# taz.de -- Vorwürfe gegen NDR und RBB: Die ARD kommt nicht zur Ruhe
       
       > Gegen die Direktorin des NDR-Landesfunkhauses Hamburg gibt es Vorwürfe
       > der Vetternwirtschaft. Zugleich hat die Staatsanwaltschaft RBB-Räume
       > durchsucht.
       
 (IMG) Bild: Die PR-Firma ihrer Tochter im Programm platziert? Sabine Rossbach, Chefin des NDR-Funkhauses
       
       Die Debatte über die Öffentlich-Rechtlichen bricht nicht ab – fast täglich
       werden neue Vorwürfe oder Vorgänge bekannt. Im Fall der ehemaligen
       RBB-[1][Intendantin Patricia Schlesinger], die nach Vorwürfen der
       Korruption, Vorteilsnahme und Verschwendung von Beitragsgeld ihren Posten
       räumen musste, hat die Generalstaatsanwaltschaft Berlin am Samstag erstmals
       Räume des Rundfunks Berlin-Brandenburg durchsucht. Es seien Dokumente im
       Umfang von drei Kartons sichergestellt worden, sagte ein Sprecher der
       Generalstaatsanwaltschaft.
       
       Auch der NDR kommt nicht zur Ruhe. Am Wochenende geriet Sabine Rossbach,
       Direktorin des NDR-Landesfunkhauses Hamburg, in die Kritik. Laut Recherchen
       des Springer-Mediums Business Insider konnte ihre ältere Tochter Anna Hesse
       als Inhaberin einer PR-Agentur jahrelang ihre Kunden in NDR-Programmen
       platzieren. Die jüngere Tochter habe eine begehrte Festanstellung im Sender
       zugeschoben bekommen. Rossbach hat die Vorwürfe der Vetternwirtschaft
       zurückgewiesen. Nach Angaben des NDR soll eine Antikorruptionsbeauftragte
       das prüfen.
       
       Zuvor hatten Mitarbeiter*innen im NDR-Landesfunkhaus Kiel der
       Redaktionsleitung vorgeworfen, Berichterstattung zugunsten von
       CDU-Ministerpräsident Daniel Günther beeinflusst zu haben. Dabei geht es
       unter anderem um ein [2][nicht stattgefundenes Interview mit dem ehemaligen
       CDU-Landesinnenminister Hans-Joachim Grote], den Ministerpräsident Daniel
       Günther im April 2020 aus dem Amt entlassen hat. Norbert Lorentzen,
       Chefredakteur für Schleswig-Holstein, und Politikchefin Julia Stein hatten
       das Interview abgelehnt. Der betreffende Journalist hatte daraufhin den
       Redaktionsrat des Senders informiert.
       
       Ein weiterer Vorwurf bezieht sich auf die Nichtberichterstattung über eine
       alkoholisierte Autofahrt des CDU-Politikers und damaligen Parlamentarischen
       Geschäftsführers Hans-Jörn Arp im Jahr 2019. Am Mittwoch hat der Stern
       schließlich berichtet, dass in NDR-Beiträgen über Kinder, die in den 1950er
       Jahren in Ferienheimen missbraucht worden sind, das [3][Deutsche Rote Kreuz
       nicht als Betreiber genannt] wurde.
       
       Beim NDR-Landesfunkhaus haben die Führungskräfte Lorentzen und Stein ihre
       Arbeit am Mittwoch vorerst niedergelegt, bis die Vorwürfe geklärt sind,
       laut NRD. Auch Volker Thormählen, Direktor des Landesfunkhauses, reichte
       einen vierwöchigen unbezahlten Urlaub ein. Der NDR-Landesrundfunkrat
       Schleswig-Holstein hat eine umfassende Prüfung der Vorwürfe angekündigt.
       (mit epd)
       
       5 Sep 2022
       
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