# taz.de -- Instrumentalisierung des Ukrainekriegs: Ukraine ist nicht Palästina
       
       > Antizionistische Aktivist:innen vergleichen den Ukrainekrieg mit dem
       > Nahostkonflikt. Doch diese Gleichung geht auf mehreren Ebenen nicht auf.
       
 (IMG) Bild: Brennende Gasleitung, die während des Beschusses in Charkiw getroffen wurde
       
       Vor einem Monat begann der russische Angriffskrieg auf die Ukraine. Seither
       gab es aufrichtige Solidaritätsbekundungen, aber auch jene, die den Krieg
       für die eigene Agenda instrumentalisieren. Antizionistische
       Aktivist:innen etwa versuchen eine Gleichsetzung mit dem
       [1][Nahostkonflikt]: Was Ukrainer:innen jetzt erlitten, machten
       Palästinenser:innen seit jeher durch, hieß es. Die Solidarität mit
       Palästina sei jedoch ausgeblieben, während die internationale Gemeinschaft
       den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine einstimmig verurteile.
       
       Diese Gleichsetzung ist auf vielen Ebenen falsch. So wird unterschlagen,
       dass es die [2][Hamas] war, die den Raketenbeschuss Israels aus Gaza
       begonnen hatte. Internationale Aufmerksamkeit erfuhr dies erst, als Israel
       sich wehrte und Hamas-Stützpunkte bombardierte. Dem palästinensischen Kampf
       gegen Israel ist zudem weltweit mehr Berichterstattung zuteil geworden als
       jedem anderen Konflikt der Welt.
       
       Währenddessen war die ukrainische Regierung stets bemüht, eine Eskalation
       zu vermeiden, und hat im Gegensatz zu Palästina nie Gebietsansprüche an
       Russland erhoben – und trotzdem richtet Russland Raketen auf dicht
       bewohntes Gebiet und löscht dadurch viele Leben aus. Zudem droht Russland
       mit dem Einsatz von Atomwaffen und der kompletten Auslöschung der Ukraine,
       deren Eigenstaatlichkeit es nicht anerkennt. Ähnliches lässt der Iran,
       großer Bruder der Hamas und Teil der islamischen Umma, verlauten.
       
       Aktuell erschüttert eine neue Terrorwelle [3][Israel]. Intifada-Morde an
       unschuldigen Israelis werden in den Straßen palästinensischer Ortschaften
       gefeiert, die Täter als Märtyrer gelobt. Es gibt nichts Vergleichbares auf
       ukrainischer Seite, denn der dortige Widerstand gilt ausschließlich dem
       russischen Militär.
       
       Wem es wirklich um die Benennung palästinensischen Leids geht, der sollte
       nicht gespielte Solidarität mit der Ukraine für das eigene Anliegen
       missbrauchen. Dieses wird damit letztlich diskreditiert – palästinensischen
       Zivilist:innen ist damit nicht geholfen.
       
       1 Apr 2022
       
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