# taz.de -- +++ Nachrichten zum Nahost-Krieg +++: Hamas soll Vorräte in Tunneln bunkern
       
       > Die israelische Armee fordert die Bevölkerung zum Verlassen von Nordgaza
       > auf. Hamas-Mitglieder bestätigen die Nutzung der Gaza-Klinik für
       > Sprengstoffe und Waffen.
       
 (IMG) Bild: Rauch über Gaza nach einem israelischen Luftschlag am 28. Oktober
       
       ## Hamas-Mitglieder bestätigen Nutzung der Gaza-Klinik
       
       Israels Armee hat am Samstag Videos veröffentlicht, in denen mutmaßliche
       Mitglieder der islamistischen Hamas die Nutzung des größten Krankenhauses
       im Gazastreifen für ihre Zwecke bestätigen. Unter dem Schifa-Krankenhaus
       gebe es „unterirdische Ebenen“, sagte ein Terrorist laut einem der Videos
       in einem Verhör.
       
       Die Hamas transportiere dort etwa ihre Sprengstoffe, Waffen, Lebensmittel
       und medizinische Ausrüstung, hieß es darin. Aus dem Video geht auch hervor,
       dass Hamas-Mitglieder sich bei israelischen Angriffen in Kliniken oder
       Schulen versteckten. Grund dafür sei, dass Israel diese nicht bombardiere.
       
       Die Videos zeigen nach Angaben des Militärs die Verhöre zweier
       Hamas-Terroristen, die an den brutalen Massakern am 7. Oktober in
       israelischen Grenzorten beteiligt waren. Die Angaben ließen sich zunächst
       nicht unabhängig überprüfen.
       
       Israels Armee hatte zuvor unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse
       mitgeteilt, dass die im Gazastreifen herrschende Hamas die größte Klinik in
       dem Küstengebiet als Kommando- und Kontrollzentrum nutze. Die Hamas
       verwende zudem auch verschiedene Abteilungen des Schifa-Krankenhauses, um
       „Terroraktivitäten“ und Raketenabschüsse zu befehlen und zu kontrollieren,
       hieß es weiter. Auch andere Kliniken würden für die Zwecke der Islamisten
       missbraucht. Die Armee zeigte unter anderem Satellitenbilder und weitere
       Beweismaterialien. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig
       überprüfen.
       
       Die Hamas, die von Israel, der EU und den USA als Terrororganisation
       eingestuft wird, bestritt die Nutzung des Krankenhauses für „militärische
       Zwecke“. (dpa)
       
       ## Israelische Armee: Gaza-Stadt jetzt ein „Schlachtfeld“
       
       Die israelische Armee hat die palästinensische Zivilbevölkerung gewarnt,
       dass Gaza-Stadt und Umgebung inzwischen zu einem „Schlachtfeld“ geworden
       seien. Die Schutzräume in dieser Zone seien „nicht sicher“, erklärte die
       Armee am Samstag in Flugblättern, die aus Kampfflugzeugen über dem
       Gazastreifen abgeworfen wurden. Darin werden die Zivilisten aufgefordert,
       „unverzüglich“ in Richtung Süden zu flüchten.
       
       Kurz zuvor hatte die israelische Regierung mitgeteilt, dass der Krieg
       Israels mit der Hamas „in eine neue Phase getreten“ sei. „Vergangene Nacht
       hat der Boden in Gaza gebebt. Wir haben oberhalb der Erde und unterhalb der
       Erde angegriffen“, sagte der israelische Verteidigungsminister Joav Gallant
       in einer Videobotschaft, in der er sich auf die israelischen
       Bombardierungen von Tunnelanlagen im Gazastreifen bezog. (afp)
       
       ## Israel zieht Diplomaten aus Türkei ab
       
       Das israelische Außenministerium ruft seine Diplomaten in der Türkei
       zurück. „Angesichts der schwerwiegenden Äußerungen aus der Türkei habe ich
       die Rückkehr der diplomatischen Repräsentanten angeordnet, um eine
       Neubewertung der Beziehungen zwischen Israel und der Türkei vorzunehmen“,
       teilt Außenminister Eli Cohen per X (ehemals Twitter) mit. Welche
       Äußerungen gemeint sind, teilt Cohen nicht mit. (rtr)
       
       ## Israel fordert erneut zum Verlassen von Nordgaza auf
       
       Das israelische Militär fordert die Bewohner im Norden des Gazastreifens
       erneut auf, das Gebiet zu verlassen. „Dies ist eine dringende militärische
       Empfehlung“, schreibt Militärsprecher Daniel Hagari auf X (ehemals
       Twitter). „Zu Ihrer unmittelbaren Sicherheit fordern wir alle Bewohner des
       nördlichen Gazastreifens und von Gaza-Stadt auf, vorübergehend in den Süden
       umzuziehen.“ Der bevorstehende Einsatz der israelischen Streitkräfte solle
       die Bedrohung durch die Hamas mit Präzision und Intensität neutralisieren.
       (rtr)
       
       ## Israelische Städte werden aus Gazastreifen beschossen
       
       Israelische Städte sind am Samstag weiter vom palästinensischen
       Gazastreifen aus beschossen worden. In den Ortschaften im Grenzgebiet zu
       dem Küstenstreifen heulten mehrmals Warnsirenen, wie die israelische Armee
       mitteilte. Auch im Großraum Tel Aviv gab es erneut Raketenalarm, ebenso in
       der Küstenstadt Aschkelon. In der Wüstenstadt Beerscheva wurde nach
       Polizeiangaben ein Gebäude durch eine Rakete getroffen. Es gab zunächst
       keine Berichte zu Verletzten.
       
       Die Kassam-Brigaden, der bewaffnete Arm der im Gazastreifen herrschenden
       Islamistenorganisation Hamas, bekannten sich zu den Angriffen. Sie hatten
       sich auch am Freitag zu Raketenangriffen auf Israel bekannt, unter anderem
       auf die Küstenmetropole Tel Aviv. Die Hamas wird nicht nur von Israel,
       sondern auch von EU und USA als Terrororganisation eingestuft.
       
       Seit Beginn des Krieges vor drei Wochen sind nach israelischen Angaben rund
       8.000 Raketen von Gaza aus auf Israel abgefeuert worden. Ein Teil davon sei
       im Gazastreifen selbst eingeschlagen und habe dort auch Opfer verursacht.
       (dpa)
       
       ## Hamas hortet laut Experten Treibstoff und Vorräte
       
       Arabische und westliche Beamte halten einem Bericht zufolge Vorwürfe
       Israels für berechtigt, dass die im Gazastreifen herrschende Hamas große
       Vorräte an Lebensmitteln, Medikamenten und Treibstoff angelegt hat. Die
       Hamas habe Dutzende Kilometer lange Tunnel gebaut und dort Vorräte an
       praktisch allem angehäuft, was sie für einen langwierigen Kampf benötige,
       schrieb die US-Zeitung New York Times am Freitag (Ortszeit) unter Berufung
       auf Experten.
       
       Neben Hunderttausenden Litern Treibstoff für Fahrzeuge und Raketen sollen
       sich demnach in den Hamas-Tunneln auch Munition, Sprengstoff und
       Rohmaterialien für eine weitere Fertigung befinden, zudem Nahrungsmittel,
       Wasser und Medikamente.
       
       Ein hochrangiger libanesischer Beamter, der namentlich nicht genannt wurde,
       sagte der Zeitung zufolge, die Hamas habe genug Vorräte, um drei bis vier
       Monate ohne Nachschub weiterkämpfen zu können. Weder die arabischen noch
       die westlichen Beamten gaben laut New York Times so detaillierte
       Schätzungen über die Mengen an Vorräten ab wie die israelische Seite.
       
       „Aber sie gehen sehr vorsichtig mit dem um, was sie haben, weil sie es über
       lange Zeiträume nutzen werden“, sagte Samir Ghattas, ein ägyptischer
       Analyst, der Gaza genau beobachtet, der Zeitung. Nach seinen Worten ist es
       kaum wahrscheinlich, dass die Hamas bereit sei, Nahrungsmittel oder andere
       Hilfsgüter zur Unterstützung der Zivilbevölkerung bereitzustellen. „Die
       Hamas-Bewegung kümmert sich nur um die Hamas-Bewegung. Die Öffentlichkeit
       in Gaza bedeutet der Hamas absolut nichts.“
       
       Die Versorgung der Zivilbevölkerung in dem abgeriegelten Gazastreifen ist
       seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober und der darauf
       folgenden militärischen Antwort Israel nach UN-Angaben sehr prekär. Seit
       Beginn des Gaza-Krieges kamen demnach 84 Lastwagen mit Hilfsgütern aus
       Ägypten über die Grenze. Notwendig seien jedoch 100 pro Tag.
       
       Ausgenommen von den Hilfslieferungen ist Treibstoff. Israel befürchtet,
       dass dieser in die Hände der Hamas fallen und beispielsweise für die
       Belüftung oder Beleuchtung ihrer Tunnel missbraucht werden könnte. Im dicht
       besiedelten Gazastreifen leben mehr als 2,2 Millionen Menschen. (dpa)
       
       ## Israelische Ärzte retteten Hamas-Chef 2004 das Leben
       
       Ein Arzt, der den Hamas-Chef Jihia al-Sinwar während dessen Haft in Israel
       häufig behandelt hat, bedauert heute, dass israelische Mediziner ihm damals
       das Leben gerettet haben. Juval Biton erzählte dem israelischen TV-Sender
       Channel 12 am Freitagabend, er sei damals für die Zahnbehandlung von Sinwar
       und anderen Hamas-Häftlingen zuständig gewesen. Bei den Massakern von
       Hamas-Terroristen am 7. Oktober im israelischen Grenzgebiet sei sein Neffe
       aus dem Kibbutz Nir Oz in den Gazastreifen entführt worden.
       
       Sinwar habe während der Haft einen eitrigen Hirnabzess gehabt, erinnerte
       Biton sich. „Wenn er geplatzt wäre, hätte er sich verabschieden können“,
       sagte Biton, der damals auch Leiter der Geheimdienstabteilung der
       israelischen Gefängnisbehörde wurde. „Israelische Ärzte retteten sein
       Leben.“ Heute bedauere er dies zutiefst. „Dass wir sein Leben gerettet
       haben, hat Hunderten von Kindern und alten Leuten das Leben gekostet“,
       sagte Biton mit Tränen in den Augen. Israel habe sich lange Illusionen
       gemacht und die Gefahr durch den Feind im Gazastreifen unterschätzt.
       
       Biton erzählte, Sinwar habe bereits im Gefängnis seine Führungsrolle
       innerhalb der Hamas aufgebaut. „Er war bereit, für seine Grundsätze jeden
       Preis zu bezahlen.“ Der heutige Hamas-Chef saß mehr als zwei Jahrzehnte in
       israelischer Haft und lernte im Gefängnis auch Hebräisch.
       
       2011 war Sinwar als einer von mehr als 1.000 palästinensischen Häftlingen,
       die im Rahmen eines Gefangenenaustauschs im Gegenzug für den israelischen
       Soldaten Gilad Schalit freigekommen waren. Sinwar sei vor allem für den Tod
       palästinensischer Kollaborateure verantwortlich gewesen, sagte Biton. Wer
       ihn damals gekannt habe, habe Sinwars Freilassung wegen seiner
       „zerstörerischen Fähigkeiten“ für sehr gefährlich gehalten. Er habe damals
       auch selbst davor gewarnt. Der Inlandsgeheimdienst Schin Bet habe die
       Gefängnisbehörde aber nicht gefragt.
       
       Israel habe Sinwar damals auch freigelassen, obwohl dieser sich geweigert
       habe, eine Verpflichtung zu unterzeichnen, dass er terroristischen
       Aktivitäten abschwöre, sagte Biton. Auf die Frage, was er Sinwar sagen
       würde, wenn er noch einmal in einem Raum mit ihm wäre, sagte der Zahnarzt:
       „Dass er selbst das Ende der Hamas bestimmt hat.“ (dpa)
       
       ## Geisel-Angehörige fordern Treffen mit Netanjahu
       
       Angesichts des verstärkten Vorgehens des israelischen Militärs im
       Gazastreifen steigt die Sorge unter Angehörigen von Geiseln in dem Gebiet.
       Familienmitglieder von Opfern, die am 7. Oktober bei dem Angriff von
       Terroristen der Hamas und weiterer Extremistengruppen in Israel entführt
       wurden, forderten am Samstag ein Treffen mit Ministerpräsident Benjamin
       Netanjahu und Verteidigungsminister Joav Galant. Hunderte versammelten sich
       auf einem Platz in der Innenstadt von Tel Aviv.
       
       Demonstranten riefen die israelische Regierung auf, auf die Freilassung
       aller Geiseln zu dringen, ehe sie ihr militärisches Vorgehen gegen die
       militant-islamistische Hamas vorantreibe. Eine Sprecherin der
       Demonstranten, die frühere Abgeordnete Miki Haimovitz, sagte, die
       Angehörigen hätten das Gefühl, keiner kümmere sich um sie. „Keiner redet
       mit ihnen“, sagte sie. „Keiner erklärt, was los ist.“
       
       Der israelische Militärsprecher Daniel Hagari teilte am Samstag mit, die
       Zahl der bestätigten Entführungsopfer liege inzwischen bei 229. In den
       vergangenen Tagen sollen vier Geiseln durch eine Vermittlung durch Katar
       und Ägypten freigekommen sein.
       
       Hagari wies Medienberichte zurück, wonach es ein Waffenruheabkommen geben
       könnte, wenn im Gegenzug Geiseln freigelassen würden. Die Hamas nutze auf
       zynische Weise die Sorgen von Angehörigen der Geiseln aus, sagte Hagari.
       (ap)
       
       ## WHO und Hilfsorganisationen ohne Kontakt nach Gaza
       
       Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat keinen Kontakt mehr zu
       Mitarbeitern, Gesundheitseinrichtungen und anderen Partnern im
       Gazastreifen. Das schrieb WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am
       Freitagabend auf der Plattform X, früher Twitter. Wegen der „Belagerung“
       mache er sich große Sorgen um deren Sicherheit und die unmittelbare
       Gesundheitsgefährdung von gefährdeten Patienten.
       
       Auch das UN-Kinderhilfswerk Unicef, das UN-Entwicklungsprogramm UNDP und
       das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) haben nach eigenen
       Angaben keinen Kontakt mehr zu ihren Kollegen in Gaza.
       Unicef-Exekutivdirektorin Catherine Russell schrieb auf X: „Ich mache mir
       große Sorgen um ihre Sicherheit und eine weitere Nacht unaussprechlichen
       Grauens für 1 Million Kinder in #Gaza. Alle humanitären Helfer und die
       Kinder und Familien, denen sie behilflich sind, MÜSSEN geschützt werden.“
       Auch das UNDP erklärte, zutiefst besorgt um die Sicherheit des Teams in
       Gaza und aller dortigen Zivilisten zu sein.
       
       Hilfsorganisationen wie Save the Children und der Norwegische
       Flüchtlingsrat (NRC) berichteten von ähnlichen Problemen beim Kontakt zu
       ihren Mitarbeitern. „Wir haben den Kontakt zu unseren 54 NRC-Kollegen in
       Gaza verloren“, teilte Generalsekretär Jan Egeland am Samstag auf X mit.
       Save the Children verlor ebenfalls die Verbindung zu Mitarbeiterinnen und
       Mitarbeitern vor Ort. Eine Ausweitung der Bodeneinsätze im Gazastreifen
       gefährde mehr Leben von Kindern, warnte die Organisation. Sie forderte eine
       sofortige Feuerpause. (dpa)
       
       ## Berliner Polizei löst propalästinensische Demos auf
       
       Die Berliner Polizei hat am Freitagabend im Bezirk Mitte mehrere
       propalästinensische Demonstrationen aufgelöst. Auf dem Alexanderplatz
       versammelten sich trotz einer Verbotsverfügung rund 100 Menschen, die
       „offensiv angesprochen und konsequent des Platzes verwiesen wurden“, wie es
       in einer Mitteilung der Polizei vom Samstag hieß.
       
       Später am Abend stellten Einsatzkräfte demnach auf dem Pariser Platz am
       Brandenburger Tor rund 100 Personen fest, die den Angaben zufolge
       propalästinensische wie später auch polizeifeindliche Parolen riefen. „Da
       hier ein Zusammenhang zu den erlassenen Versammlungsverboten zu erkennen
       war, wurde einer Spontanversammlung nicht zugestimmt und Platzverweise
       erteilt“, hieß es im Polizeibericht.
       
       Bei dieser und folgenden weiteren Ansammlungen in der Nähe nahm die Polizei
       die Personalien Dutzender Beteiligter auf und nahm auch Menschen in
       Gewahrsam. Zwei Polizisten wurden bei Auseinandersetzungen verletzt.
       Insgesamt fertigte die Polizei im Zusammenhang mit den Aktionen 6
       Strafanzeigen und 68 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten an.
       
       Darüber hinaus stellten die Beamten praktisch in der gesamten Stadt
       Sachbeschädigungen in Form von aufgemalten Symbolen sowie israelfeindlicher
       und propalästinensischer Schriftzüge fest. In der Greifenhagener Straße im
       Prenzlauer Berg nahmen Zivilpolizisten einen 37-jährigen Mann fest, der
       Hakenkreuze an mehrere Hausfassaden geschmiert haben soll.
       
       Seit dem Terrorangriff der islamistischen Hamas auf Israel am 7. Oktober
       mit rund 1.400 Toten kam es in Berlin bei pro- palästinensischen
       Demonstrationen wiederholt zu antisemitischen und israelfeindlichen
       Aktionen. Vor diesem Hintergrund sprach die Polizei zuletzt immer wieder
       Verbotsverfügungen gegen bestimmte Demonstrationen aus, andere durften
       stattfinden. Viele jüdische Menschen in Berlin beklagen eine Zunahme von
       Antisemitismus und Bedrohungen im Alltag. (dpa)
       
       ## Intensivste Kampagne seit Beginn des Gaza-Kriegs
       
       In der Nacht von Freitag auf Samstag hat das israelische Militär (IDF) mit
       seiner bisher intensivsten Kampagne gegen die Terror-Organisation Hamas im
       Gazastreifen begonnen. Im Laufe der Woche hatte die Zahl der Luftschläge
       bereits zugenommen, mehrfach führten die IDF auch kleinere Bodeneinsätze
       durch.Beteiligt seien Infanterie, Panzertruppen, Ingenieurkorps und
       Artillerie, sagt IDF-Sprecher Daniel Hagari. Die Bodentruppen seien immer
       noch vor Ort. Unter den israelischen Soldaten gebe es keine Opfer.
       
       Man habe mehrere hohe Hamas-Militante getötet, unter anderem den für die
       Angriffe am 7. Oktober mitverantwortlichen Issam Abu Rukbeh, zuständig für
       die Luftangriffe sowie -verteidigung der Hamas, sagt Hagari. Außerdem seien
       über 150 unterirdische Ziele, etwa [1][Tunnel und Bunker], durch
       israelische Luftangriffe zerstört worden.
       
       Hagari bestätigte den Einsatz von Truppen auf dem Boden. Laut der
       palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa konzentriert sich die
       Militärkampagen auf Beit Hanoun, Beit Lahia, und Jabalia im nördlichen
       Gazastreifen. ABC News erklärte das israelische Militär am Samstagmorgen,
       die Angriffe dienten dem Ziel „künftige Phasen der Operation
       vorzubereiten“. Die Truppen sind auch am Samstagmorgen noch in Gaza.
       
       Dem US-amerikanischen Fernsehsender ABC News bestätigten US-Offizielle,
       dass es sich beim Vorgehen der IDF aber nicht um die erwartete und
       wiederholt aufgeschobene Bodenoffensive handelte. (taz)
       
       ## Israel will weitere Gaza-Hilfslieferungen ermöglichen
       
       Die israelische Armee hat nach Ausweitung der Bodeneinsätze im Gazastreifen
       eine Verstärkung der humanitären Hilfslieferungen für die palästinensische
       Bevölkerung angekündigt. „Für die Einwohner des Gazastreifens, die in das
       Gebiet südlich von Wadi Gaza gegangen sind, weiten wir die humanitäre Hilfe
       aus“, sagte Armeesprecher Daniel Hagari am Samstag. Man werde im Verlauf
       des Tages die Einfuhr von Lastwagen mit Lebensmitteln, Wasser und
       Medikamenten in den Süden des Küstenstreifens ermöglichen. „Wer sich in
       diesem Gebiet aufhält, wird diese erhalten“, sagte Hagari.
       
       Die israelische Armee hatte die Menschen im Norden des Gazastreifens immer
       wieder aufgefordert, zu ihrer eigenen Sicherheit in den Süden des
       abgeriegelten Küstenstreifens zu fliehen. Dies haben nach Militärangaben
       bereits mindestens rund 700 000 Menschen getan. Die Vereinten Nationen
       sprechen sogar von 1,4 Millionen Binnenflüchtlingen. Insgesamt leben in dem
       dicht besiedelten Gebiet mehr als 2,2 Millionen Menschen.
       
       Israels Armee will nach eigenen Angaben zunächst gegen die Infrastruktur
       der Islamistenorganisation Hamas im Norden des Gazastreifens vorgehen.
       (dpa)
       
       Familien von Geiseln besorgt wegen Bodeneinsätzen 
       
       Nach den verstärkten Angriffen der israelischen Armee auf den Gazastreifen
       haben die Familien der Geiseln, die von der radikalislamischen Hamas
       festgehalten werden, eine Erklärung der israelischen Regierung gefordert.
       „Die Familien machen sich Sorgen um das Schicksal ihrer Angehörigen und
       warten auf Erklärungen“, hieß es am Samstag von einer Gruppe, in der sich
       einige der Familien zusammengeschlossen haben. „Jede Minute scheint eine
       Ewigkeit zu sein.“
       
       Nach einer „Nacht voller Angst“ forderte die Gruppe den israelischen
       Verteidigungsminister Yoav Gallant und die Minister des Kriegskabinetts zu
       einem Treffen am Samstag auf.
       
       Die Mitglieder brachten ihre „große Verärgerung“ darüber zum Ausdruck, dass
       keines der Mitglieder des Kriegskabinetts sich die Mühe gemacht habe, sich
       ihnen zu treffen und ihnen zu erklären, „ob die israelischen Bodeneinsätze
       eine Gefahr für die 229 von den Behörden identifizierten Geiseln
       darstellen“. (afp)
       
       ## Internetverbindung in Gaza unterbrochen
       
       Seit Freitagabend gegen 18 Uhr lokaler Zeit ist außerdem das Mobilfunknetz
       in Gaza zusammengebrochen. Auf Anfrage der taz erklärte Alp Toker von
       Netblocks, einer Organisation die unter anderem Netzwerkunterbrechungen
       weltweit dokumentiert: Der derzeitige [2][Netzausfall] sei „der größte, den
       wir seit Beginn des Konflikts mit Israel im Gazastreifen beobachtet haben“.
       Die Unterbrechung stehe im Zusammenhang mit den israelischen
       Bombardierungen und sei wahrscheinlich durch die physische Zerstörung der
       Hauptleitungen bedingt. (taz)
       
       ## Hamas-Basis unter Krankenhaus, sagt IDF-Sprecher
       
       Am Freitagabend gab IDF-Sprecher Hagari bekannt, dass die wichtigste
       Operationszentrale der Hamas sich direkt unter dem Shifa Krankenhaus in
       Gaza Stadt befinde. Die IDF [3][veröffentlichte auf X, ehemals Twitter,]
       Satellitenbilder und Videos, die das belegen sollen. Durch ein
       Tunnelnetzwerk sei das Krankenhaus auch unterirdisch zu erreichen. (taz)
       
       ## IDF will mehr humanitäre Hilfe für Südgaza zulassen
       
       Aus Ägypten, durch den Grenz-Punkt Rafah, sollen bald [4][zusätzliche
       Lebensmittel, Wasser- und medizinischen Versorgungsgüter] in den Südteil
       Gazas gelangen. Die IDF betonte aber auch, dass sie weiterhin keinen
       Treibstoff in den Gazastreifen lassen werde. Diesel wird dort dringend
       benötigt: Strom erhielt Gaza bisher vor allem aus zwei Quellen: Von Israel
       und von einem Diesel verfeuernden Kraftwerk. Israel hat seine
       Stromlieferungen nach dem 7. Oktober unterbrochen, durch den Mangel an
       Diesel ist auch das Kraftwerk außer Betrieb. Das ist vor allem für
       Krankenhäuser ein Problem, die ohne Strom nicht betrieben werden können.
       
       Laut den IDF habe die Hamas Diesel von Zivilisten gestohlen und nutze den
       Treibstoff für seine Angriffe auf Israel und gegen die israelischen Truppen
       in Nordgaza.
       
       Dass mehr Hilfsgüter im Süden eintreffen, soll die Zivilisten in Nordgaza
       motivieren, der Aufforderung Israels das Gebiet zu evakuieren, zu folgen.
       Immer wieder wird berichtet, dass die Hamas sie aber darin hindert. Dass
       Israel für die Evakuierungen [5][keine Feuerpause] genehmigen wollte und
       will, sorgte auch international für Proteste. (taz)
       
       28 Oct 2023
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Militaerexperte-ueber-Terror-in-Nahost/!5964481
 (DIR) [2] https://x.com/netblocks/status/1717942556703551590?s=20
 (DIR) [3] https://x.com/idfonline/status/1717902393776484789?s=20
 (DIR) [4] /Hilfsgueter-fuer-Menschen-in-Gaza/!5969219
 (DIR) [5] /Stimmen-aus-Gaza/!5964988
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Lisa Schneider
       
       ## TAGS
       
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       Im Westjordanland herrschen Wut auf Israel und Frust gegenüber dem Westen.
       Die Verbrechen der Hamas halten manche für Propaganda. Ein Ortsbesuch.
       
 (DIR) Militärexperte über Terror in Nahost: „Hamas ist eine Ideologie“
       
       Israel will die Hamas zerstören, doch das sei schwierig, sagt der Militär-
       und Hamas-Experte Assaf Moghadam. Denn sie ist mehr als nur eine
       Organisation.