# taz.de -- Klimaprotest in Berlin und Hessen: Stau for Future
       
       > Klimaaktivist:innen haben Straßen und Autobahnen in Berlin und
       > Hessen kurzzeitig blockiert. Teils waren die Aktionen angemeldet.
       
 (IMG) Bild: Straßenblockade gegen Lebensmittelverschwendung
       
       Berlin taz | Statt nur Forderungskataloge vorzulegen und Demo-Schilder zu
       basteln, wollen sie den klimaschädlichen Alltag stören:
       Klimaaktivist:innen unterschiedlicher Gruppen haben in Berlin und
       Hessen Straßen blockiert.
       
       In der Hauptstadt [1][besetzte der „Aufstand der letzten Generation]“ am
       Montagmorgen zwei Zufahrten zu Autobahnen. Dessen Mitglieder hatten im
       vergangenen Jahr [2][durch einen Hungerstreik Schlagzeilen gemacht], mit
       dem sie die drei Kanzlerkandidat:innen zu öffentlichen Gesprächen
       über die Klimakrise bewegen wollten.
       
       Das Ergebnis der Blockaden: jede Menge Rückstau. Die Schloßstraße im
       südlichen Ortsteil Steglitz, die zu einer der Auffahrten führt, musste
       temporär gesperrt werden. Dort nahmen nach Angaben der Polizei 30 Personen
       an der Blockade teil, von denen die meisten die Straße nach Aufforderung
       der Einsatzkräfte freiwillig räumten.
       
       Die übrigen zwölf Personen wurden in Polizeigewahrsam genommen. Ihnen
       drohen Anklagen. Wie die genau lauten werden, sei „noch in Klärung“, sagte
       eine Polizeisprecherin der taz. Denkbar sei der Vorwurf des gefährlichen
       Eingriffs in den Straßenverkehr. Weniger gewichtig, nämlich nur eine
       Ordnungswidrigkeit, wäre der Fakt, dass die Aktion unangemeldet war.
       
       ## „Wir werden weitermachen“
       
       Im nördlichen Ortsteil Pankow verließen laut Polizei alle 20
       Aktivist:innen die blockierte Straße freiwillig. Gegen Mittag meldete
       die Gruppe allerdings, sie besetze nun eine neue Stelle – und am Nachmittag
       schließlich, dass alle noch Beteiligten festgenommen worden seien.
       
       „Wir werden so lange weitermachen, bis die Bundesregierung die Ernährung
       unserer Bevölkerung sicherstellt, bis es ein Essen-retten-Gesetz gibt“,
       sagte Carla Hinrichs, Sprecherin der „letzten Generation“. Die
       verkehrsbezogene Aktionsform der Gruppe hängt nicht mit ihrem konkreten
       politischen Ziel zusammen: einer wirksamen [3][Bekämpfung der
       Lebensmittelverschwendung].
       
       Anders war das bei Protesten in Hessen: Klimaaktivist:innen hatten
       sich am Freitag für die Verkehrswende von einer Autobahnbrücke bei
       Frankfurt abgeseilt und so den Verkehr zeitweise zum Erliegen gebracht. In
       diesem Fall war die Aktion allerdings angemeldet und wurde von geplanten
       Sperren sowie Umleitungen begleitet. Das gilt auch für eine weitere
       Abseilaktion nahe Fulda am Sonntag.
       
       24 Jan 2022
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Susanne Schwarz
       
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