# taz.de -- Nachrichten zur Coronapandemie: Forschung zu Long-Covid in Rostock
       
       > In Rostock sollen Behandlungskonzepte für Long Covid entwickelt werden.
       > Kanzler Scholz und Innenministerin Faeser sind positiv auf das Virus
       > getestet worden.
       
 (IMG) Bild: Jördis Frommhold, Gründerin des Long-Covid-Institus
       
       ## Bundesweit einmaliges Long-Covid Institut öffnet
       
       In Rostock wird am Samstag ein [1][Institut für Long-Covid] eröffnet. Es
       soll Patienten über den Umgang mit der Erkrankung und über mögliche
       Behandlungen informieren, teilte das Institut am Montag mit. Die
       Einrichtung sei mit dieser Zielsetzung bundesweit einmalig und soll eine
       Lotsenfunktion für die Information von Betroffenen einnehmen, hieß es.
       
       Zu den Aufgaben des Instituts soll auch die Beratung von Kliniken zur
       Etablierung neuer Behandlungskonzepte für [2][Long-Covid-Patienten]
       gehören. Außerdem sollen Schulungen für Unternehmen angeboten werden. Eine
       wissenschaftliche Zusammenarbeit mit verschiedenen Universitäten sei in
       Planung, hieß es. Institutsgründerin ist Jördis Frommhold (41). Als
       Chefärztin der Median Klinik in Heiligendamm behandelte sie mittlerweile
       mehr als 5.500 Long-Covid-Patienten.
       
       Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind seit Beginn des Jahres 2020 in
       Deutschland knapp 33 Millionen Coronainfektionen registriert worden, rund
       149.000 Menschen sind daran gestorben. Rund zehn Prozent der Infizierten
       müssen sich nach der akuten Krankheitsphase mit langfristigen Symptomen in
       unterschiedlicher Schwere auseinandersetzen.
       
       Die AOK definiert Long-Covid als Spektrum körperlicher und psychischer
       Beeinträchtigungen in der Folge einer akuten Covid-19-Infektion.
       Beeinträchtigungen, die über vier bis zwölf Wochen nach einer Infektion
       andauern, werden nach Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als
       Long-Covid bezeichnet. Länger anhaltende Beeinträchtigungen werden als
       Post-Covid definiert. (epd)
       
       ## Scholz und Faeser positiv auf Corona getestet
       
       [3][Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD)] ist positiv auf das Corona-Virus
       getestet worden. Scholz habe „leichte Symptome“ und habe sich in seiner
       Wohnung im Kanzleramt in Isolation begeben, teilte Regierungssprecher
       Steffen Hebestreit am Montag mit. Der Kanzler werde weiter interne Termine
       per Video oder über Telefonkonferenzen wahrnehmen. Dies gelte auch für das
       geplante Spitzentreffen mit den Regierungschefs- und -chefinnen der Länder
       am Mittwoch.
       
       Scholz hätte am Montagvormittag eigentlich gemeinsam mit der SPD-Spitze im
       Willy-Brandt-Haus anlässlich der bevorstehenden Einführung der
       Mindestlohnerhöhung zusammenkommen sollen. Generalsekretär Kevin Kühnert
       sagte, der Kanzler habe digital an der Präsidiumssitzung teilgenommen.
       Niemand habe „physischen Kontakt“ zu ihm gehabt.
       
       Auch [4][Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD)] hat mit dem Coronavirus
       infiziert. Auf Twitter schrieb sie am Montag: „Jetzt hat mich Corona auch
       erwischt, zum ersten Mal. Das Virus bleibt tückisch. Passt alle in diesem
       Herbst gut auf Euch auf!“ Faeser hätte an diesem Dienstag an einer
       gemeinsamen Sitzung der Innen- und Justizminister in München teilnehmen
       sollen. (afp/dpa)
       
       ## Lehrerverbände halten neues Infektionsschutzgesetz für unzureichend
       
       Lehrerverbände halten das neue Infektionsschutzgesetz für unzureichend und
       befürchten eine weitreichende Beeinträchtigung des Schulbetriebs in Herbst
       und Winter durch viele Corona-Infektionen. „Die Offenhaltung von Schulen
       und Kitas muss oberste Priorität haben“, sagte der Bundesvorsitzende des
       Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, dem Redaktionsnetzwerk
       Deutschland (Montagsausgabe): „Besonders aus diesem Grund schauen wir mit
       Sorge auf den Umstand, dass das Infektionsschutzgesetz deutlich hinter
       unseren Erwartungen zurückbleibt.“
       
       „Wenn der Schutz und damit die Gesundheit der Lehrkräfte nicht hinreichend
       beachtet wird, werden die Schulschließungen vor dem Hintergrund des bereits
       ohnehin schon dramatischen Personalmangels, bei entsprechendem Krankenstand
       von ganz allein kommen“, bemängelte Beckmann.
       
       Ähnliches befürchtet die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und
       Wissenschaft (GEW), Maike Finnern. „Sollte es wieder zu deutlich mehr
       Krankheitsfällen bei den Beschäftigten an Schulen und Kitas kommen, wird es
       wegen des ohnehin herrschenden Lehrkräftemangels zu noch mehr
       Unterrichtsausfall kommen“, sagte Finnern dem RND. Krankheitsbedingte
       Lücken wären nicht mehr zu kompensieren.
       
       Für den VBE sei es außerdem wenig verständlich, dass man sich bei den
       unteren Klassen gegen eine temporäre Maskenpflicht entschieden habe, falls
       die Infektionszahlen steigen. „Hiermit wurde eine sehr effektive Maßnahme,
       um Unterricht in Präsenz zu ermöglichen und trotzdem relativ sicher vor
       einer Infektion zu sein, kategorisch ausgeschlossen“, sagte Beckmann.
       
       Das am 1. Oktober in Kraft tretende Infektionsschutzgesetz räumt den
       Ländern die Möglichkeit ein, eine Maskenpflicht ab dem fünften Schuljahr
       einzuführen. Schulschließungen soll es hingegen nicht mehr geben.
       
       Eine Lockerungen soll es bei den Testpflichten für Schulkinder geben. In
       dem jüngst beschlossene Gesetz ist die Regelung enthalten, dass sie bei
       Verdacht oder tatsächlicher Infektion einen negativen Test vorlegen müssen,
       um wieder zur Schule gehen zu können. Nach massiver Kritik aus den Ländern
       soll dies wieder geändert werden. (afp)
       
       ## Impfstoff-Beantragung für Kinder in den USA
       
       BioNTech und sein Partner Pfizer haben für ihre an die
       Omikron-Untervarianten BA.4/BA.5 [5][angepasste Auffrischungsimpfung] eine
       Notfallzulassung in den USA zum Einsatz bei Kindern zwischen fünf und elf
       Jahren beantragt. Ein Antrag zur Erweiterung der Marktzulassung in der EU
       für diesen Impfstoff in dieser Altersgruppe soll in den nächsten Tagen auch
       bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA eingereicht werden, wie die
       Unternehmen mitteilen. Als Booster ab zwölf Jahren hat das Vakzin in der EU
       und den USA bereits grünes Licht erhalten. (rtr)
       
       26 Sep 2022
       
       ## LINKS
       
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