# taz.de -- Neue Corona-Maßnahmen: Feuerlöscher von der Regierung
       
       > Die Ampel bereitet sich mit einem neuen Infektionsschutzgesetz auf einen
       > möglichen Corona-Herbst vor. Der moderat vorsichtige Kurs ist richtig.
       
 (IMG) Bild: Als Corona noch neu war: März 2020
       
       Im Sommer 2020 herrschte eine gewisse Lässigkeit. Nach der ersten
       Coronawelle trauten sich die Menschen wieder auf die Straßen, [1][die Zahl
       der Kontakte] stieg stetig bis in den Herbst. Die Folge: die zweite Welle
       mit Zehntausenden Toten. Im Sommer 2021 gab der damalige
       CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn den Ton vor. Kurz vor der Bundestagswahl
       wollte er entspannte Stimmung statt harter Maßnahmen. Wieder stieg die Zahl
       der Kontakte stetig bis in den Herbst. Die Folge: noch eine Welle mit
       Zehntausenden Toten.
       
       Im Sommer 2022 amtiert zum Glück eine Bundesregierung, die sich nicht nur
       traut, auf drohende neue Wellen im Herbst hinzuweisen. Sie hat am Mittwoch
       [2][mit dem überarbeiteten Entwurf für ein neues Infektionsschutzgesetz]
       auch die Maßnahmen vorgelegt, die ab Oktober gelten sollen. Sie stellt
       Feuerlöscher bereit, weil sie weiß, dass es brennen könnte, und beginnt
       nicht erst zu reden, wenn die Hütte in Flammen steht.
       
       Ob sich die Maßnahmen – viele Masken, aber kein Lockdown, Vorteile für
       Geimpfte, aber kein Zwang zum Piks, viel Spielraum für die Länder, aber mit
       klaren Obergrenzen – am Ende als angemessen erweisen werden, wie es die
       Minister Marco Buschmann und Karl Lauterbach betonen? Niemand kann das zum
       jetzigen Zeitpunkt beantworten – und das ist ja das Problem an solchen
       Pandemien. Trotz aller Prognosemodelle bewegen wir uns im Blindflug. Erst
       recht, falls noch eine ansteckendere Coronavariante auftauchen sollte.
       
       Aber im Rückblick zeigt sich: Eine große Mehrheit der Bevölkerung geht sehr
       vernünftig mit der Pandemie um, wenn sie ausreichend informiert ist. Von
       den besonders gefährdeten über 60-Jährigen sind aktuell 86 Prozent geimpft.
       Viel wichtiger: Jedes Mal, wenn sich die Regierung zu Maßnahmen
       durchgerungen hatte, reduzierte die Bevölkerung sofort ihre Kontakte –
       bevor die Einschränkungen überhaupt galten.
       
       Daher lautet die wichtigste Nachricht an der Neufassung des
       Infektionsschutzgesetzes: Bleibt vorsichtig! Nicht übervorsichtig, aber es
       könnte wieder brennen.
       
       24 Aug 2022
       
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