# taz.de -- Neuer Ärger in Berlin-Lichtenberg: Hönicke will alten Posten zurück
       
       > In der Zeit ohne SPD-Stadtrat Kevin Hönicke hat das Bezirksamt
       > Lichtenberg die Ressorts neu verteilt. Nun soll alles rückgängig gemacht
       > werden.
       
 (IMG) Bild: Umstrittener Genosse: Lichtenbergs Stadtrat Kevin Hönicke beim SPD-Parteitag
       
       Berlin taz | Im Bezirksamt Lichtenberg soll alles wieder wie früher werden:
       Mit der [1][Rückkehr von SPD-Stadtrat Kevin Hönicke an seinen Arbeitsplatz]
       müsse auch die während seiner Freistellung vom Dienst im Dezember erfolgte
       Umbildung des Bezirksamts rückgängig gemacht werden. Und Hönicke, seither
       Schulstadtrat, wieder Baustadtrat werden. Das fordert die Bezirks-SPD, die
       sich nach taz-Informationen am Dienstagabend mit Grünen und Linken zu einer
       Krisensitzung trifft.
       
       Nachdem [2][Hönicke im vergangenen Oktober freigestellt wurde], wurden bald
       darauf auch die Karten im Bezirksamt neu gemischt. Bezirksbürgermeister
       Martin Schaefer (CDU) hatte Hönicke zunächst ohne Angaben von Gründen
       suspendiert. Dem SPD-Politiker wird, wie später bekannt wurde, Verrat von
       Dienstgeheimnissen vorgeworfen. Hönicke streitet das ab.
       
       Anfang März hob das Oberverwaltungsgericht das Dienstverbot für Hönicke in
       einem einstweiligen Verfahren auf, so dass er – zumindest vorläufig – ins
       Bezirksamt zurückkehren konnte. Über den Ausgang seines
       Disziplinarverfahrens wegen des Vorwurfs der Weitergabe von
       Dienstgeheimnissen ist noch nicht entschieden.
       
       Die Zeit ohne Hönicke nutzten CDU und Linke, um das Bezirksamt umzubilden.
       Linken-Stadträtin Camilla Schuler bekam Hönickes Bauressort. CDU-Frau
       Catrin Gocksch, die sich als Schulstadträtin unbeliebt gemacht hatte, bekam
       dafür Schulers Sozialressort. Und Hönicke, studierter Lehrer immerhin,
       wurde in Abwesenheit zum Schulstadtrat ernannt. Es hagelte Kritik von SPD
       und Grünen im Bezirk.
       
       Mit seiner einstweiligen Rückkehr erhebt Hönicke nun Anspruch auf sein
       altes Ressort. Bezirksbürgermeister Schaefer lehnt das ab. Im Bezirksamt
       haben SPD, Linke und Grüne aber eine Drei-zu-zwei-Mehrheit. Über die
       Umbildung des Bezirksamtes kann dieses allein entscheiden. Zur Wahrheit
       gehört: In der Vergangenheit lagen im Bezirk [3][vor allem Hönickes SPD auf
       der einen und die Linke auf der anderen Seite im Dauerclinch].
       
       Intern zeigte sich nach Informationen der taz auch der Landesvorstand der
       Linken nicht erfreut, dass die Genossen in dem für sie einst so wichtigen
       Bezirk Lichtenberg mit der CDU mal wieder gemeinsame Sache machten, statt
       die Gunst der Stunde für rot-rot-grüne Absprachen zu nutzen. Inzwischen
       soll es bei Teilen der Lichtenberger Linken ein Umdenken geben.
       
       19 Mar 2024
       
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