# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Strack-Zimmermann begrüßt F-16
       
       > Die versprochenen F-16-Kampfjets aus den Niederlanden und Dänemark dürfen
       > nur in der Ukraine eingesetzt werden. Drohnennangriffe werden
       > fortgesetzt.
       
 (IMG) Bild: Probesitzen in einer F-16: Präsident Selenski und Ministerpräsidentin Frederiksen am 20. August
       
       ## Ukraine darf F-16 nur auf eigenem Territorium einsetzen
       
       Die Ukraine darf nach Angaben der Regierung in Kopenhagen die von Dänemark
       und den Niederlanden angekündigten F-16-Kampfjets nur auf eigenem
       Territorium zum Einsatz bringen. „Wir spenden Waffen unter der Bedingung,
       dass sie eingesetzt werden, um den Feind aus dem Gebiet der Ukraine zu
       vertreiben. Und nicht darüber hinaus“, sagt der dänische
       Verteidigungsminister Jakob Ellemann-Jensen laut der Nachrichtenagentur
       Ritzau. „Das sind die Bedingungen, egal ob es sich um Panzer,
       Kampfflugzeuge oder etwas anderes handelt.“
       
       [1][Dänemark und die Niederlande hatten am Sonntag angekündigt, der Ukraine
       F-16 zur Verfügung zu stellen] - die ersten sechs sollen um Neujahr herum
       kommen. Dänemark will insgesamt 19 Jets liefern. Die Niederlande stellen 42
       F-16 zur Verfügung. Das Land muss aber noch entscheiden, ob alle gespendet
       werden sollen. (rtr)
       
       Selenski dankt für Militärhilfen und F-16-Zusagen 
       
       Der ukrainische Präsident [2][Wolodimir Selensk]i hat Dänemark für seine
       langanhaltende militärische Unterstützung und die jüngsten Zusagen zur
       Lieferung von F-16-Kampfjets gedankt. „Wir sind heute hier, um Ihnen
       persönlich zu danken. Ich danke Ihnen allen, dass Sie uns in unserem
       schwierigen Kampf für die Freiheit helfen, für die Hilfe in diesem Krieg,
       den Russland in unser Land gebracht hat“, sagte Selenski am Montag in einer
       Rede im dänischen Parlament in Kopenhagen.
       
       Im Namen aller Ukrainer wolle er Dänemark seinen Dank für die Solidarität
       und Unterstützung aussprechen, sagte Selenski, ehe er eine Reihe von
       dänischen Militärhilfen wie Leopard-Kampfpanzer auflistete. „Ich danke
       Dänemark dafür, der Ukraine zu helfen, unbesiegbar zu werden“, sagte er.
       
       Zugleich unterstrich Selenski erneut die Bedeutung der Ukraine für die
       Sicherheit in Europa. Russland wolle das Leid über die Ukraine hinaus
       weiter nach Europa und in die Welt bringen, sagte er. „Alle Nachbarn
       Russlands sind bedroht, wenn die Ukraine nicht siegt.“ Demokratien könnten
       zum Ziel von Raketen, Söldnern und Destabilisierung werden. „Aber die
       Ukraine wird siegen“, sagte er.
       
       Dänemark und die Niederlande hatten zuvor die Lieferung von Dutzenden
       F-16-Kampfjets zugesagt. Aus Dänemark sollen laut Ministerpräsidentin Mette
       Frederiksen 19 Maschinen kommen, die ersten davon rund um den
       Jahreswechsel, aus der Niederlande nach ukrainischen Angaben 42. Allerdings
       sind von den 42 F-16-Jets der Niederlande nach Angaben des dortigen
       Verteidigungsministeriums derzeit nur 24 einsatzbereit. Die Ukraine sieht
       sie gemeinsam mit der bereits vom Westen gelieferten Flugabwehr als Teil
       eines Schutzschildes gegen russische Angriffe.
       
       Innerhalb der Nato hatte sich im Sommer eine von Dänemark und der
       Niederlande angeführte Koalition gebildet, um ukrainische Piloten für die
       Nutzung der F-16 auszubilden. Auch Belgien und Norwegen gelten als mögliche
       Lieferanten der US-Jets. Zunächst war die Abgabe von F-16 jedoch an den USA
       gescheitert, wo die Flugzeuge entwickelt wurden. Washington machte den Weg
       für Lieferungen aus Drittstaaten aber vor kurzem frei. (dpa)
       
       Deutschland soll F-16-Abgabe anderer Staaten stoppen 
       
       Der Linken-Politiker Sören Pellmann drängt die Bundesregierung, die
       Lieferung von F-16-Kampfflugzeugen durch die Niederlande und Dänemark an
       die Ukraine zu verhindern. Diese „überschreitet eine weitere rote Linie“,
       kritisierte der Leipziger Bundestagsabgeordnete am Montag. „Die
       Bundesregierung muss alles unternehmen, um mit politischem Druck die
       Lieferung zu stoppen. Es kann nicht sein, dass einzelne Nato-Staaten für
       sich diese Entscheidung treffen und damit die Lage für alle eskalieren.“
       
       Pellmann erklärte zur geplanten Lieferung: „Wir fordern ein deutliches Nein
       aus Deutschland zu dieser Entscheidung. Die Mehrheit unserer Bevölkerung
       ist dagegen. Die Bundesregierung muss im Rahmen der Nato darauf hinwirken,
       dass diese Eskalation gestoppt wird und kein Mitglied Kampfjets liefert.“
       Er erneuerte die Forderung der Linken nach einer europäischen
       Friedensinitiative. (dpa)
       
       Strack-Zimmermann begrüßt Zusage von F-16 für Ukraine 
       
       FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann begrüßt, dass die
       Niederlande und Dänemark der Ukraine F-16-Kampfjets liefern wollen. „Ich
       bin sehr erfreut darüber, dass Dänemark und die Niederlande der Ukraine das
       zugesagt haben“, sagte Strack-Zimmermann am Montag im Deutschlandfunk. Vor
       diesem Hintergrund erneuerte sie ihre Forderung nach einer zügigen
       Entscheidung der rot-grün-gelben Bundesregierung zur Lieferung von
       [3][Taurus-Marschflugkörpern] in das von Russland angegriffene Land.
       
       Die Ukraine fordert die Geschosse seit längerem. Kanzler Olaf Scholz (SPD)
       äußerte sich zuletzt zurückhaltend. Es gibt Befürchtungen, dass
       Taurus-Marschflugkörper auch russisches Territorium erreichen könnten.
       
       Mit der Zusage der Niederlande und Dänemark zur Lieferung von F-16 sieht
       Strack-Zimmermann dieses Argument entkräftet. „Da wird offensichtlich der
       Ukraine nicht unterstellt, sie würde russisches Territorium angreifen
       können“, sagte die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag.
       
       Für die Bundesregierung müsse dies Grund genug sein, jetzt grünes Licht für
       die Taurus-Lieferung zu geben. „Wir haben genug Taurus Marschflugkörper.
       Wir können einen Teil davon abgeben. Sie sind einsatzbereit.“ Mit ihnen
       könnten russische Nachschubwege im Krieg gegen die Ukraine unterbrochen und
       zerstört werden, sagte sie. (dpa)
       
       ## Elf Verletzte bei Beschuss in Kupiansk
       
       Bei Artilleriebeschuss in der Stadt [4][Kupiansk] im östlichen Gebiet
       Charkiw sind am Sonntag nach ukrainischen Angaben elf Zivilisten verletzt
       worden. Sieben von ihnen schwer, teilt der Gouverneur der Region Charkiw,
       Oleh Synjehubow, über Telegram mit. „Zu sagen, dass die Evakuierung gut
       läuft, würde wie Sarkasmus klingen“, sagt Dmytro Luzenko, der eine
       Freiwilligengruppe leitet, die Zivilisten bei der Flucht vor den Kämpfen
       hilft, im Fernsehen.
       
       In den vergangenen zehn Tagen seien rund 600 Menschen aus dem Gebiet
       gebracht worden, darunter mehr als 120 Kinder. „Das Schlimmste ist, dass
       die Menschen schon lange in diesem Krieg leben und viele an den Beschuss
       gewöhnt sind.“ Die Aufforderung, die Region zu verlassen, könne daher zu
       einer Zwangsevakuierung werden, „zumindest für Familien mit Kindern und für
       Menschen mit eingeschränkter Mobilität, die sich nicht selbst versorgen
       können“.
       
       Die Behörden der Region hatten Anfang des Monats wegen des täglichen
       russischen Beschlusses die Evakuierung der Zivilbevölkerung in der Nähe der
       Kupiansk-Front angeordnet. Russland bestreitet, gezielt Zivilisten
       anzugreifen. (rtr)
       
       ## Zwei Verletzte bei Drohnennabschuss in Russland
       
       Zwei mutmaßlich ukrainische Drohnen sind am Montag im Großraum Moskau von
       russischen Kräften abgeschossen worden. Trümmer der Fluggeräte beschädigten
       ein Wohnhaus, dabei wurden nach Angaben der lokalen Behörden mindestens
       zwei Menschen verletzt. An den Flughäfen der russischen Hauptstadt kam es
       wegen der Vorfälle zu Behinderungen, fast 50 Flüge waren nach Angaben der
       Luftfahrtbehörde betroffen.
       
       Auf den vier großen Flughäfen Moskaus sei es zu Behinderungen bei Starts
       und Landungen gekommen, erklärte die Behörde. Davon betroffen seien 45
       Passagier- und zwei Frachtflüge. Am Morgen teilte das
       Verteidigungsministerium in Moskau zunächst mit, Angriffe mit zwei
       ukrainischen Drohnen über der Hauptstadt vereitelt zu haben. Die Ukraine
       äußert sich in der Regel nicht zu Vorwürfen, für derartige Attacken auf
       russischem Gebiet verantwortlich zu sein.
       
       Im Großraum Moskau leben fast 22 Millionen Menschen. Russische
       Behördenvertreter haben wiederholt gewarnt, dass ukrainische Drohnen in dem
       Gebiet zu einer Katastrophe führen könnten. Russland hat die Ukraine Ende
       Februar 2022 überfallen, hält weite Teile des Landes im Osten und Süden
       besetzt und greift das Nachbarland regelmäßig mit Drohnen, Raketen und
       Artillerie an. (rtr)
       
       Ukrainische Armee meldet Geländegewinne bei Bachmut 
       
       Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben weitere Geländegewinne bei
       der russisch kontrollierten Stadt Bachmut im Gebiet Donezk erzielt. „Die
       ukrainischen Streitkräfte sind in der vergangenen Woche an der südlichen
       Flanke um Bachmut weiter vorgestoßen und haben drei Quadratkilometer
       befreit“, sagte die Vizeverteidigungsministerin Hanna Maljar gemäß einer
       Mitteilung am Montag. Insgesamt seien um Bachmut 43 Quadratkilometer von
       den russischen Truppen zurückerobert worden. Gegenangriffe der russischen
       Seite seien dabei erfolgreich abgewehrt worden.
       
       Kämpfe gebe es weiter bei Klischtschijiwka, südlich von Andrijiwka und
       nördlich von Kurdjumiwka. „Dort finden zum jetzigen Stand heiße Kämpfe
       statt, und die Armee rückt allmählich und stetig vor“, sagte Maljar. Harte
       Kämpfe gebe es auch an den Südabschnitten der Front. Insgesamt seien in der
       vergangenen Woche 44 Gefangene gemacht worden.
       
       Die Ukraine wehrt seit fast 18 Monaten mit massiver westlicher Hilfe eine
       russische Invasion ab. Eine vor elf Wochen begonnene Gegenoffensive ist
       bisher hinter den hohen Erwartungen zurückgeblieben. Russland kontrolliert
       einschließlich der bereits 2014 annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim
       weiter mehr als 100.000 Quadratkilometer ukrainischen Staatsgebiets; das
       ist etwa ein Sechstel der Landesfläche. (dpa)
       
       London: Russland baut neue Armee in Südukraine auf 
       
       Mit der Bildung einer neuen Armee reagiert Russland nach Einschätzung
       britischer Geheimdienste auf die ukrainische Offensive [5][im Süden des
       Landes]. Russland reagiere damit auf die „Kriegswirklichkeit“, teilte das
       britische Verteidigungsministerium am Montag mit. Ziel sei, erfahrenere
       Einheiten für den Kampf an Schlüsselachsen einsetzen zu können. So seien
       sehr wahrscheinlich zuletzt Luftlandetruppen aus dem Gebiet Cherson in den
       schwer umkämpften Sektor Orichiw verlegt worden.
       
       Die neue 18. Armee setze sich aus verschiedenen Einheiten zusammen, die
       derzeit im Gebiet Cherson im Einsatz seien, hieß es weiter. Darunter sei
       das 22. Armeekorps, das eigentlich die Besatzungstruppe auf der
       annektierten Halbinsel Krim bilde. „Die 18. Armee besteht wahrscheinlich
       hauptsächlich aus mobilisiertem Personal und wird sich auf defensive
       Sicherheitsoperationen im Süden der Ukraine konzentrieren“, hieß es in
       London weiter. Bereits Anfang August hatte das britische Ministerium
       mitgeteilt, dass Russland zuletzt in größerem Maßstab neue Kampfeinheiten
       aufgebaut habe. (dpa)
       
       21 Aug 2023
       
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