# taz.de -- Ein Böllerverbot muss her: Habt ihr den Knall nicht gehört?
       
       > Ist es die Tradition wert, dass Kriegsgeflüchtete retraumatisiert werden?
       > Dass Tiere und Atemluft leiden? Was hält uns ab vom Verbot?
       
 (IMG) Bild: Berlin, Neujahr
       
       Sie kommen so zuverlässig wie das neue Jahr, schon vor und erst recht nach
       Silvester: die [1][hitzigen Diskussionen] um ein Böllerverbot. Ich frage
       mich inzwischen, welcher Gründe es noch bedarf, um es endlich
       durchzuziehen.
       
       Trotz des gezielten Beschusses von Einsatzkräften in Berlin durch
       Pyrotechnik, trotz teils schwerverletzter Menschen in allen Bereichen und
       allen Teilen Deutschlands und trotz des Anstiegs der krankmachenden und
       umweltschädlichen Feinstaubbelastung sieht anscheinend niemand, auch nicht
       die CDU, [2][die Lösung des Problems in einem Böllerverbot].
       
       Durch die Knallerei – teils schon tagsüber und vor allem natürlich in der
       Neujahrsnacht – werden Millionen Tiere in Angst und Schrecken versetzt, die
       Belastung für die Umwelt durch den mit Rückständen verunreinigten Müll
       kommt dazu.
       
       Mir gibt es zu denken, dass sich [3][Menschen aktuell in Kriegsgebieten
       unter Bombardierung verstecken] und um ihr Leben fürchten, während wir
       [4][im Westen das Privileg genießen], uns – unter anderem – an diesen
       Geräuschen zu erfreuen. Wir denken dabei nicht an die Kriegsgeflüchteten
       aus der Ukraine oder Syrien, die durch lautes Knallen retraumatisiert
       werden können. Schließlich sind derart laute Geräusche dort, wo sie
       herkommen, mit einer unmittelbaren Bedrohung für Leib und Leben verbunden.
       
       Ich frage mich ernsthaft, welche Freude Menschen dabei empfinden, wenn sie
       [5][mit Böllern zum Jahreswechsel nach alter Tradition „Geister
       vertreiben“] und mit vollster Überzeugung an dieser Art des „Feierns“
       festhalten, obwohl sie wissen müssten oder zumindest könnten, welchen
       Schaden sie damit bei Traumatisierten, Tieren und Umwelt im Gesamten
       anrichten.
       
       ## Zivilisiert feiern geht nicht?
       
       Es fehlt jetzt nur noch eine Aussage von Friedrich Merz, der das
       Silvesterfeuerwerk offiziell, wie auch den Weihnachtsbaum, zum Teil
       unserer „deutschen Leitkultur“ erklärt.
       
       Wir haben soeben das Jahr 2024 begrüßt – und können uns doch sicherlich auf
       eine zivilisiertere Art des Feierns einigen, oder nicht?
       
       3 Jan 2024
       
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 (DIR) Rameza Monir
       
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