplatz für Importe aus China: Das dürfte sich nun ändern
       
       Berlin taz | Donald Trump reagiert nach seiner Zollkeule mit Häme auf
       Pekings Gegenmaßnahmen. „China hat es falsch gemacht“, die Führung sei „in
       Panik geraten“, schreibt der US-Präsident in Großbuchstaben auf seiner
       Social-Media-Plattform Truth Social.
       
       Dabei scheint er – [1][nicht zuletzt wegen der Massenproteste am
       Wochenende] und dem Börsenabsturz – nervös geworden zu sein. „Haltet
       durch“, versuchte Trump am Wochenende seine Landsleute zu beruhigen. Es
       werde nicht leicht, schrieb der US-Präsident. Und versprach: Das
       Endergebnis werde „historisch“ sein.
       
       Ein Grund für die Nervosität: Immer mehr US-Bürgern dämmert, dass vieles
       für sie künftig sehr viel teurer wird. Trump hatte am Mittwoch hohe Zölle
       auf Importe aus 180 Staaten angekündigt. Besonders betroffen ist China. Auf
       Waren aus der Volksrepublik sollen 34 Prozent aufgeschlagen werden –
       zusätzlich zu den bereits verhängten 20 Prozent. Damit steigen die gesamten
       Zölle für die nach den USA größte Wirtschaftsnation der Welt in diesem Jahr
       auf 54 Prozent. Das bedeutet, dass die Inflation in den USA stark ansteigen
       wird. Denn gerade bei Haushalts- und Alltagsgegenständen importieren die
       USA das meiste aus der Volksrepublik. Weil die Firmen die Zölle fast immer
       an die Verbraucher weitergeben, werden diese die Zeche bezahlen müssen. Für
       Einfuhren aus der Europäischen Union gilt seit Samstag ein genereller
       20-prozentiger Aufschlag. Das wird für weiteren Preisauftrieb in den USA
       sorgen.
       
       ## Pekings großer Gegenschlag
       
       [2][China hatte am Freitag seinerseits mit Gegenzöllen von 34 Prozent auf
       US-Waren reagiert.] Damit werden Produkte aus den Vereinigten Staaten zwar
       auch in China teurer. Aber die Chinesen können sehr viel leichter Ersatz
       anderswo auf der Welt finden – zumal sie nicht wie die USA Zölle auf Waren
       aus fast allen Ländern der Welt verhängt haben.
       
       Der große Schlag ist aber ein anderer: China reagiert nicht nur mit
       Gegenzöllen, sondern auch mit Exportbeschränkungen von Seltenen Erden.
       Konkret geht es um sieben Arten. Dabei handelt es sich um Rohstoffe, die
       für fast alle modernen Technologien unentbehrlich sind, auch für
       militärische Hightech-Produkte. China hat bei diesen Rohstoffen nahezu ein
       Monopol – bei der Weiterverarbeitung sogar einen Weltmarktanteil von 93
       Prozent. Die Sanktionen werden auch Auswirkungen auf die EU haben, etwa
       wenn die Europäer zum Ausbau ihrer Verteidigung moderne Waffentechnik aus
       den USA beziehen wollen, über die sie selbst nicht verfügen.
       
       ## Tech-Bosse werden nervös
       
       Häme gegenüber den USA zeigte denn auch ein Sprecher des chinesischen
       Außenministeriums. Er postete auf seiner Facebook-Seite ein Bildschirmfoto
       mit der Entwicklung der Aktienindizes Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq, die am
       Freitag alle um mehr als fünf Prozent abgesackt waren. „Der Markt hat
       gesprochen“, kommentierte er die Entwicklung.
       
       Die Tech-Bosse, die sich bei Trumps Amtseinführung in Hoffnung auf
       glänzende Geschäfte bei ihm angebiedert hatten, werden bereits nervös.
       Trumps Zollpaket hat bereits ihr Aktienvermögen in Billionenhöhe
       vernichtet. Dem Onlinehändler Amazon drohen massive Gewinneinbußen: Ein
       Großteil der auf seinen Handelsplattformen angebotenen Ware kommt aus
       China. Apple lässt dort die meisten iPhones von Auftragsherstellern
       herstellen. Elon Musk produziert die Hälfte aller Teslas in Shanghai. Der
       Absatz dort – wie auch in Europa und in den USA – ist seit Jahresbeginn
       massiv eingebrochen.
       
       Tesla-Chef Musk überraschte indes am Wochenende mit einem überraschenden
       Vorschlag: Der einflussreiche Berater von Trump sprach sich per
       Videoschalte bei einem Parteitag der rechten italienischen Regierungspartei
       Lega in Florenz im Zollstreit für eine transatlantische Freihandelszone
       aus. Er hoffe, dass sich [3][die USA und Europa] auf eine noch engere
       Partnerschaft als bisher einigen könnten. Sprich: gar keine Zölle mehr.
       
       6 Apr 2025
       
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