# taz.de -- Universität Bremen bekommt neues Gebäude: Forschung in Klimakammern
       
       > Im neuen BIOM-Gebäude der Universität Bremen werden Mikroorganismen unter
       > artgerechten Bedingungen erforscht. Auch Gentechnik soll eine Rolle
       > spielen.
       
 (IMG) Bild: Seminarräume, Labore und Büros: das neue Gebäude namens BIOM der Universität Bremen
       
       Bremen taz | Eingeweiht ist es schon – aber genutzt werden kann es noch
       nicht. Das neue Gebäude der Universität Bremen, genannt BIOM, gehört von
       nun an zum Fachbereich 2 Biologie/Chemie. Es bietet ganze 5.200
       Quadratmeter Fläche für Seminarräume, Labore und Büros.
       
       Benannt ist es nach dem Begriff für den [1][Großlebensraum vieler Tier- und
       Pflanzenarten, also einem Ökosystem]. In diesem Ökosystem werden künftig
       etwa 1.000 Studierende und 100 Beschäftigte mit diversen Organismen
       arbeiten. Letztere werden in den Klimakammern und Nasslaboren gezüchtet und
       erforscht werden.
       
       Ein Nasslabor ist ein Labor, in dem man auch mit Organismen wie Plankton
       arbeiten kann, die ständig im Wasser sein müssen. Die Tischflächen sind
       also nicht aus Holz, sondern aus Kunststoff oder Stein. [2][Außerdem will
       man in diesen Laboren mit Gentechnik, vor allem an Pflanzen, arbeiten, um
       sie zum Beispiel an den Klimawandel anzupassen]. In den Klimakammern
       wiederum kann man Temperatur und Luftfeuchtigkeit so regulieren, dass die
       zu beforschenden Organismen artgerecht leben und adäquat untersucht werden
       können.
       
       Insgesamt ist das BIOM in mehrere Module aus etwa 200 Quadratmetern Labor-
       und 140 Quadratmetern Bürofläche aufgeteilt. Doch wie man die Gesamtfläche
       des Gebäudes nutze, sei noch nicht festgelegt, sagt Professor Michael
       Friedrich vom Fachbereich Biologie/Chemie. Es hänge davon ab, wie viele
       Arbeitsgruppen man unterbringen wolle – und dann seien da ja noch die
       Lehrveranstaltungen.
       
       ## Verzögerung wegen Corona
       
       In der Tat war ein neues Gebäude dringend notwendig. Die Uni besteht seit
       gut 50 Jahren, und entsprechend sanierungsbedürftig sind die Gebäude. „Vor
       zehn Jahren wurden dann finanzielle Mittel frei, und die Funktionsplanung
       und Bedarfsanalysen begannen“, erzählt Friedrichs. Die alten Gebäude sollen
       nach und nach saniert werden, sobald das BIOM bezugsbereit ist.
       
       Der [3][Bremer Senat] hat 45 Millionen Euro bewilligt, um das BIOM zu
       errichten. Ursprünglich sollte es schon im September 2021 fertig sein. Doch
       die Fertigstellung verzögerte sich und das Budget wurde um 2,56 Millionen
       Euro überschritten[4][. Die Uni Bremen begründet Verzögerung und
       Kostensteigerung auf ihrer Webseite mit den Corona-Schutzmaßnahmen und
       gestiegenen Preisen] für Baumaterial. Jetzt soll am Infrastrukturprogramm
       für Hochschulen des Bremen-Fonds, der zur Abfederung der Coronakrise
       aufgelegt wurde, gespart werden, um die Mehrkosten auszugleichen.
       
       27 Mar 2023
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Stina Reichardt
       
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