# taz.de -- Verdi und Fridays for Future: Ein schlauer Pakt
       
       > Fridays for Future macht gemeinsam mit der Gewerkschaft Verdi mobil für
       > mehr Klimaschutzmaßnahmen. Gerade beim Ausbau des ÖPNV macht das Bündnis
       > Sinn.
       
 (IMG) Bild: Fridays for Future demonstriert in Berlin, aber nicht so zahlreich wie beim globalen Klimastreik 2019
       
       Kurz vor zwölf, die U-Bahn fährt in den Berliner U-Bahnhof Naturkundemuseum
       ein, ein älterer Herr umgreift beherzt eine große grüne Flagge und steht
       auf. „Seit 2019 mache ich schon mit“, sagt er im Aussteigen und nickt in
       Richtung Fahne. Es sind nicht viele, die den Zug mit ihm verlassen. Es ist
       direkt leer. Dabei will nur ein paar Gehminuten von hier gleich [1][Fridays
       for Future] groß demonstrieren. Doch wer kommt schon pünktlich zu einer
       Demo, oder?
       
       Bis Redaktionsschluss war von immerhin [2][Tausenden Teilnehmer:innen]
       in der Hauptstadt und auch andernorts in der Republik die Rede. 1.000 in
       Hannover, 2.500 in Bremen. Aufsummiert kommen da doch einige zusammen. Im
       Vergleich zu Zeiten, als die Bewegung mit ihren Schulstreiks für Furore
       sorgte, ist es trotzdem wenig. [3][Hunderttausend Menschen gingen beim
       globalen Klimastreik im September 2019 allein in Berlin] auf die Straße, um
       die damalige Bundesregierung zu einem vernünftigen Klimapaket zu bewegen.
       
       Das hat zwar nicht vollends geklappt, aber zu einigen Verbesserungen rang
       sich die Große Koalition damals doch durch. Auch heute ist die Liste
       klimapolitischer Verfehlungen trotz grüner Regierungsbeteiligung lang.
       Angefangen beim Wirtschaftsministerium von Robert Habeck (Grüne), das zwar
       die Energiewende deutlich beschleunigt, aber entgegen einem jeden
       Expert:innenrat viel mehr [4][Anlegestellen für verflüssigtes Erdgas
       (LNG)] plant als nötig.
       
       Das zeigt ein Bericht an den Haushaltsausschuss des Bundestags, den das
       Wirtschaftsministerium am Freitagmorgen übermittelte und der der taz
       vorliegt. Die eigentlichen Klimaschutz-Blockierer haben aber keine grünen
       Parteibücher. Die FDP bremst an allen Ecken und Enden: beim
       Energiespargesetz, beim [5][Tempolimit], beim klimafreundlichen Heizen,
       beim eigentlich schon mit allen europäischen Partnern ausgehandelten
       [6][Verbrenner-Aus] für neue Pkws.
       
       Es bräuchte also wieder eine große, gut sichtbare Klimabewegung – speziell
       vor der am Sonntag beginnenden Kabinettsklausur in Meseberg. Um mehr
       Schlagkraft zu entwickeln, arbeitet [7][Fridays for Future immer mehr mit
       der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi zusammen]. Man könnte sagen: Da
       schließen sich zwei Gruppen zusammen, die die Hoch-Zeiten ihrer
       Mobilisierungskraft überschritten haben.
       
       Es ist trotzdem sinnvoll. Schließlich haben die Gewerkschaften, wenn auch
       nicht in erster Linie Verdi, traditionell eher zu den Verteidigern der
       klimaschädlichen Industrien mit ihren gut bezahlten Facharbeitsplätzen
       gehört. Und der Klimabewegung haftet der Ruf an, soziale Fragen im Zweifel
       nicht ernst genug zu nehmen. Das zu ändern kann sich für beide Gruppen
       lohnen.
       
       3 Mar 2023
       
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