# taz.de -- Unternehmen bietet für ITA Airways: Lufthansa will nach Italien
       
       > Die deutsche Fluglinie könnte doch bei der italienischen Konkurrenz zum
       > Zug kommen. Geplant ist zunächst nur eine Minderheitsbeteiligung.
       
 (IMG) Bild: Hier will Lufthansa einsteigen: Flugzeug von ITA Airways
       
       Rom taz | Es sieht aus, als klappe es diesmal mit dem Einstieg der
       Lufthansa bei der ITA Airways: Das deutsche Unternehmen ist der einzige
       Bieter, der bis zur Abgabefrist am Mittwoch bei der italienischen Regierung
       ein [1][Übernahmeangebot für die Nachfolgerin der Alitalia] eingereicht
       hat. In einem knappen Kommuniqué teilte die Lufthansa mit, in einem ersten
       Schritt wolle man mit einer Minderheitsbeteiligung bei ITA einsteigen.
       
       Italienischen Medien zufolge geht es zunächst um einen [2][Anteil von 40
       Prozent], für den 350 Millionen Euro gezahlt würden. 60 Prozent blieben
       vorerst beim bisherigen Alleineigentümer, dem italienischen Staat.
       Allerdings heißt es, dass die deutsche Fluglinie perspektivisch die
       Komplettübernahme anstrebt. Sie begründet ihr Interesse damit, dass Italien
       nach Deutschland und den USA weltweit der drittwichtigste Markt für sie
       sei.
       
       Zuletzt hatte es in dem langen Verfahren so ausgesehen, als sei die
       Lufthansa aus dem Rennen. Die bis zum Oktober 2022 amtierende italienische
       Regierung unter Mario Draghi hatte in einem ersten Bieterverfahren zwei
       Angebote erhalten. Lufthansa hatte damals gemeinsam mit der in Genf
       ansässigen Großreederei MSC eine Mehrheit von 80 Prozent bei ITA
       angestrebt, während die konkurrierende Bietergemeinschaft des
       US-Kapitalfonds Certares, der Air France und der Delta Airlines auf einen
       Minderheitseinstieg zusteuerte. Draghi hatte seinerzeit das
       deutsch-schweizerische Angebot ausgeschlagen.
       
       [3][Doch kaum kam Giorgia Meloni Ende Oktober 2022 mit ihrer
       Rechtskoalition in Rom ans Ruder], stoppte sie die bisherigen Verhandlungen
       und öffnete im Januar das Bieterverfahren erneut. Die Ministerpräsidentin
       ist allerdings ebenfalls am schnellen Einstieg eines starken
       internationalen Partners interessiert. Die 2021 entstandene ITA ist die
       Auffanggesellschaft des Pleiteunternehmens Alitalia, das dem italienischen
       Staat seit dem Jahr 2000 rund 11 Milliarden Euro Verluste beschert hatte.
       Und auch die neue ITA flog 2022 ein Minus von 470 Millionen Euro ein.
       Sollte die Lufthansa jetzt tatsächlich zum Zug kommen, wäre mithin die
       Sanierung des neuen italienischen Partners ihr erster Auftrag.
       
       19 Jan 2023
       
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