# taz.de -- Trump vor Gericht: Ex-Präsident plädiert auf nicht schuldig
       
       > Im Gerichtssaal schwieg Donald Trump zu den Vorwürfen in der
       > Dokumentenaffäre. Anschließend klagte er vor Unterstützern, man wolle ihn
       > zum Schweigen bringen.
       
 (IMG) Bild: Vor dem Gerichtssaal in Miami versammelten sich sowohl Befürworter als auch Gegner von Trump
       
       New York afp/AP | Der in der Dokumentenaffäre angeklagte Ex-US-Präsident
       Donald Trump hat bei einer historischen ersten Gerichtsanhörung alle
       Vorwürfe zurückgewiesen. „Wir plädieren sicherlich auf nicht schuldig“,
       sagte Trumps Anwalt Todd Blanche am Dienstag vor einem Bundesgericht in
       Miami im Bundesstaat Florida. Trump selbst äußerte sich bei dem
       Gerichtstermin nicht, bezeichnete das Verfahren aber später vor Anhängern
       als „bösartigsten und abscheulichsten Machtmissbrauch in der Geschichte
       unseres Landes“.
       
       Der republikanische Ex-Präsident und [1][Bewerber für die
       Präsidentschaftswahl 2024] war vergangene Woche in der Affäre um in seinem
       Privatanwesen Mar-a-Lago in Florida gehortete Geheimdokumente in 37 Punkten
       angeklagt worden. Ihm wird unter anderem das [2][illegale Aufbewahren von
       Geheimakten] sowie eine Verschwörung zur Justizbehinderung zur Last gelegt.
       Trump hatte die Dokumente zum Ende seiner Amtszeit im Januar 2021 aus dem
       Weißen Haus nach Mar-a-Lago mitgenommen.
       
       Nach dem Gerichtstermin in Miami setzte er dann zur Wahlkampfshow an: Er
       fuhr im Konvoi vor einem bekannten kubanischen Restaurant vor, traf sich
       mit Pastoren und einem Rabbiner für ein kurzes Gebiet und schüttelte
       Anhängern die Hände. Er strahlte, posierte für Fotos und riss ein paar
       Witze.
       
       Trump schaute allerdings grimmig, als Restaurantgäste ihm einen Tag vor
       seinem 77. Geburtstag ein Ständchen brachten und „Happy Birthday“
       anstimmten. Er kommentierte die Geste mit den Worten: „Wir haben eine
       Regierung, die außer Kontrolle geraten ist.“ Danach ging es zurück zu
       seinem Golfclub in Bedminster im US-Staat New Jersey, wo er den Sommer
       verbringt. Dort wurde er von Fans begeistert empfangen.
       
       Er hielt eine Ansprache, die allerdings nur von seinem bevorzugten
       Kabelsender übertragen wurde. In der wirren Rede wiederholte er seine
       Behauptung, die Ermittlungen seien politisch motiviert, und nannte die
       Staatsanwälte „Schläger“. Er sei so beschäftigt, dass er keine Zeit gehabt
       habe, alle Kisten mit Dokumenten und Erinnerungsstücken durchzusehen, die
       er aufbewahrt hatte, sagte Trump. Im Falle seiner Wahl zum Präsidenten im
       nächsten Jahr werde er einen Sonderstaatsanwalt ernennen, der gegen den
       aktuellen Präsidenten Joe Biden und dessen Familie ermitteln solle.
       
       Im Falle einer Verurteilung droht Trump eine jahrelange Haftstrafe. Er ist
       zudem im US-Staat New York angeklagt, dort wegen Schweigegeldzahlungen
       während seines Präsidentschaftswahlkampfs 2016. Zudem laufen in Washington
       und Atlanta Ermittlungen wegen seiner Bemühungen, das Ergebnis der
       Präsidentschaftswahl 2020 zu kippen.
       
       Doch selbst für ihn sticht der Prozess in Florida sowohl durch die Menge
       der von den Staatsanwälten zusammengetragenen Beweise als auch durch die
       Schwere der Anschuldigungen hervor. Anders als im New Yorker Fall, wo
       Fotografen Bilder von Trump am Tisch der Verteidigung machten, war der
       Blick der Öffentlichkeit in den Gerichtssaal in Miami begrenzt. Kameras
       sind in Bundesgerichten in der Regel nicht erlaubt, und ein Richter
       untersagte Reportern, Handys im Gebäude mitzuführen.
       
       14 Jun 2023
       
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