# taz.de -- Deutsche Bischöfe beim Papst: Angst vor Rom
       
       > Erneut erreichen den Synodalen Weg enttäuschende Botschaften. Beim
       > entscheidenen Treffen mit den Bischöfen ließ sich der Papst gar nicht
       > erst blicken.
       
 (IMG) Bild: Die Reise der deutschen Bischöfe zum Vatikan hat nicht viel bewirkt, Kardinal Reinhard Marx (r.) zeigt sich trotzdem zufrieden
       
       Der Ad-Limina-Besuch der deutschen Bischöfe lässt Papst Franziskus nicht
       als Fan der Synodalität erkennen und zeigt deutlich, wie unterschiedlich
       hier das Verständnis ist. Einige Themen seien nicht verhandelbar und das
       erwartete Gespräch mit Papst Franziskus über den Synodalen Weg hat erst gar
       nicht stattgefunden. Auf taube Ohren scheinen die Anliegen der
       Katholik*innen in Deutschland zu stoßen in einer vatikanischen
       Kirchenpolitik, die sich nicht zu Kompromissen bereit zeigt.
       
       Viele Themen des Synodalen Wegs könne man nicht in Deutschland entscheiden,
       sondern müsse sie erst nach Rom tragen. Immer wieder klingen diese Worte in
       den Synodalversammlungen durch und lassen [1][die akuten Reformbedürfnisse]
       leiser werden. Dass einiges davon auch ohne Entscheidung von Rom umgesetzt
       werden könnte, scheint oft nur als Randnotiz wahrgenommen zu werden. Zu
       groß ist die Angst vor Rom.
       
       Endlich steht der langersehnte Besuch beim Papst an. Die Erwartungen an die
       deutschen Bischöfe sind klar: die Anliegen des Synodalen Wegs mit
       Deutlichkeit vortragen. Dass nicht alle Bischöfe diesen Reformbedarf
       teilen, ist zwar spätestens nach der letzten Synodalversammlung klar.
       Trotzdem waren die Erwartungen groß. Und dann findet zwar ein Treffen
       statt, aber der [2][Synodale Weg] wird nicht besprochen.
       
       Dafür sollte es ein separates Gespräch geben. Dann aber bleibt der Papst
       fern. Es geht um die Anliegen der deutschen Katholik*innen und [3][der
       Papst taucht nicht auf]. Viel mutiger, viel wütender und lauter müsste die
       Deutsche Bischofskonferenz reagieren und schließlich vielleicht doch auf
       Ungehorsam setzen. Wie viele werden die Zerrissenheit zwischen ihren
       gesellschaftlichen Werten, Geschlechtergerechtigkeit und Machtverteilung
       einerseits und einer katholischen patriarchalen Monarchie noch lange
       aushalten?
       
       Bei einem Monarchen, der nicht mal die Anliegen der artigen Bischöfe
       anzuhören bereit ist, stehen die Chancen, dass er die echten Anliegen der
       realitätsnahen Katholik*innen ernst nimmt, nicht gut.
       
       20 Nov 2022
       
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 (DIR) Daniela Ordowski
       
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