# taz.de -- Plädoyer im „Tiergartenmord“-Prozess: Anklage fordert lebenslange Haft
       
       > 2019 wurde mitten in Berlin ein Georgier getötet. Täter sei ein Russe im
       > Auftrag des Kreml gewesen, so die Staatsanwaltschaft. Sie fordert die
       > Höchststrafe.
       
 (IMG) Bild: Spurensicherung am Tatort im Kleinen Tiergarten in Berlin
       
       Berlin dpa/afp | Im Prozess um den mutmaßlichen russischen Auftragsmord im
       Kleinen Tiergarten in Berlin hat die Bundesanwaltschaft eine lebenslange
       Haftstrafe für den Angeklagten gefordert. Der Anklagevertreter sah es
       Dienstag in seinem Plädoyer vor dem Berliner Kammergericht als erwiesen an,
       dass der Russe Vadim K. sein Opfer im August 2019 in dem Park erschossen
       hatte. Die Bundesanwaltschaft geht von einem von staatlichen Stellen in
       Russland organisierten Auftragsmord aus.
       
       Der Angeklagte habe einem „staatlichen Tötungsauftrag“ Folge geleistet,
       sagte Bundesanwalt Nikolaus Forschner am Dienstag zum Auftakt seines
       Plädoyers vor dem Berliner Kammergericht. Hintergrund des Tötungsauftrages
       sei die „Feindschaft zum russischen Staat“ des Opfers gewesen, so Malskies.
       
       Die höchste deutsche Anklagebehörde hatte den Fall [1][wegen des vermuteten
       politischen Hintergrundes übernommen.] Nach rund 14 Monaten Verhandlung und
       der Vernehmung von knapp 50 Zeugen sieht der Bundesanwalt die wesentlichen
       Vorwürfe der Anklage bestätigt.
       
       Demnach reiste der angeklagte 56 Jahre alte Russe kurz vor der Tat von
       Warschau nach Berlin. Am 23. August 2019 näherte er sich gegen Mittag in
       der Parkanlage Kleiner Tiergarten auf einem Fahrrad dem Georgier und
       feuerte drei Schüsse auf das Opfer – zwei davon gezielt auf den Hinterkopf
       des Opfers. Zeugen sprachen von einer Hinrichtung.
       
       Der getötete 40-Jährige, der seit Ende 2016 als Asylbewerber in Deutschland
       lebte, war von russischen Behörden [2][als tschetschenischer Terrorist
       eingestuft worden]. Nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft ist der Mann
       vor seinem Tod von bislang nicht ermittelten Helfern des Angeklagten
       beobachtet worden.
       
       Der sogenannte Tiergartenmord-Prozess läuft seit Oktober 2020 vor einem
       Staatsschutzsenat des Berliner Gerichts unter strengen
       Sicherheitsvorkehrungen. Es ist noch unklar, wann das Urteil gesprochen
       wird. Möglich ist es noch vor Weihnachten. Es dürfte erhebliche
       Auswirkungen auf das deutsch-russische Verhältnis haben.
       
       7 Dec 2021
       
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