# taz.de -- Bundeswehr und Verteidigungsministerium: Einsatz in Mali ausgesetzt
       
       > Fast zehn Jahre war die Bundeswehr im weiterhin instabilen Mali im
       > Einsatz. Die wiederholte Verweigerung von Überflugrechten hat nun
       > Konsequenzen.
       
 (IMG) Bild: Werden abgezogen: Bundeswehrsoldat:innen in Gao in Mali
       
       Berlin dpa | Deutschland setzt den Bundeswehr-Einsatz im westafrikanischen
       Mali vorerst aus. Transportflüge und Aufklärungsoperationen würden bis auf
       Weiteres eingestellt, teilte das Bundesverteidigungsministerium am Freitag
       in Berlin mit. Die [1][malische Regierung] habe der Bundeswehr zum
       wiederholten Mal Überflugrechte verweigert, hieß es zur Begründung. Mit dem
       Flug sollte das Personal vor Ort turnusmäßig ausgetauscht werden.
       
       Grundsätzlich sei Deutschland weiterhin bereit, sich an der internationalen
       Friedensmission zu beteiligen, versicherte Regierungssprecher Steffen
       Hebestreit. Das mache allerdings nur Sinn, wenn das von der dortigen
       Regierung unterstützt werde.
       
       Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht übte deutliche Kritik an
       ihrem malischen Amtskollegen [2][Sadio Camara]. „Die Taten Camaras sprechen
       eine andere Sprache als seine Worte“, beklagte die SPD-Politikerin. Am
       Donnerstag soll sie in einem Telefonat von Camara die Zusicherung erhalten
       haben, dass die Flüge zum Truppenaustausch wieder aufgenommen werden
       können.
       
       Erst Anfang der Woche war der Leiter der politischen Abteilung des
       Auswärtigen Amts für Afrika, Lateinamerika, Nah- und Mittelost,
       [3][Christian Buck], für Verhandlungen nach Mali gereist. Anschließend hieß
       es, die malische Seite habe signalisiert, die Rotation der Truppen könne in
       nächster Zeit wieder stattfinden.
       
       Mali mit seinen rund 20 Millionen Einwohnern hat seit 2012 drei
       Militärputsche erlebt und gilt als politisch äußerst instabil. Seit dem
       jüngsten Putsch im Mai 2021 wird das Land von einer militärischen
       Übergangsregierung geführt, die enge Beziehungen zu Russland pflegen soll.
       Seitdem wird der Einsatz der UN-Friedenstruppe Minusma, an dem auch die
       Bundeswehr beteiligt ist, immer wieder beeinträchtigt.
       
       12 Aug 2022
       
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