# taz.de -- Bürgerkrieg im Sudan: Vermittlung gescheitert
       
       > Ein Gipfel afrikanischer Staaten endet mit dem Rückzug des Sudans aus der
       > Regionalorganisation. Friedensbemühungen für den Sudan scheitern.
       
 (IMG) Bild: Nicht zum Gipfel mit verfeindetem Milizenführer Hametti bereit: Sudans Staatsoberhaupt Abdel Fattah al-Burhan im August 2023
       
       Berlin taz | Die afrikanischen Vermittlungsbemühungen für ein Ende des
       Bürgerkrieges in Sudan sind in einem Fiasko geendet. Sudans Regierung unter
       Militärmachthaber Abdelfattah al-Burhan verkündete am Samstag ihren
       vorläufigen kompletten Rückzug aus der Regionalorganisation [1][Igad
       (Intergovernmental Authority for Development)]. Diese Organisation vereint
       die Staaten am Horn von Afrika und versucht im Auftrag der Afrikanischen
       Union (AU) seit Monaten, die Bürgerkriegsparteien Sudans an einen Tisch zu
       bringen.
       
       Am vergangenen Donnerstag hatte Igad zu ihrem jüngsten Gipfeltreffen in
       Ugandas Hauptstadt Kampala auch [2][Sudans aufständischen Milizenchef
       Mohamed Hamdan Daglo, genannt Hametti, eingeladen]. Burham blieb darauf dem
       Gipfel fern, und Sudan verkündete die Suspendierung seiner Mitarbeit in
       Igad.
       
       Zum Abschluss ihres Gipfeltreffens forderten die IGAD-Staaten eine
       „sofortige und bedingungslose Waffenruhe“ in Sudan und setzten Burhan und
       Hametti eine Frist von zwei Wochen, sich endlich zu treffen. Sudans
       Außenministerium wies das scharf zurück, weil es die beiden Kriegsparteien
       auf die gleiche Stufe stelle. Dies sei „eine Verletzung der Souveränität
       Sudans und beleidigend für die Familien von Opfern der Gräueltaten
       aufständischer Milizen“, hieß es.
       
       Außerdem sei der Krieg in Sudan ohne vorherige Konsultation mit Sudans
       Regierung auf die Tagesordnung des Gipfels gesetzt worden, was eine
       unzulässige Einmischung in innere Angelegenheiten darstelle. Damit
       begründet das Außenministerium in Khartum nun das am Samstag schriftlich
       erklärte „Einfrieren“ der sudanesischen Igad-Mitgliedschaft.
       
       ## Todeszahlen gelten als weit untertrieben
       
       Mitte April 2023 hatte Sudans damaliger Vizepräsident Hametti mit seiner
       Miliz RSF (Rapid Support Forces) einen Aufstand gegen Sudans
       Militärregierung unter Präsident Burhan und die von ihm kommandierte Armee
       begonnen.
       
       [3][Die Kämpfe] zwischen Armee und RSF haben seitdem nach UN-Schätzungen
       mindestens 13.000 Tote und 7,6 Millionen Flüchtlinge produziert. Die
       Todeszahlen gelten als weit untertrieben. UN-Experten gehen in einem neuen,
       noch unveröffentlichten Bericht von über 10.000 Toten allein bei der
       Einnahme des Ortes El Geneina durch die RSF in der westsudanesischen Region
       Darfur aus.
       
       Sudans Regierung will nun nach einem [4][Bericht des
       Online-Nachrichtendienstes Sudan Tribune] beim UN-Sicherheitsrat die
       Einstufung der RSF als Terrororganisation erreichen. Damit wäre jede
       weitere politische Vermittlung, wie sie neben AU und Igad auch die USA und
       Saudi-Arabien versucht haben, voraussichtlich vom Tisch und einer
       verstärkten internationalen Aufrüstung beider Seiten stünde nichts mehr im
       Wege.
       
       21 Jan 2024
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://igad.int/
 (DIR) [2] /Gipfelmarathon-in-Afrika/!5986510
 (DIR) [3] /Kaempfe-in-Sudan-trotz-Ramadan-Ende/!5929445
 (DIR) [4] https://sudantribune.com/article281499/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Dominic Johnson
       
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