# taz.de -- Urteil gegen Hongkonger Aktivist*innen: Wegen Mahnwache verurteilt
       
       > Obwohl China das Gedenken verboten hatte, erinnerten Hongkonger
       > Aktivist*innen an das Tiananmen-Massaker 1989. Nun ist ein
       > Schuldspruch gefallen.
       
 (IMG) Bild: Bürgerrechtler Jimmy Lai verlässt ein Gericht in Hongkong (Archivbild, Februar 2021)
       
       Hongkong ap | Für ihre Rolle bei der Mahnwache in Erinnerung an das
       Massaker auf dem Tiananmen-Platz 1989 sind [1][der Hongkonger Unternehmer
       Jimmy Lai] und zwei Mitstreiterinnen schuldig gesprochen worden. Die
       Urteile ergingen am Donnerstag gegen Lai, die Vizevorsitzende der
       inzwischen aufgelösten Hongkonger Allianz zur Unterstützung Patriotischer
       Demokratiebewegungen Chinas, Chow Hang Tung, und die Aktivistin und
       ehemalige Reporterin Gwyneth Ho. Ihnen wurde vorgeworfen, die Mahnwache im
       Victoria Park am 4. Juni vergangenen Jahres entweder organisiert oder daran
       teilgenommen zu haben.
       
       Lai wurde für schuldig befunden, zur Teilnahme an der Gedenkveranstaltung
       angestiftet zu haben, während Ho für ihre Teilnahme verurteilt wurde. Chow,
       eine Rechtsanwältin, wurde in beiden Anklagepunkten verurteilt. Alle drei
       hatten sich für nicht schuldig erklärt. Über das Strafmaß soll zu einem
       späteren Zeitpunkt entschieden werden.
       
       Sie gehören zu den 24 Aktivisten, die wegen ihrer Rolle bei der nicht
       genehmigten Versammlung angeklagt wurden, bei der sich Tausende Menschen im
       Park versammelten. Sie entzündeten Kerzen und sangen Lieder, obwohl die
       Polizei gewarnt hatte, dass sie möglicherweise gegen das Gesetz verstoßen
       würden.
       
       Die Hongkonger Allianz organisierte jedes Jahr am 4. Juni eine Mahnwache im
       Victoria Park der Stadt, um an die blutige Niederschlagung der
       Demokratiebewegung zu erinnern, die 1989 auf dem Platz des Himmlischen
       Friedens in Peking Hunderte, wenn nicht Tausende Menschen das Leben
       kostete.
       
       Im vergangenen Jahr untersagten die Behörden in Hongkong die Gedenkfeier
       zum ersten Mal seit drei Jahrzehnten und führten zur Begründung
       Corona-Beschränkungen an. [2][In diesem Jahr wurde die Veranstaltung
       ebenfalls verboten.] Bis zum ihrem Verbot war die jährliche Mahnwache die
       einzige große öffentliche Gedenkveranstaltung auf chinesischem Boden, die
       an das Massaker in Peking erinnerte.
       
       9 Dec 2021
       
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