# taz.de -- Präsident Milei in Bedrängnis: Inflation steigt auf über 250 Prozent
       
       > Es ist die höchste Teuerungsrate seit der Hyperinflation 1991: Allein im
       > Januar legten die Preise in Argentinien um 20 Prozent zu.
       
 (IMG) Bild: Unter Druck: Argentiniens Präsident Milei am Montag beim Staatsbesuch in Italien
       
       Buenos Aires dpa/afp | Die jährliche Inflationsrate in Argentinien ist auf
       254,2 Prozent gestiegen. Im Januar legten die Preise in dem von einer
       schweren Wirtschaftskrise betroffenen südamerikanischen Land um 20,6
       Prozent zu, wie die nationale Statistikbehörde [1][Indec] am Mittwoch in
       Buenos Aires mitteilte. Vor allem die Kosten für Körperpflegeprodukte,
       Transport und Kommunikation zogen kräftig an. Damit begann das Jahr 2024 in
       Argentinien mit der höchsten Teuerungsrate seit der Hyperinflation von
       1991.
       
       Die Inflation in Argentinien ist eine der höchsten der Welt. Die
       zweitgrößte Volkswirtschaft Südamerikas leidet unter einem aufgeblähten
       Staatsapparat, geringer Produktivität der Industrie und einer großen
       Schattenwirtschaft, die dem Staat viele Steuereinnahmen entzieht.
       
       Der neue ultraliberale Präsident Javier Milei will Argentinien mit einem
       radikalen Sparprogramm wieder auf Kurs bringen. Die Regierung wertete die
       Landeswährung Peso kräftig ab und kündigte die Kürzung von Subventionen auf
       Gas, Wasser, Strom und den öffentlichen Nahverkehr an, was die Preise
       weiter befeuern dürfte.
       
       Seine [2][Reformpläne] für eine Deregulierung der Wirtschaft hatten in der
       vergangenen Woche im Parlament einen Rückschlag erlitten. Das
       Abgeordnetenhaus stimmte dafür, das Reformvorhaben vom Plenum zurück in die
       Ausschüsse zu schicken. Mileis Partei La Libertad Avanza selbst hatte den
       entsprechenden Antrag angesichts fehlender Unterstützung der anderen
       Parteien gestellt – kurz bevor Abstimmungen zu umstrittenen
       Privatisierungen anstanden.
       
       ## Mileis Reformen strittig
       
       Das Parlament hatte zuvor nach einer mehrtägigen Marathondebatte
       grundsätzlich für Mileis umfassendes Reformpaket gestimmt. In der Folge
       begannen Debatten und Abstimmungen über die einzelnen Elemente und Artikel
       des umfassenden Gesetzesvorhabens.
       
       Strittige Themen sind insbesondere die Übertragung von Sonderbefugnissen
       auf die Regierung im Falle einer wirtschaftlichen Notlage, der Umfang der
       Privatisierungen von Staatsunternehmen sowie Deregulierungs- und
       Sparmaßnahmen für Bereiche wie Wahlsystem, Renten, Bildung, Kultur, Straf-
       und Familienrecht. Am Rande der parlamentarischen Debatte war es zu
       Protesten und Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei
       gekommen.
       
       Milei reagierte erbost auf den Rückschlag für sein Reformvorhaben. Die
       politische „Kaste“ habe sich gegen den an den Wahlurnen zum Ausdruck
       gebrachten Willen des Volkes gestellt, schrieb der Präsident im
       Kurzbotschaftendienst X, früher Twitter. „Wir wissen, dass es nicht leicht
       sein wird, ein System zu verändern, in dem die Politiker sich auf Kosten
       der Argentinier (…) bereichert haben.“
       
       ## 40 Prozent leben in Armut
       
       Die drittgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas steckt seit Jahren in einer
       tiefen Krise. Mehr als 40 Prozent der Bevölkerung leben in Armut.
       
       Der Politik-Neuling und Rechtspopulist Milei hatte das Präsidentenamt im
       Dezember mit der Ankündigung angetreten, Argentinien einer „Schocktherapie“
       zu unterziehen. In der Folge wertete die Regierung bereits die
       Landeswährung Peso um mehr als 50 Prozent ab und begann mit dem Abbau von
       Subventionen in den Bereichen Verkehr und Energie.
       
       15 Feb 2024
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.indec.gob.ar/uploads/informesdeprensa/ipc_02_24DC34E376E0.pdf
 (DIR) [2] /Mega-Gesetzespaket-in-Argentinien/!5991038
       
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