# taz.de -- Effizienter sparen mit Elon Musk: Das Gruselkabinett des Donald Trump
       
       > Der designierte Präsident setzt auf Musk und auf eine radikale
       > Umstrukturierung: Neue Personalentscheidungen für eine
       > Anti-Bürokratie-Abteilung.
       
 (IMG) Bild: Große Freude bei Elon Musk – er wird Donald Trump als Berater für Effizienz in seiner kommenden Amtszeit unterstützen
       
       Berlin taz Der designierte US-Präsident Donald Trump schreitet eilig weiter
       voran mit der Besetzung zukünftiger Regierungsposten. Am Dienstag lüftete
       er zumindest ein wenig das Geheimnis, welche Rolle X-, Tesla- und
       SpaceX-Chef [1][Elon Musk nun tatsächlich spielen soll: Der 53-jährige
       Unternehmer werde gemeinsam mit Geschäftsmann Vivek Ramaswamy] die neu
       geschaffene Abteilung für „Government Efficieny“ leiten, ließ Trump
       verlauten. Diese solle „Regierungsbürokratie abbauen“, „verschwenderische
       Ausgaben kürzen“ und „Bundesbehörden umstrukturieren“, so Trump. Sie soll
       dabei kein direkter Teil der Regierung sein, möglicherweise ein Kniff, um
       Musk die Offenlegung seiner Finanzbeteiligungen zu ersparen.
       
       „Wichtig ist, dass wir die massive Verschwendung und den Betrug ausmerzen,
       die in unseren jährlichen 6,5 Billionen Dollar an Regierungsausgaben
       existieren“, sagte Trump. Wie genau das funktionieren soll, bleibt
       weitgehend unklar. Interessenkonflikte sind programmiert. Der geborene
       Südafrikaner Musk, der zusätzlich die US-amerikanische und die kanadische
       Staatsangehörigkeit besitzt, ist nicht nur der reichste Mensch der Welt,
       sondern auch einer der einflussreichsten US-Amerikaner. Einerseits steht er
       mit Trump in engem persönlichen Kontakt, soll seit dem Wahlsieg an
       Personalentscheidungen beteiligt und bei Gesprächen mit ausländischen
       Staatschefs zugegen sein – wie kürzlich bei einem Telefonat mit dem
       ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj.
       
       [2][Andererseits sind Musks Unternehmen in hohem Maß abhängig vom
       Wohlwollen des Staates]. Tesla erhält umfassende öffentliche Förderung,
       SpaceX erhielt in den vergangenen Jahren Staatsaufträge über mehr als 10
       Milliarden Dollar und mischt auch über die Landesgrenzen im politischen
       Geschehen mit. Die Ukraine etwa nutzt das Satellitennetzwerk Starlink zur
       Koordination von Drohnen im Krieg.
       
       In seiner neuen Position wäre Musk unter dem Deckmantel des
       Bürokratieabbaus in der Lage, die Geschäfte seiner eigenen Firmen zu
       überwachen. Gegen etliche davon, wie etwa das Unternehmen Neuralink,
       welches Chips herstellt, die in Gehirne implantiert werden sollen, liefen
       in der Vergangenheit Untersuchungen und Gerichtsverfahren. Auch dürfte Musk
       ein direktes Interesse am Abbau staatlicher Umweltschutz-Auflagen fürs
       SpaceX neueste Raketentests im US-Bundesstaat Texas haben. Das Testgelände
       befindet sich in unmittelbarer Nähe eines Naturschutzgebietes, über die
       strengen Vorschriften hatte Musk sich mehrfach echauffiert.
       
       ## Musk ist ein begeisterter Anhänger von Donald Trump
       
       Schon früh im US-Wahlkampf hatte Musk sich als begeisterter Anhänger seines
       Milliardärskollegen [3][Donald Trump zu erkennen gegeben]. Täglich
       bekräftigte er dies über seine Plattform und befeuerte den politischen
       Diskurs zugunsten der Republikaner. Dass Musk für sein Engagement mit einem
       Posten belohnt werden würde, zeichnete sich ebenfalls schnell ab.
       
       Inwiefern der 39-jährige Vivek Ramaswamy sich an Musks Seite in der
       Anti-Bürokratie-Abteilung hervortun wird, bleibt indes weitgehend offen.
       Nachdem dieser seine Bewerbung auf die republikanische
       Präsidentschaftskandidatur früh zugunsten von Trump zurückgezogen hatte,
       wurde der Pharma-Unternehmer zu Trumps regem Unterstützer, verbreitete
       Verschwörungserzählungen in dessen Sinne. Ramaswamys Sparpläne beinhalten
       die Streichung jeglicher Hilfe für die Ukraine, die Auflösung von FBI und
       Bildungsministerium sowie Massenentlassungen von Bundesangestellten. Das
       deckt sich mit den Plänen, die sowohl Trump in seiner Agenda 47 als auch
       die Heritage Foundation in ihrem Project 2025 umrissen hatten.
       
       Auch in der Außen- und Sicherheitspolitik verkündete Trump weitere
       Personalentscheidungen: Verteidigungsminister soll Pete Hegseth werden –
       vielleicht die erste wirklich große Überraschung. Denn der 44-Jährige hat
       zwar in Nationalgarde und Militär gedient, war in Guantánamo, Irak und
       Afghanistan – ist aber weit entfernt von der Welt der
       verteidigungspolitischen Entscheidungen. Stattdessen arbeitet er seit zehn
       Jahren bei beim konservativen TV-Sender Fox News als Host der populären
       Sendung „Fox and Friends“ – soweit bekannt die Lieblingsshow von Donald
       Trump.
       
       [4][Hegseth hat sich in der Show und einer ganzen Reihe von Büchern als
       Vertreter der wahren Kriegshelden] gegen das Establishment präsentiert.
       2019 verteidigte er Navy Seals, die verschiedener Kriegsverbrechen
       beschuldigt wurden, und sorgte mit dafür, dass der damalige Präsident Trump
       sie begnadigte.
       
       ## Fox-Moderator Pete Hegsteh wird Verteidigungsminister
       
       Vor wenigen Wochen umriss Hegseth in einem Interview seine Ideen fürs
       Militär: Zuerst müsse Generalstabschef Charles Q. Brown Jr. gefeuert
       werden. Und weiter: „Jeder General, jeder Admiral, was auch immer, der an
       Diversitäts-, Gleichstellungs-, Inklusionsprogrammen oder irgendeiner woken
       Scheiße beteiligt war, muss weg.“ Mit Hegseth bringt Trump also einen
       radikalen Kulturkämpfer an die Spitze des Verteidigungsministeriums – das
       wird noch Ärger geben.
       
       Die Nominierung John Ratcliffes als neuer CIA-Chef ist im Vergleich dazu
       konventionell. Ratcliffe, der einen klassischen Weg als konservativer
       Republikaner aus Texas ins Repräsentantenhaus absolviert hatte, diente
       Trump während dessen erster Amtszeit für einige Monate als Chef der
       Geheimdienste. Beliebt gemacht hatte er sich 2019, als er Sonderermittler
       Robert Mueller, der die Verwicklung des Wahlkämpfers Trump mit russischen
       Manipulationsversuchen untersuchte, besonders scharf attackierte.
       
       In Kontinuität zu Trumps erster Amtszeit steht auch die Nominierung Mike
       Huckabees als neuer US-Botschafter in Israel. Huckabee, ein evangelikaler
       Rechter und vehementer Unterstützer der derzeitigen israelischen Regierung,
       hatte sich mehrfach selbst erfolglos um die republikanische
       Präsidentschaftskandidatur beworben. Seine Tochter Sarah Huckabee Sanders
       diente Trump während dessen erster Amtszeit als Pressesprecherin. Huckabee
       steht den Plänen zur Annexion von Teilen oder des gesamten Westjordanlandes
       durch Israel ausgesprochen positiv gegenüber.
       
       13 Nov 2024
       
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