# taz.de -- Wahlen in Simbabwe: Ergebnis muss geprüft werden
       
       > Amtsinhaber Mnangagwa hat die chaotischen Präsidentschaftswahlen in
       > Simbabwe mit 53 Prozent der Stimmen gewonnen. Die Opposition meldet
       > Zweifel an.
       
 (IMG) Bild: Lächelt von der Plakatwand und als erklärter Wahlsieger: Simbabwes Präsident Emmerson Mnangagwa
       
       Harare dpa | In Simbabwe hat Amtsinhaber [1][Emmerson Mnangagwa] die von
       Beobachtern als unzureichend frei und fair eingestufte [2][Präsidentenwahl]
       gewonnen. Der 80 Jahre alte Amtsinhaber konnte sich knapp 53 Prozent der
       abgegebenen Stimmen sichern, der aussichtsreichste Oppositionskandidat
       Nelson Chamisa kam auf 44 Prozent der Stimmen, wie die [3][Wahlkommission]
       am späten Samstagabend in der Hauptstadt Harare erklärte.
       
       Damit sichert sich Mnangagwa, der 2017 zunächst nach einem Militärputsch an
       die Macht gekommen war, eine zweite fünfjährige Amtszeit als Präsident.
       Auch im Parlament konnte sich die Regierungspartei Zanu-PF vorläufigen
       Ergebnissen zufolge eine solide Mehrheit sichern.
       
       Chamisas Oppositionspartei CCC stellte unterdessen in der Nacht zum Sonntag
       das Resultat der Wahl infrage. „Wir werden keine falschen Ergebnisse
       akzeptieren“, teilte die Partei auf der [4][Plattform X], ehemals Twitter,
       mit. In einer vorläufigen [5][Stellungnahme], die die CCC in dem Netzwerk
       verbreitete, sprach die Partei von „Diskrepanzen“ in den Angaben der
       zentralen Wahlkommission. Der Wahlverantwortliche von CCC-Kandidat Chamisa
       habe seine Unterschrift verweigert. Man wolle das Ergebnis überprüfen. Die
       CCC hatte der Regierung bereits nach der teils chaotischen Abstimmung vom
       Mittwoch vorgeworfen, die Wahl gezielt zu manipulieren.
       
       ## Einschüchterung und Fälschungen
       
       Regionalen Wahlbeobachtern zufolge entsprach die Präsidentschafts- und
       Parlamentswahl teils nicht den gesetzlichen Anforderungen des Landes im
       südlichen Afrika. Insbesondere in ländlichen Gebieten sei es zu
       weitreichenden Einschüchterungen durch Gruppen gekommen, die der
       Regierungspartei Zanu-PF nahe stünden, hieß es am Freitag in einem Bericht
       der Wahlbeobachter der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrikas
       (SADC). Zudem kritisierte die Organisation die [6][Verzögerungen] an
       Wahllokalen, nachdem Wahlunterlagen nicht rechtzeitig angeliefert wurden.
       Auch von den Wahlbeobachtern der Europäischen Union gab es deutliche
       Kritik.
       
       Menschenrechtsorganisationen hatten bereits vor der Abstimmung die
       Einschüchterung von Wählern, Fälschungen der Wählerverzeichnisse und die
       Besetzung der Wahlkommission mit Gefolgsleuten der Regierungspartei Zanu-PF
       kritisiert.
       
       Simbabwes Wirtschaft befindet sich in einer schweren [7][Krise] mit hoher
       Arbeitslosigkeit und galoppierender Inflation. International ist Simbabwe
       relativ isoliert – viele westliche Geberländer etwa vermeiden wegen
       Demokratiedefiziten eine Zusammenarbeit mit Mnangagwas Regierung.
       
       In dem Land mit rund 16 Millionen Einwohnern ist es im Zusammenhang mit
       Wahlen immer wieder zu [8][Gewalt] und Manipulationsvorwürfen gekommen.
       Seit der Unabhängigkeit Simbabwes von der Kolonialmacht Großbritannien 1980
       führte Langzeitmachthaber Robert Mugabe das Land in unterschiedlichen
       Positionen bis 2017, zuletzt mit zunehmend harter Hand.
       
       Nach dem Sturz von Präsident Mugabe durch das Militär kam der ehemalige
       Vizepräsident Mnangagwa an die Macht. Die Wahl ein Jahr später, bei der
       Mnangagwa nur knapp vor Chamisa lag, war ebenfalls von Gewalt und
       Unterdrückung überschattet.
       
       27 Aug 2023
       
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