# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Odessa beschossen, Hafen beschädigt
       
       > Russland hat die Region Odessa angegriffen und selbst mehrere Drohnen auf
       > der Krim abgewehrt. Der Verkehr auf der Krim-Brücke rollt teilweise
       > wieder.
       
 (IMG) Bild: Auch abgeschossen zerstörerisch: Trümmerteile haben Schäden am Hafen von Odessa verursacht
       
       ## Russland greift ukrainische Region Odessa an
       
       Russland hat die südukrainische Region Odessa am Schwarzen Meer in der
       Nacht zum Dienstag mit Luftangriffen überzogen. Zwar habe die ukrainische
       Luftverteidigung sechs russische Kalibr-Marschflugkörper und 21
       Kampfdrohnen abschießen können, teilte das Kommando Süd der ukrainischen
       Armee am Morgen mit. Dennoch hätten herabstürzende Trümmerteile und
       Druckwellen Schäden am Hafen von Odessa sowie an Privathäusern verursacht.
       Außerdem sei ein Bewohner verletzt worden. Auch in der angrenzenden Region
       Mykolajiw seien vier Drohnen abgewehrt worden.
       
       Russland führt seit fast [1][17 Monaten einen Angriffskrieg gegen das
       Nachbarland Ukraine]. Immer wieder Ziel von russischem Beschuss sind dabei
       auch die südlichen Regionen am Schwarzen Meer, die für die Ukraine aufgrund
       ihrer Hafeninfrastruktur von großer Bedeutung sind. Über den Hafen von
       Odessa etwa wurde in den vergangenen Monaten im Rahmen des [2][sogenannten
       Getreide-Abkommens Nahrungsmittel ausgefahren]. Am Montag hatte Russland
       die Vereinbarung unter internationaler Kritik für vorerst beendet erklärt.
       (dpa)
       
       ## Drohnenangriff auf die Krim abgewehrt
       
       Einen ukrainischen Drohnenangriff auf die annektierte Halbinsel Krim hat
       Russland nach eigenen Angaben abgewehrt. 17 Drohnen seien „zerstört“, elf
       weitere mit elektronischen Mitteln unschädlich gemacht worden, erklärte das
       russische Verteidigungsministerium am Dienstag. Es habe keine Verletzten
       oder Schäden gegeben. Der von Russland eingesetzte Gouverneur der Krim,
       Sergej Aksjonow, bestätigte die Angaben im Online-Dienst Telegram.
       
       Seit Beginn der [3][ukrainischen Gegenoffensive im Juni ist es verstärkt]
       zu Drohnenangriffen auf die Krim gekommen. Die Ukraine hat wiederholt
       bekräftigt, die seit der international nicht anerkannten [4][russischen
       Annexion im Jahr 2014 unter Kontrolle Moskaus] stehende Halbinsel
       zurückerobern zu wollen. (afp)
       
       ## Straßenverkehr auf der Krim-Brücke teilweise aufgenommen
       
       Auf der Krim-Brücke ist russischen Angaben zufolge eine Spur wieder für den
       Straßenverkehr freigegeben. „Der Autoverkehr auf der Krim-Brücke ist auf
       der äußersten rechten Spur entgegen der üblichen Fahrtrichtung
       wiederhergestellt worden“, schreibt der stellvertretende russische
       Ministerpräsident Marat Chusnullin auf seinem Telegram-Kanal. Zuvor hatte
       die Regierung in Moskau angekündigt, dass die strategisch wichtige Brücke
       zwischen der Halbinsel Krim und dem russischen Festland bis Mitte September
       ausgesetzt bleibt
       
       Die [5][Brücke über die Straße von Kertsch ist die wichtigste Straßen- und
       Bahn-Verbindung] zwischen dem russischen Festland und der von Russland
       besetzten ukrainischen Halbinsel Krim. [6][Sie wurde in der Nacht zum
       Montag angegriffen und schwer beschädigt.] Auf Fotos, die in
       Telegram-Kanälen kursierten, waren Schäden an zwei Stützpfeiler der Brücke
       zu sehen, die Fahrbahn war teils abgesackt. Zwei Personen kamen nach
       russischen Angaben bei Explosionen ums Leben.
       
       Laut russischen Informationen sei die Brücke mit Drohnen angegriffen
       worden. Verschiedene Medien sowie die Russische Föderation schreiben den
       Angriff der Ukraine zu. Eine offizielle Sprecherin des ukrainischen
       Militärs hatte das zurückgewiesen. (rtr/taz)
       
       ## Getreide-Abkommen ausgelaufen
       
       [7][Russland ist nach gut einem Jahr aus dem Abkommen über den Export von
       ukrainischem Getreide ausgestiegen]. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte am
       Montag in einer Telefonkonferenz mit Reportern, Russland werde die
       Vereinbarung wieder einhalten, sobald seine Forderungen erfüllt seien. Das
       Abkommen, das im vergangenen Sommer von den Vereinten Nationen und der
       Türkei vermittelt worden war, lief am Montagabend aus.
       
       „Wenn der Russland betreffende Teil des Schwarzmeerabkommens umgesetzt ist,
       wird Russland sofort zur Umsetzung des Abkommens zurückkehren“, sagte
       Peskow. Auf die Frage, ob ein Angriff auf eine Brücke, die die russisch
       besetzte Halbinsel Krim mit dem russischen Festland verbindet, ein Grund
       für die Entscheidung sei, antwortete der Kreml-Sprecher, dies sei nicht der
       Fall. „Nein, diese Entwicklungen stehen in keinem Zusammenhang“, sagte
       Peskow.
       
       Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, er wolle die
       Transporte auch ohne russische Sicherheitsgarantien für die Schiffe
       aufrechterhalten. „Wir haben keine Angst“, sagte er und fügte hinzu, dass
       ihm die Schifffahrtsunternehmen mitgeteilt hätten, dass „jeder bereit sei,
       weiterhin Getreide zu liefern“, wenn die Ukraine und die Türkei mit an Bord
       seien.
       
       Im Rahmen der Vereinbarung war zugesichert worden, dass [8][Schiffe beim
       Ein- und Auslaufen in ukrainische Häfen] nicht angegriffen werden. Das
       Abkommen wurde zuletzt im Mai um 60 Tage verlängert, obwohl Moskau schon
       damals Vorbehalte äußerte. In den vergangenen Monaten gingen die Menge der
       exportierten Lebensmittel und die Zahl der Schiffe, die die Ukraine
       verlassen, stark zurück. Beobachter warfen Russland vor, die Teilnahme
       weiterer Schiffe an der Initiative zu beschränken.
       
       Die Ukraine kann immer noch auf dem Land- oder Flussweg durch Europa
       exportieren – jedoch ist die Kapazität auf diesen Routen eingeschränkt.
       
       Ein separates Abkommen erleichterte den Transport von russischen
       Lebensmitteln und Düngemitteln trotz westlicher Sanktionen. Die Regierung
       in Moskau beklagte, seine Ausfuhren, die für die weltweite
       Nahrungsmittelkette ebenfalls von entscheidender Bedeutung sind, würden
       durch Beschränkungen bei der Verschiffung und Versicherung behindert.
       Exportdaten stützen die Behauptung nicht. Russland konnte Rekordmengen an
       Weizen verschiffen, und auch Abnehmer für seine Düngemittel finden. (afp)
       
       18 Jul 2023
       
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