# taz.de -- Denkwürdiges Sport-Wochenende: Monopolismus macht dumm
       
       > Sport bleibt ergebnisoffen, trotz des FC Bayern. Dessen alte Garde tritt
       > rund um die Meisterfeierlichkeiten unglaublich unsouverän auf.
       
 (IMG) Bild: Die Strippenzieher vom FC Bayern: Präsident Herbert Hainer und Uli Hoeneß
       
       Vom Ergebnis her betrachtet ist das alles nicht aufregend: [1][Die
       Bayern-Männer sind Fußball]- und Kanada ist Eishockeyweltmeister, der
       Hamburger SV muss in die Relegation, und auch die Bayern-Frauen sind
       Fußballmeisterinnen. Jede dieser Meldungen gab es vorher und wird es wieder
       geben.
       
       Dass Sport aber doch aufregend ist, war an diesem Wochenende zu
       besichtigen: [2][Die deutsche Eishockeyauswahl schaffte es bei der WM ins
       Finale] und unterlag dort erst der Eishockeymacht Kanada. Sport ist eben
       ergebnisoffen. Als sich die Fans des SV Wehen Wiesbaden schon als sicherer
       Aufsteiger in die Zweite Liga wähnten und den Platz stürmten, merkten sie,
       dass Konkurrent VfL Osnabrück in der 94. und der 96. Minute sein Spiel
       gewann – und direkt aufsteigt.
       
       Oder als sich der HSV schon in der 1. Bundesliga sah, sicherte sich
       Konkurrent FC Heidenheim in der 93. und 99. Minute noch Sieg und Aufstieg.
       Oder als Dortmund-Fans ab der 81. Minute mit dem Feiern begannen, weil
       Bayern gerade in Köln den Ausgleich kassiert hatte – doch ab der 89. Minute
       mit dem Feiern aufhören mussten, weil Bayern wieder vorn war.
       
       Der Ball ist rund, und das bedeutet: Der Sport ist das in kurze Hosen
       gesteckte liberal-kapitalistische Versprechen, dass alles möglich ist. Doch
       es bilden sich Monopole und Oligopole heraus. In der Frauenbundesliga etwa
       teilen sich der VfL Wolfsburg und Bayern München sämtliche Erfolge. Bei den
       Männern holte sich Bayern gerade zum elften Mal in Folge den Titel.
       
       Warum aber führt sich der Fußballmonopolist Bayern so unglaublich
       unsouverän auf und wirft im Triumph Vorstandsvorsitzenden und Sportdirektor
       raus? Gerade mal ein Titel, so könnte die Botschaft dieser beispiellosen
       Aktion lauten, reicht uns noch lange nicht. Mia san doch Deutschland.
       Vielleicht aber macht Monopolismus auch dumm: Die alten Bayern-Macher
       glaubten, die Meisterschaft sei gelaufen, und feuerten Kahn und
       Salihamidžić. Nun steht diese alte Garde blamiert da, doch gerade sie hievt
       sich wieder an die Schaltstellen der Macht. Sport kann auch hässlich sein.
       
       diese alte Garde blamiert da
       
       29 May 2023
       
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