# taz.de -- Sorge vor einem Tsunami: Indonesischer Vulkan Ruang spuckt
       
       > Die Vulkaninsel auf dem Pazifischen Feuerring ist in Unruhe. Es bebt und
       > donnert. Aus einem Krater schießen erneut Asche und Gestein in die Luft.
       
 (IMG) Bild: Bei einer großen Eruption könnten Teile der Insel ins Meer stürzen: Blick auf den Ruang vom 19. April 2024
       
       Jakarta dpa | Der [1][seit Wochen aktive Vulkan Ruang] in Indonesien kommt
       nicht zur Ruhe. In der Nacht zum Dienstag (Ortszeit) schleuderte der 725
       Meter hohe Feuerberg im Sangihe-Archipel nördlich der Insel Sulawesi eine
       2.000 Meter hohe Säule aus Asche, Rauch und Gestein in den Himmel,
       „begleitet von donnernden Geräuschen und anhaltenden Beben“, wie die
       nationale Agentur für Geologie berichtete.
       
       Daraufhin gaben die Behörden erneut die höchste Alarmstufe aus. Anwohner in
       einem Radius von sechs Kilometern um den Krater wurden aufgefordert, sich
       umgehend in Sicherheit zu bringen und Masken zu tragen.
       
       Es sei ein deutlicher Anstieg sowohl sehr tiefer als auch flacher
       vulkanischer Beben verzeichnet worden, schrieb die Agentur. Dies deute auf
       eine Magmawanderung aus tiefen Reservoirs an die Oberfläche hin. Die
       Menschen in der Region sollten unbedingt auf mögliche pyroklastische Ströme
       – Ströme aus heißer Asche, Gestein und Gas – [2][sowie Tsunamis achten],
       die durch ins Meer gestürzte Felsbrocken oder den Zusammenbruch des
       gesamten Vulkankörpers verursacht werden könnten.
       
       Am Ruang gibt es seit Mitte April Eruptionen. Mehrmals spuckte der Vulkan
       bis zu 3.000 Meter hohe Wolken aus Asche und Gestein. Teilweise wurde der
       Flugverkehr in der Region eingestellt. In der vergangenen Woche wurde die
       Alarmstufe aber zunächst gesenkt, nachdem sich der Ruang etwas beruhigt
       hatte.
       
       ## Insel könnte kippen
       
       Schon vor zwei Wochen drohten Teile der Vulkaninsel ins Meer zu stürzen.
       Laut dem staatlichen Zentrum für Meteorologie, Klimatologie und Geophysik
       (BMKG) könnten Ausbrüche die Flanken eines Vulkans oder schlimmstenfalls
       den gesamten Berg zum Einsturz bringen – und so Tsunamis mit meterhohen
       Flutwellen und verheerenden Folgen auslösen.
       
       Im Jahr 1871 löste ein Ausbruch des Ruang einen Tsunami mit bis zu 25 Meter
       hohen Wellen aus. Auf der fünf Kilometer entfernt liegenden Nachbarinsel
       Tagulandang starben damals rund 400 Menschen.
       
       Der weltgrößte Inselstaat Indonesien liegt auf dem sogenannten Pazifischen
       Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Entlang dieses Gürtels
       kommt es häufig zu Erdbeben und Vulkanausbrüchen. In Indonesien gibt es
       etwa 130 [3][aktive Vulkane].
       
       30 Apr 2024
       
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