# taz.de -- Handball-WM der Frauen: Aus dem Außen geworfen
       
       > Deutschland gewinnt 45:22 deutlich gegen Iran. Ein Spiel, bei dem es mehr
       > zu lernen gab, als das Ergebnis ausdrückt.
       
 (IMG) Bild: Handball-WM 2023: Deutschland schlägt Iran
       
       Einfach nur Außenseiterinnen, das hätte nicht gereicht. Nein, die
       Iranerinnen gelten bei dieser [1][Handball-WM], die aktuell in drei
       skandinavischen Ländern ausgetragen wird, als „krasse Außenseiterinnen“.
       Noch äußerer geht nicht.
       
       Um diesen Status [2][Irans] zu illustrieren, gewann die deutsche Auswahl am
       Samstag im dänischen Herning mit 45:22. Für die deutschen Spielerinnen, die
       am Donnerstag schon gegen Japan gewannen, läuft es also. Am heutigen Montag
       geht es gegen Polen um den Gruppensieg. Die Iranerinnen, zum zweiten Mal
       bei einer WM dabei, wollen bloß nicht Letzte werden.
       
       Innovativ tritt das Team auf. Nicht nur, weil [3][Hidschabs] im
       internationalen Sport, zumal in Ballsportarten, selten zu sehen sind.
       Innovativ wirkte auch die taktische Maßnahme, in Ballbesitz die Torfrau
       herauszunehmen und mit sieben Feldspielerinnen das Spiel drehen zu wollen.
       
       Ob Hidschabs in einem Sport, in dem auch am Rande des Blickfelds alles
       wahrgenommen werden muss, einen Nachteil darstellen, ist schwer zu sagen.
       Die, die ihn tragen, verneinen das, und ihre Kompetenz dürfte am höchsten
       sein. Dass aber der Verzicht auf die Torfrau bei einer konterintensiven
       Sportart wie Handball, zumal gegen ein deutlich überlegenes Team, nicht die
       beste Idee ist, das dürfte das iranische Trainerteam bei der Auswertung der
       Niederlage herausfinden.
       
       Noch ein Punkt sollte bei der Analyse Berücksichtigung finden: dass nämlich
       Fatemeh Khalili, die Torhüterin, genau die Spielerin im Team ist, die Iran
       zum erhofften ersten Sieg bei einem WM-Spiel verhelfen könnte. Im
       Auftaktspiel gegen Polen hielt sie so gut, dass die Polinnen nach 10
       Minuten eine Auszeit nahmen, um sich neu zu sortieren. Dass Polen letztlich
       35:15 gewann und auch nach diesen ersten 10 Minuten schon 6:1 führte, war
       letztlich keine Überraschung. Die Art und Weise, wie die Iranerinnen rund
       um Khalili verteidigten, schon.
       
       Die 27-jährige Fatemeh Khalili spielt in der 2. rumänischen Liga, die im
       internationalen Vergleich nicht herausragt, aber aus Sicht des iranischen
       Handballs lässt sich daraus schon eine wichtige Erkenntnis gewinnen:
       Öffnung und das Sammeln von Erfahrung sind im internationalen Sport
       unerlässlich. Der Versuch hingegen, bloß in der heimischen Turnhalle und
       mithilfe von Lehrbüchern spielerisches Niveau steigern zu können, macht aus
       Außenseiterinnen nur krasse Außenseiterinnen.
       
       3 Dec 2023
       
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