# taz.de -- Entwertung der Bundesliga: Alltag besser gegen Stade Brest
       
       > Bezüglich Spannung überholt die Champions League derzeit die hiesige
       > Spitzenspielklasse. Sogar die Zweite Liga ist besser.
       
 (IMG) Bild: Conference-League-Spieltag in Molde, Norwegen, Oktober 2024
       
       Borussia Dortmund ist der neue Tabellenführer. Durch einen souveränen
       7:1-Heimsieg lösten die [1][Borussen] den strauchelnden FC Bayern an der
       Spitze ab. An welcher Spitze? Die der Bundesliga? Nein, die der
       [2][Champions League], die erstmals eine richtige League, also Liga, ist.
       
       Die Champions bilden ein Tableau von nicht weniger als 36 Clubs, und es ist
       anzunehmen, dass die Liga im Laufe der Zeit sukzessive zusammengedampft
       wird auf 32 und weniger Vereine. Der Plan der UEFA, die dräuende Superliga
       ins Reich der Reichenfantasien zu verbannen, scheint aufzugehen. Die neue
       Liga ist reizvoll, spannend, unvorhersehbar. Hinter Borussia Dortmund
       lauert [3][Stade Brest] auf dem 2. Platz. Und wann zuletzt war Real Madrid
       irgendwo nur 17.? Vielleicht noch nie.
       
       Wenn zukünftig also noch irgendwo von „Ligaalltag“ die Rede ist, wird die
       Champions League gemeint sein oder ihre Unterklassen, die [4][Europa-] und
       die [5][Konferenzliga]. In letzterer spielen Rapid Wien, der 1. FC
       Heidenheim, Omonoia Nikosia oder der Pathos FC. Äh, Paphos. Die Großen
       spielen oben, die Kleinen unten, so wie sich das gehört.
       
       In der Bundesliga, das ist die Wochenendliga, durch die man wegen der
       lästigen Qualifikation auch noch spielen muss, spielen unterdessen der FC
       St. Pauli (Aufsteiger) gegen den FSV Mainz 05 (0:3) oder Bayer Leverkusen
       (irrer Weise amtierender Meister) gegen Holstein Kiel (Aufsteiger; 2:2). Es
       gibt Spieltage, da spielen Hoffenheim und Heidenheim gegeneinander. Während
       in Liga 2 der FC Schalke 04 und Hertha BSC Berlin aufeinandertreffen. Zum
       Beispiel.
       
       Vielleicht sollte sich die [6][DFL] – keiner weiß, warum es zwei Verbände
       gibt, die den deutschen Fußball leiten – an der CL ein Beispiel nehmen und
       auch die 36er-Liga einführen: Für die Granden wie Borussia Dortmund macht
       es kaum einen Unterschied, sie werden wie anderswo der FC Sevilla so oder
       so aufpassen müssen, nicht einmal das große Geschäft zu verschlafen, weil
       sie meinen, in den unteren Ebenen auch ohne Leistung gewinnen zu können
       (die Folge: 1:2 bei Union Berlin). Und Hertha, der FC und der HSV wären
       wieder erstklassig, wie sich das gehört. Und – durch das ausgeklügelte
       System muss niemand 2 x 35 Spiele austragen, sondern, sagen wir, nur 8.
       
       Von der Champions League lernen heißt siegen lernen!
       
       Bis dahin aber müssen wir noch die Bundesliga ohne Tradition und einen
       gespreizten Terminkalender ertragen müssen. Zum Glück ist erst mal
       Länderspielpause. In der spielt Deutschland in Bosnien-Herzegowina.
       Hoffentlich für einen guten Zweck.
       
       6 Oct 2024
       
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