# taz.de -- Auftaktsieg gegen Kaiserslautern: St. Pauli kann auch Rückrunde
       
       > Mit 2:0 siegte der FC St. Pauli zum Rückrundenauftak gegen
       > Kaiserslautern. Das macht Mut für das Projekt Bundesliga-Aufstieg.
       
 (IMG) Bild: Starker Einstand: Neuzugang Aljoscha Kemlein jubelt mit dem Torschützen Elias Saad
       
       Hamburg taz | Den Verantwortlichen des FC St. Pauli dürfte ein Stein vom
       Herzen gefallen sein nach dem 2:0-Sieg gegen den 1. FC Kaiserslautern zum
       Rückrundenauftakt. Denn in den vergangenen Jahren hatte sich eine kleine,
       ungute Tradition etabliert: St. Pauli spielt entweder eine aufstiegsreife
       Hin- oder Rückrunde, versemmelt die jeweils andere Halbserie aber so
       gründlich, dass es unterm Strich [1][nichts wird mit dem Aufstieg] in die
       Erste Fußballbundesliga.
       
       In der laufenden Saison war überdeutlich, in welche Kategorie die Hinrunde
       gefallen war: St. Pauli hatte die Zweite Liga über weite Strecken
       dominiert. Aber würde das Team daran anknüpfen? Oder markierten die eher
       verkrampften Unentschieden in Osnabrück und gegen Wiesbaden im Dezember
       schon den Umschwung? War es schon der Anfang vom Ende des Aufstiegstraums,
       als [2][Holstein Kiel] dann noch in der Tabelle [3][vorbeizog und
       Herbstmeister wurde]?
       
       Gegen Kaiserslautern zeigte St. Pauli seine beiden Gesichter. Das ist eine
       gute Nachricht. Das Team machte einerseits ungewohnt viele Fehler im
       Aufbauspiel, entfaltete selten die erdrückende Dominanz der Hinrunde und
       hatte in zwei Situationen großes Glück, dass Kaiserslautern den Ball auch
       aus wenigen Metern Entfernung nicht ins Tor brachte.
       
       Andererseits kreierten die Hamburger zahlreiche Chancen und nutzten zwei
       davon. Am Ende hätten es mehr sein können, hätten sie ihre Konter besser
       ausgespielt – die Schwächen in der Chancenverwertung sind über die
       Winterpause nicht einfach verschwunden.
       
       Aber dieses 2:0 ist viel mehr wert, als ein weiteres Mal den Gegner an die
       Wand zu spielen, ohne zu gewinnen. Nicht nur, weil es dafür drei Punkte
       gibt. Sondern auch aus psychologischen Gründen: Solche Serien, wie sie St.
       Pauli in den letzten Jahren erlebt hat, können zur sich selbst erfüllenden
       Prophezeiung werden. Dass es nicht wieder so kommen muss, das ist die
       Botschaft dieser Mannschaft an sich selbst.
       
       Und das gelang sogar ohne Kapitän Jackson Irvine, der Australien mit zwei
       Toren fast allein ins Achtelfinale beim Asien-Cup geschossen hat. Und
       deswegen noch weiter fehlen wird – so wie Connor Metcalfe, sein erster
       Stellvertreter bei St. Pauli.
       
       Doch auch dafür hat Trainer Fabian Hürzeler eine Lösung gefunden: Von
       Beginn an brachte er den bislang einzigen Neuzugang in diesem Winter,
       Aljoscha Kemlein, bis zum Saisonende von Union Berlin ausgeliehen, erst 19
       Jahre alt und fast ohne Wettkampferfahrung im Profibereich. Kemlein ließ
       erkennen, warum Union den Hamburgern keine Kaufoption gewährt hat: Von
       Beginn an sehr präsent, interpretierte er seine Rolle etwas offensiver als
       Irvine und spielte vor beiden Toren – durch Elias Saad und Marcel Hartel –
       den vorletzten Pass. Er hat also gehörig Anteil daran, dass St. Pauli am
       kommenden Sonnabend als Tabellenführer zum Spitzenspiel nach Düsseldorf
       reist.
       
       21 Jan 2024
       
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 (DIR) Jan Kahlcke
       
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