# taz.de -- Präsidentenwahl in Ecuador: Nach erster Wahlrunde in die Stichwahl
       
       > Der liberalkonservative Amtsinhaber Daniel Noboa will sich bestätigen
       > lassen, bekommt aber Konkurrenz von links. Im April treten sie wieder
       > gegeneinander an.
       
 (IMG) Bild: Wofür haben sie wohl abgestimmt? Ein Soldat und ein Wahlhelfer in Ecuador am 8. Februar 2025
       
       Quito dpa | Amtsinhaber Daniel Noboa und die Herausforderin Luisa González
       ziehen in die zweite Runde der Präsidentenwahl in Ecuador ein. Der
       liberalkonservative Staatschef kam nach Auszählung von knapp 91 Prozent der
       Stimmen auf rund 44,3 Prozent, wie das Wahlamt in der Nacht mitteilte. Die
       Linkspolitikerin González aus dem Lager von Ex-Präsident Rafael Correa
       erhielt demnach gut 43,8 Prozent. Die beiden Bestplatzierten aus insgesamt
       16 Kandidaten treffen am 13. April in einer Stichwahl aufeinander.
       
       Der künftige Staatschef oder die künftige Staatschefin stehen vor enormen
       Herausforderungen: Das einst sichere Land war zuletzt in die Gewalt
       abgerutscht. [1][Mächtige Drogenbanden] machen sich in Ecuador breit, über
       die Pazifikhäfen werden große Mengen Kokain vor allem nach Europa und Asien
       geschmuggelt. [2][Präsident Noboa] erklärte den Ausnahmezustand und
       schickte die Streitkräfte in den Kampf gegen die Gangs.
       
       Zudem steckt das südamerikanische Land in einer Verfassungskrise.
       [3][Präsident Noboa] ließ sich für den Wahlkampf nicht beurlauben, wie es
       eigentlich von der Verfassung vorgesehen ist. Damit soll vermieden werden,
       dass Amtsinhaber staatliche Mittel für ihre Kampagne missbrauchen.
       Rechtsexperten zufolge hätte Noboa die Regierungsgeschäfte vor der Wahl an
       seine Vizepräsidentin Verónica Abad übergeben müssen, mit der er allerdings
       über Kreuz liegt.
       
       Der Sohn eines reichen [4][Bananen-Unternehmers] war im Oktober 2023 zum
       Präsidenten gewählt worden, nachdem sein Vorgänger Guillermo Lasso nach
       zwei Jahren im Amt das Parlament aufgelöst und vorgezogene Neuwahlen
       angesetzt hatte. Da Noboa lediglich die reguläre Amtszeit von Lasso zu Ende
       führte, standen jetzt nach nur eineinhalb Jahren erneut Wahlen an.
       
       10 Feb 2025
       
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