# taz.de -- Großflächige IT-Störung: Von wegen souverän
       
       > Die weltweite Störung hat gezeigt: In Sachen Digitalem sollten wir uns
       > nicht abhängig machen. Quelloffene Software könnte hier ihre Stärke
       > ausspielen.
       
 (IMG) Bild: Was an Digitalem ist unverzichtbar für unsere Gesellschaft?
       
       Medizinische Versorgung, Banken, Flughäfen, Kommunen – durch zahlreiche
       Branchen [1][zogen sich am Freitag und teils noch am Wochenende die Folgen
       einer IT-Störung]. Warum die Auswirkungen so weltumspannend waren? Nun:
       Immer mehr Firmen setzen bei IT auf wenige spezialisierte Dienstleister.
       Die Finanzaufsicht Bafin warnte bereits davor, dass diese zunehmende Praxis
       eine Gefahr für das Finanzsystem darstellt – etwa bei einem Angriff.
       
       Dass es [2][nicht mal ein Angriff sein muss], sondern Menschen auch so
       ausreichend Fehler machen, zeigt der aktuelle Vorfall. Und er rückt zwei
       Themen in den Mittelpunkt, die angesichts der geopolitischen Lage gern von
       Politiker:innen gefordert, in der Praxis aber verschleppt werden:
       Resilienz und digitale Souveränität.
       
       Zwar hat die Bundesregierung jüngst mit den Telekom-Konzernen ausgehandelt,
       [3][den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei schrittweise zu ersetzen].
       Doch wenn eine Videokonferenz-Software für ein Ministerium gesucht wird,
       ein Cloud-Anbieter für eine öffentliche Stelle oder ein Office-Paket für
       Schulen – dann stehen am Ende oft doch wieder die Namen der großen
       US-Konzerne im Vertrag.
       
       ## Lasst jeden Kundigen reinschauen
       
       Und die EU ist Berichten zufolge gerade dabei, ein Förderprogramm für freie
       und quelloffene Software zu beenden. Also für Software, die ein
       Gegengewicht bilden kann zu kommerziellen Angeboten, die regelmäßig mit
       digitaler Überwachung und zahlreichen Abhängigkeiten einhergehen.
       
       Schon klar: Das nächste große IT-Ding wird nicht aus Europa kommen,
       Förderprogramm hin oder her. Doch bei digitaler Souveränität geht es nicht
       um Disruption, also darum, einen Markt umzukrempeln. Sondern um Subsistenz.
       Also um die Frage: Was an Digitalem ist für unsere Gesellschaft so
       unverzichtbar, dass wir uns nicht abhängig machen sollten? Gerade hier kann
       freie, quelloffene Software ihre Stärken ausspielen. Weil sie den
       Sicherheitsaspekt quasi in ihrer DNA hat. Quelloffen heißt, jede:r Kundige
       kann reinschauen, Fehler finden, verbessern, anpassen. Wenn das nicht
       souverän ist – was dann?
       
       21 Jul 2024
       
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